Was 3 Grad Plus bewirken können
Das Ergebnis der Studie, an der 400 Experten aus 130 Ländern beteiligt waren, ist so klar wie alarmierend: Durch die Erderwärmung seien schwerwiegende Veränderungen in zahlreichen Natursystemen der Erde zu erwarten. Beispielsweise gelte für bis zu 30 Prozent der bisher bewerteten Pflanzen- und Tierarten ein erhöhtes Risiko, ausgerottet zu werden, wenn sich die globale Durchschnittstemperatur um 1,5 bis 2,5 Grad erhöht. Derzeit gehen Experten allerdings davon aus, dass eine Erwärmung von 3 Grad realistischer sei. Ein Anstieg, der sich auf die Vielfalt der Arten, die Wasserversorgung und das Nahrungsangebot äußerst negativ auswirken könnte. Fast zwei Drittel aller Spezies im Alpenraum könnte aussterben.
Ein Ergebnis des bereits spürbaren Temperaturanstiegs seien die frühzeitig einsetzenden Frühjahrsereignisse wie das Tauen und Abfließen von Gipfeln und Gletschern in die gespeisten Flüsse, frühes Grünen der Pflanzen, Migration und frühes Eierlegen bei den Vögeln. Schon jetzt finden sich Pflanzen- und Tierarten in höheren Breitengraden als zuvor beobachtet.
Nach Auffassung der Experten sind die Anstrengungen, die bisher von einzelnen Staaten unternommen werden, nicht ausreichend, um den Problemen in vollem Umfang zu begegnen. Daher fordert Ban die Mitgliedsstaaten der UNFCC auf, schnell zu handeln und einen Folgeplan zu entwerfen, der das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll fortsetzt und die aktuellen beziehungsweise künftigen Anforderungen aufnimmt.
Nachteile für arme Länder
Der Klimawandel bedeute überdies eine Gefahr für die Gesundheit von Millionen von Menschen, weil er aufgrund der höheren Ozonkonzentration in Bodennähe zu einem Anstieg von Mangelernährung, zu Todesfällen und Krankheiten führen könne.
Die IPCC prognostiziert bis 2050 einen Wasseranstieg von 10 bis 40 Prozent in hohen Breitengraden und eine Senkung um 10 bis 30 Prozent in mittleren Breiten und den trockenen Tropen. Eine steigende Zahl von Regionen werde von Überschwemmungen betroffen sein – u. a. die Ostsküste der USA mit New York. Regionen, die heute ihr Trinkwasser aus Flüssen beziehen, die von Gletschern gespeist werden, werden dagegen mit Knappheit zu kämpfen haben.
Zwei weitere Berichte werden im Laufe dieses Jahres veröffentlicht werden. Schwerpunkt: Auswege und Kosten des Klimawandels. Im Juni treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Industrienationen zum G8-Gipfel in Heiligendamm, Mecklenburg-Vorpommern. Weiterhin findet im Dezember eine UN Klimakonferenz in Bali, Indonesien, statt.




