"Ein starker Aufwind treibt den Ferienflieger-Markt in die Höhe", sagt Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr. Er hat mit seinen Kollegen die geplanten Flugzeugstarts von deutschen Flughäfen für den Juni 2017 analysiert und präsentiert nun die Reisetrends des nahenden Sommers.
"Rund 30 Prozent Wachstum verzeichnen die Anbieter derzeit bei Flügen in die Schwarzmeerziele, nach Nordafrika und in die Karibik. Die Zahl aller Flüge im deutschen Luftverkehr steigt dagegen nur um rund knapp fünf Prozent." Die aufkommensstärksten Zielländer sind Spanien und Italien mit mittlerweile zusammen knapp 16.000 geplanten Starts im Juli 2017. Dabei verzeichnen Griechenland, Portugal sowie die Schwarzmeerziele Rumänien und Bulgarien zweistellige Zuwachsraten zwischen 12 und 22 Prozent.
Verschiebung der Touristenströme
"Wir beobachten neben dem allgemeinen Wachstumstrend teils Verschiebungstendenzen", erklärt Berster. "Das Zielgebiet Nordafrika verzeichnete im vergangenen Jahr deutliche Rückgänge aufgrund regionaler Krisen, die jetzt wieder aufgeholt und übertroffen werden, beispielsweise mit einer Steigerung der Starts nach Ägypten um mehr als 70 Prozent".
Verlierer ist die Türkei: Die Rückgänge aus dem vergangenen Jahr kann sie nicht ausgleichen und verbucht erneut ein leichtes Minus als Flugziel. "Sichtbar wird die Verschiebung der Touristenströme auch im Vergleich mit dem Türkei-Nachbarn Griechenland: Dort wird ein Plus von fast zwölf Prozent verbucht", so Berster. Auch Zypern wird mit einer Steigerung um 69 Prozent bei den deutschen Reisenden immer beliebter.
Favorit Nordamerika legt weiter zu
"Global betrachtet, sehen wir bei der Analyse der Flugpläne für den Juli 2017, dass bis auf wenige Ausnahmen das Flugangebot in fast alle 100 direkt von Deutschland aus angeflogenen Länder gegenüber dem Vorjahr steigt", unterstreicht Berster. "Besonders die USA als wichtigstes Zielland außerhalb Europas sowie Kanada zeigen ein starkes Wachstum von gut neun bis zehn Prozent."
Von deutschen Touristen weltweit stark nachgefragte Warmwasserziele sind besonders in der Karibik sowie in Teilen von Afrika und Asien zu finden. Kuba und Jamaica können hier als Fernreiseziele deutlich zulegen. Absolut betrachtet bleiben sie mit 82 und 18 geplanten Starts im Juli 2017 aber weit hinter den Klassikern Spanien und Italien mit über 9.000 beziehungsweise 6.000 Starts zurück.
Zwei Drittel aller Flüge sind Urlaubsreisen
Von deutschen Flughäfen ausgehend wird etwa die Hälfte aller Flüge von Touristen für eine längere Urlaubsreise angetreten. Hinzu kommen rund 15 Prozent, die auf private Kurzreisen entfallen. Rund 35 Prozent und damit nur ein Drittel entfallen auf Geschäftsreisen. "Betrachtet man nur den Interkontinentalverkehr liegt der Anteil an Urlaubsreisen sogar bei 70 Prozent", betont Berster.
Je nach Zielgebiet kann durchaus von dieser durchschnittlichen Aufteilung abgewichen werden. So sind die Kanarischen Inseln fast ausschließlich touristisch nachgefragt. Flugreisen nach Österreich haben dagegen überwiegend einen geschäftlichen Hintergrund. Ähnlich sieht es für innerdeutsche Flüge aus: Dort sind rund zwei Drittel geschäftlich bedingt - bei über 21.000 Flugstarts bleibt das eigene Land aber dennoch unter den Top-Urlaubszielen der Deutschen.




