Für westlich orientierte Staaten des Pazifiks wie Japan und Südkorea war damit ein militärischer Schutz durch die USA verbunden, außerdem eine Öffnung des nordamerikanischen Marktes für ihre Exporte. Diese Ausrichtung gilt als Grundlage für den ökonomischen Aufschwung, dem Demokratie und Menschenrechte häufig untergeordnet wurden. Nur in wenigen Ländern Südostasiens konnten Parlamente überhaupt maßgeblichen Einfluss auf die Politik ausüben – im Gegensatz etwa zum Militär, das z.B. in Südkorea jahrzehntelang die Geschicke des Landes bestimmte.
Contra westliche Werte
Wirtschaftlich prosperierende Staaten wie Malaysia oder Singapur verwahrten sich lautstark dagegen, westliche Werte als verbindlich anzuerkennen, und verwiesen auf eigene Traditionen und geschichtliche Erfahrungen. Zugleich sorgte die Berufung auf „asiatische Werte“ (wie Autoritätsgläubigkeit, Sparsamkeit und Arbeitseifer) dafür, dass der Einfluss der gesellschaftlichen Eliten nicht angetastet wurde.
Kalter Krieg
Während des sog. Kalten Krieges entwickelte sich Asien zu einem Zentrum des ideologischen Ost-West-Konflikts und damit des weltpolitischen Geschehens. Konfliktherde waren u.a. der Nahe Osten seit der Gründung Israels (1948), die geteilten Staaten Korea (seit 1953) und Vietnam (1954 bis 1975), der Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan (seit 1947) und der seit 1960 wachsende Gegensatz zwischen China und der Sowjetunion (bis 1991) bzw. Russland. Das Ende der UdSSR im Dezember 1991 bedeutete einen gravierenden Einschnitt für die politische Landschaft des Kontinents. Vor allem die Türkei und der Iran bemühten sich um eine Kooperation mit den neuen, zumeist vom Islam geprägten mittelasiatischen Staaten. Gestützt auf seinen Einfluss als Energielieferant versucht aber auch Russland, seine alte Machtstellung zurückzugewinnen, und nimmt Einfluss auf die Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), die bis 1991 zum sowjetischen Imperium gehörten.
Neue Konstellationen
China suchte lange Zeit den Konflikt mit der Sowjetunion bzw. Russland. Allerdings bemühte sich China später durchaus erfolgreich um eine Verständigung mit Indien, das jahrzehntelang mit der Sowjetunion bzw. Russland auf gutem Fuß stand; Russland wiederum verbesserte sein Verhältnis zu China (u.a. durch Energielieferungen). Selbst zwischen den seit der Teilung des einstigen britischen Kolonialreichs 1947 miteinander in Gegnerschaft verbundenen Atommächten Pakistan und Indien entstand eine (wegen des Kaschmir-Konflikts allerdings fragile) nachbarschaftliche Beziehung.




