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Beliebteste Schlösser und Burgen Deutschlands
Bildquelle nicht angegeben
Reisen

Beliebteste Schlösser und Burgen Deutschlands

Platz eins der beliebtesten Schlösser in Deutschland belegt Schloss Neuschwanstein in Bayern. In Schwangau nahe Füssen im Allgäu erfüllte sich König Ludwig II. von Bayern 1869 seinen Traum vom idealen, mittelalterlichen Märchenschloss. In seinen Planungen orientierte er sich an einer Ritterburg und der…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
6 Minuten
Rubrik
Reisen
Artikelbild

Cezary Piwowarski / CC BY-SA 4.0

Wie im Märchen

Platz eins der beliebtesten Schlösser in Deutschland belegt Schloss Neuschwanstein in Bayern. In Schwangau nahe Füssen im Allgäu erfüllte sich König Ludwig II. von Bayern 1869 seinen Traum vom idealen, mittelalterlichen Märchenschloss. In seinen Planungen orientierte er sich an einer Ritterburg und der mittelalterlichen Wartburg, die er mit seinem Schloss übertrumpfen wollte.

Und das Ergebnis zählt noch heute europaweit zu den beeindruckendsten seiner Art: Das prunkvolle, weiße Gebäude thront auf einem Berg und besitzt den mit 65 Metern höchsten Turm aller deutschen Schlösser. Zu den Höhepunkten im Inneren zählen vor allem der Thronsaal mit seinen goldenen Wänden und Malereien und der Sängersaal. Besonders beeindruckend ist zudem die Grotte zwischen Wohn- und Arbeitszimmer - eine künstlich geschaffene Tropfsteinhöhle. Der in der Ausstattung immer wiederkehrende Schwan, das Wappentier der Grafen von Schwangau, steht für das christliche Ideal der Reinheit. Zugleich erinnert das Tier an den Schwanenritter Lohengrin aus der gleichnamigen Oper Wagners, den Ludwig sehr verehrte.

Heute besuchen jedes Jahr rund 1,5 Millionen Besucher das berühmte Schloss Neuschwanstein und folgen den Führungen durch das imposante Gebäude. Das fertige Bauwerk inspirierte auch Walt Disney: Im Zeichentrickfilm „Cinderella“ und im Logo der Produktionsfirma ist ein ähnliches Schloss zu sehen.

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Ввласенко / CC BY-SA 3.0

Und König Ludwig war nicht der Einzige: Auch der mecklenburgische Großherzog Friedrich Franz II. erfüllt sich im 19. Jahrhundert seinen Traum vom Märchenschloss. Die Ursprünge des französisch inspirierten, romantisch historisierenden Bauwerks reichen bis ins Jahr 965 zurück. Es folgten zahlreiche An- und Umbauten bis das Schweriner Schloss schließlich im Jahr 1857 zu seiner heutigen Form fand. Auf einer Seeinsel ruhend, lädt es zu einem Spaziergang im Schlossgarten oder einem Besuch der großen Zahl an original erhaltenen Zimmern mit kostbaren Kunstwerken ein. Seit 1990 arbeitet das Parlament des Landes Mecklenburg-Vorpommern dort.

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Silvia Tamburini / CC BY-SA 4.0

Reise in die Vergangenheit

Auch die Stadt Heidelberg beherbergt ein nach ihr benanntes Bauwerk: Das Schloss Heidelberg gilt als eine der berühmtesten Schlossruinen Deutschlands. Nur etwa vier Jahrhunderte nach seinem Bau durch die damaligen Pfalzgrafen wurde es im 17. Jahrhundert zerstört und verfiel allmählich. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die fast vergessene Ruine wiederentdeckt. Die Besucher waren von dem Zusammenspiel der immer noch eindrucksvollen Architektur, der stimmungsvollen Einbettung in die Natur und der bezaubernden Lage oberhalb des Neckars begeistert. Schloss Heidelberg wurde zum Sinnbild für die deutsche Romantik. Besucher können noch heute noch in die Welt der Adligen und die Mythen um die Ruine eintauchen. Neben dem Schloss selbst lockt auch der Schlossgarten, die Mittelalter-Ausstellung und das Deutsche Apotheken-Museum.

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Florian Schott / CC BY-SA 3.0

Einen hohen Stellenwert für die Romantiker hatte auch Schloss Lichtenstein: Märchenhaft schmiegt es sich 817 Meter über dem Meeresspiegel in die Landschaft der Schwäbischen Alb. Im Jahr 1842 ließ Wilhelm Graf von Württemberg den neogotischen Bau - nach mittelalterlichem Vorbild - hoch oben über dem Echaztal bei Reutlingen errichten. Die Schlossanlage mit dem großen, weißen Turm wurde auf den Grundmauern einer alten Ritterburg erbaut und ist nur über eine schlanke Holzbrücke zu erreichen. Heute ist das Schloss in Privatbesitz, kann aber besichtigt werden.

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Mbzt  / CC BY-SA 3.0

Preußisches Rokoko

Nicht unerwähnt bleiben darf die ehemalige Sommerresidenz des preußischen Königs Friedrich II. in Potsdam. Nach eigenen Skizzen ließ dieser das Schloss Sanssouci um 1745 im Stil des Rokokos bauen. Der französische Name „Sanssouci“ bedeutet „keine Sorge“ und war ein Leitmotiv des Königs. Berühmt ist das Schloss für die Terrassengärten und den riesigen Park, die die Schlosssüdseite in markanter Weise prägen. Die Anlage bezauberte den König so sehr, dass er als sein letzter Wunsch nach einigen Umbettungen 1991 auf der obersten Terrasse in einer Gruft beigesetzt wurde. Die Gartenanlage umfasst außerdem zahlreiche im 18. und 19. Jahrhundert errichtete Bauwerke, wie die Orangerie, das Neue Palais oder das einzigartige Chinesische Teehaus. Seit 1990 steht das Gesamtensemble auf der Welterbeliste der UNESCO.

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Kora27 / CC BY-SA 4.0

Ein Muss ist auch der Besuch des 1870 vollendeten Schloss Muskau. Der Landschaftsarchitekt und Schriftsteller Hermann von Pückler-Muskau schuf ab 1815 in seinem Geburtsort Muskau in der Lausitz einen der schönsten Landschaftsparks der Welt. Der „grüne Fürst“ gestaltete den Park dabei für seine Zeit sehr modern. Im Zentrum der Anlage erbaute er schließlich das Schloss - vom Südwestturm aus können Besucher aus 35 Meter Höhe einen Blick auf den Park werfen. Der Park und das im Stil der Neorenaissance erbaute Schloss gehören seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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A. Kniesel / CC BY-SA 3.0

Burgen aus dem Mittelalter

Auch die deutschen Burgen haben einiges zu bieten: In der Schwäbischen Alb thront die Burg Hohenzollern in 855 Meter Höhe auf einem Gipfel des gleichnamigen Berges. Die erste Burganlage dort stammt bereits aus dem Jahr 1000. Lange Zeit war sie Sitz der schwäbischen Hochadelsfamilie, aus der die brandenburg-preußische Linie hervorging – das spätere preußische Königs- und deutsche Kaiserhaus. In ihrer heutigen Form mit ihren vielen Türmen und spitzen Dächern entstand die Burg erst Mitte des 19. Jahrhunderts – im damals angesagten neogotischen Stil. Ein Museum gibt Einblick in die Familiengeschichte. In der Schatzkammer ist außerdem die Krone Kaiser Wilhelms II. zu sehen. Zudem lockt der Burghof mit verschiedenen Veranstaltungen wie dem Open-Air-Theater im Sommer, bei dem traditionell ein Theaterstück von Shakespeare aufgeführt wird.

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J.-H. Janßen / CC BY-SA 4.0

Kurze Zeit nach dem Bau der Burg Hohenzollern – im Jahr 1067 – wurde die Wartburg inmitten von Thüringen bei Eisenach errichtet. Im 13. Jahrhundert war sie Wohnsitz der heiligen Elisabeth von Thüringen. Weltweit berühmt wurde sie aber durch ihren bekanntesten Bewohner: Martin Luther übersetzte hier ab 1521 einen Teil des Neuen Testaments vom Lateinischen ins Deutsche. Heute lassen sich der Palas, die berühmte Lutherstube, die Schaubibliothek sowie ein Museum mit einer einmaligen Kunstkollektion besuchen. Seit 1999 zählt die Wartburg als erste Burg Deutschlands zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Begründung: Sie ist „ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa.“

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Derzno / CC BY-SA 4.0

Besonders beliebt ist auch die Burg Eltz in der Eifel. Sie liegt auf einem Felsen, eingebettet in ein bewaldetes Tal und umgeben von einem Naturschutzgebiet. Mit ihren bis zu 35 Meter hohen Wohntürmen, Dächern, Fachwerken und Spitzen hat sie seit ihrer Gründung im 12. Jahrhundert sämtliche Kriege unbeschädigt überstanden. Seitdem blieb sie stets im Besitz der namensgebenden Adelsfamilie. Deshalb ist noch heute die originale Einrichtung aus acht Jahrhunderten erhalten. Ein besonderes Highlight im Inneren ist die Rüst- und Schatzkammer: Sie beinhaltet Gold- und Silberschmiedearbeiten, Porzellan, Schmuck, Glas und Waffen aus 850 Jahren Familienbesitz. Im Rittersaal lassen sich die originalen Wappen und bedeutende Ritterrüstungen erkunden. So wundert es nicht, dass die Burg zwischen 1961 und 1995 sogar den 500-Mark-Schein zierte.

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Guido Radig / CC BY 3.0

Das Wahrzeichen Dresdens

Er gilt als das bedeutendste Bauwerk des Spätbarocks: der Dresdener Zwinger. Als Orangerie und höfischer Festspielplatz entstand er von 1710 bis 1728 im Auftrag von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen. Der Barockkünstlers Matthäus Pöppelmann kombinierte Barockstile aus Frankreich und Italien und erbaute prächtige Pavillons und Galerien, die den Zwingerhof umgeben. An den Zwingerfassaden fallen den Besuchern die Schmuckelemente – Blumengehänge, Weinranken, Vasen und Statuen beispielsweise – von Bildhauer Balthasar Permoser ins Auge.

Früher als höfischer Festplatz und Ausstellungsort genutzt, ist der Dresdener Zwinger heute nicht nur das Wahrzeichen Dresdens: Heute finden sich dort unter anderem eine Porzellansammlung und eine Gemäldegalerie. Die großzügige Anlage mit ihren Springbrunnen und Galerien lädt im Sommer zu Konzerten und Theaterstücken ein.

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