Flora & Fauna – Exotik pur
Die tropische Tier- und Pflanzenwelt Sarawaks ist einzigartig: Fliegende Schlangen, Blumen mit Blüten so groß wie Wagenräder, Schmetterlinge so groß wie Vögel und Eulen so klein wie Schmetterlinge, fleischfressende Pflanzen, Affen mit riesigen Nasen und Schweine, die auf Bäume klettern: an Naturwundern herrscht auf Borneo wahrlich kein Mangel. Ein einziger Hektar Regenwald kann hier mehr Baumarten eine Heimat bieten als der gesamte europäische Kontinent und ein einziger Baum beherbegt bis zu 1000 Insektenarten. Hier nur einige besonders exotische Beispiele...
Nashornvogel
Ein äußerst farbenfrohes Bild bietet Sarawaks Wappentier, der Nashornvogel oder Kenyalang, der sich von Nüssen und Fruchtsamen ernährt. Mit seinem riesigen, von einem Horn gekrönten Schnabel gilt er dem Volk der Iban als Zaubervogel, der Botschaften aus der Geisterwelt bringt. Aus Holz geschnitzte und bemalte Nashornvogel-Skulpturen spielen deshalb bei vielen religiösen Zeremonien auf Borneo eine wichtige Rolle.
Rafflesia
Die im Regenwald von Borneo heimische Rafflesia-Blume kann einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen. Sie ist eine der merkwürdigsten und seltensten Pflanzen überhaupt. Obwohl sie eine so riesige Blüte besitzt, hat sie keine Wurzeln, denn sie ist ein Parasit: Sie zapft die Wirtspflanzen an, auf denen sie wächst, und versorgt sich so mit den notwendigen Nährstoffen. Unverwechselbar ist auch der Geruch, den die Rafflesia verbreitet. Durch den Gestank von verfaultem Fleisch lockt sie Insekten an, die sie dann bestäuben.
Wo gerade eine Rafflesia hervorsprießen wird, kann man nicht vorhersagen aber einer der besten Plätze um die exotische Blume zu sehen ist der Gunung Gading Nationalpark bei Lundu, ungefähr zwei Autostunden von Kuching entfernt. Die Park-Ranger geben auch gerne telefonisch Auskunft, ob gerade eine Rafflesia im Park blüht.
Orang-Utans
Das wohl beeindruckendste Tier im Regenwald Sarawaks ist der Orang-Utan, der außer hier auf Borneo nur noch auf der benachbarten Insel Sumatra vorkommt. Die weltweit größte Population dieser Menschenaffen lebt in Sarawak.
Der “Waldmensch“ das bedeutet Orang-Utan auf malayisch ist ein scheuer Einzelgänger, der im Dickicht des Regenwaldes nur schwer zu erspähen ist. Auf ihrer Suche nach Früchten legen Orang-Utans im Dschungel riesige Strecken zurück, bevor sie sich jeden Abend ein neues Baumnest bauen. Obwohl sie nach dem Gorilla die zweitgrößte Affenart sind, leben Orang-Utans fast ausschließlich auf Bäumen. Sich von Ast zu Ast zu schwingen erfordert enorme Kraft, wie der Naturforscher Alfred Russell Wallace bereits im 19. Jahrhundert beobachten konnte: Er sah einen Orang-Utan ein Krokodil töten, indem er einfach “dessen Maul auseinander zog und ihm die Gurgel aufriss.“ Trotz ihrer großen Körperkraft sind Orang-Utans aber von Natur aus sanft und greifen nie an, solange sie nicht bedroht werden.
In Sarawak steht der Orang-Utan unter striktem Naturschutz, während er andernorts nach wie vor vom Aussterben bedroht ist. Orang-Utans als Haustiere zu halten, verbieten hier strenge Gesetze. In Gefangenschaft gefundene Tiere werden konfisziert und in die Auswilderungsstationen Semenggoh und Matang gebracht. Hier leben die Orang-Utans “halb wild“ im Dschungel und können in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden.
Nasenaffen
Die lustig aussehenden Nasenaffen werden in Sarawak als “Holländer“ bezeichnet eine wenig schmeichelhafte Referenz an die alten Kolonialherren. Trotz ihres bizarren Aussehens gehören sie zu Sarawaks liebenswertesten Bewohnern. Nasenaffen werden bis zu 20 Kilogramm schwer und gehören damit zu den größten Affenarten überhaupt. In freier Wildbahn sieht man sie häufig durch Flüsse schwimmen, um am anderen Ufer wachsende Früchte zu erreichen. Ansonsten bleiben sie auf den Bäumen des Regenwaldes, wo sie nach jungen Blättern, Früchten und Samen suchen.
Der Nasenaffe kommt nur in den Mangroven-Sümpfen Borneos vor. Besonders gut beobachten kann man die “Holländer“ im Bako Nationalpark in Sarawak.
Auf den Spuren der Kopfjäger
Trekking im größten Nationalpark des ostmalaysischen Bundesstaates Sarawak, dem Mulu Nationalpark, gehört zu den unverzichtbaren Höhepunkten eines Sarawak-Aufenthalts und ist eine Herausforderung für jeden Besucher. Der 544 Quadratkilometer große Nationalpark ist mit tropischem Regenwald bedeckt, der von vielen Flüssen durchzogen wird. Die drei Berge Gunung Mulu, mit 2.376 Metern der höchste, Gunung Api mit 1.732 Metern und der Gunung Benarat mit 1.585 Metern bilden eine eindrucksvolle Kulisse im Nationalpark. Alle drei Berge können auf geführten Trekkingtouren erwandert werden.
Ein anspruchsvoller Weg für Trekker mit guter Kondition ist der Aufstieg zu den Pinnacles, einem dramatisch schönen Steinwald aus bis zu 45 Meter hohen, spitzen Kalksteinpfeilern, die messerscharf durch den buschigen Bergwald stechen. Auf dem Weg zum Aussichtspunkt müssen 1200 Höhenmeter auf 2,4 Kilometern überwunden werden, aber das Pfeilerlabyrinth ist nur von diesem Aussichtspunkt aus zu überblicken.
Auf den Spuren der Kopfjäger können Trekker einen abwechslungsreichen und spannenden Weg vom Mulu-Nationalpark bis nach Limbang wandern. Der Headhunters Trail ist noch immer ein Abenteuer, auch wenn die Zeiten der Kopfjäger längst vorbei sind. Vor etwa 100 Jahren, als die Kopfjagd in Borneo noch verbreitet war, zogen Krieger aus dem Baram-Tal am Fuße der Kalksteinberge von Mulu vorbei in das fruchtbare Limbang-Tal und griffen Langhäuser der Murut und hier siedelnde chinesische Bauern an. Mit ihren Kriegsbooten fuhren sie den Melinau River hinauf bis zur Melinau-Schlucht. Dort kamen sie mit ihren Booten nicht weiter und mussten die schweren Holzkanus drei Kilometer über Land ziehen, bis sie zum Oberlauf des Terikan, einem Zufluss des Limbang, wieder auf befahrbares Gewässer stießen. Da heute keine Boote mehr getragen werden müssen, ist die etwa 11 Kilometer lange Strecke mit Booten und zu Fuß in vier Stunden zu bewältigen.
Die größte Höhle der Welt
Die Hauptattraktion des Mulu-Nationalparks befindet sich jedoch unter der Erde. Versteckt unter den mit Ur-Regenwald bedeckten Hängen dieses Gebirgszuges liegen die größten und spektakulärsten Kalksteinhöhlen der Welt: Die Sarawak Chamber ist mit einer Breite von 400 Metern und einer Länge von 600 Metern die größte natürliche unterirdische Höhlenkammer der Welt, in der mühelos die Londoner St. Paul's-Kathedrale Platz fände. Die Deer Cave (“Hirschhöhle“) ist die weltweit längste bekannte Höhlenpassage. Die Clearwater Cave (mit Passagen über 100 Kilometer Länge) ist das umfangreichste Höhlensystem Südostasiens und ist noch nie vollständig durchquert worden.
Seit den siebziger Jahren ist der Mulu Nationalpark das Ziel zahlreicher Expeditionen, jedes Jahr werden neue Höhlen und Passagen entdeckt, denn bisher so wird vermutet sind nur 30-40 Prozent erforscht. Der größte Teil des Höhlensystems ist nur mit einer adäquaten Ausrüstung zugänglich. Die Höhlen Deer Cave und Lang's Cave sowie Clearwater Cave und Wind Cave sind jedoch täglich für Besucher zugänglich. Die Deer Cave, die über 2 Kilometer lang und 90 Meter breit und hoch ist, birgt den geheimnisvollen “Garten von Eden“ und das berühmte Profil vom Abraham Lincoln, der über dem Südeingang der Höhle wacht. Die über fünf Millionen Jahre alte Clearwater Cave kann entweder auf einem vier Kilometer langen Weg durch die Wildnis oder in einem Langboot auf dem Melinau-Fluss erreicht werden. Die Wind Cave, benannt nach der angenehm kühlen Brise, die an den engeren Stellen der Höhle weht, schmücken viele eindrucksvolle Stalaktiten, Stalagmiten und Felsenkorallen, die im “königlichen Raum“ auch beleuchtet sind.
Für den Abenteuerlustigen bietet der Mulu-Nationalpark eine breite Palette an sportlichen Aktivitäten: Mountainbiking, Bergsteigen, Kayaking, Body Rafting und Trekking auf Pfaden unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades.
Wundersame Unterwasserwelt
Tauch-Enthusiasten haben in Sarawak die Möglichkeit, einige der schönsten ozeanischen Tauchgründe der Welt zu entdecken. Die einzigartige Lage am südchinesischen Meer und die exotische Vielfalt an Meerestieren und Pflanzen lockt Taucher aus der ganzen Welt an. In den warmen tropischen Gewässern fällt die Wassertemperatur selten unter 27°C. Die Sicht im Wasser ist ideal, meist um die 30 Meter. Nahe der Küstenstadt Miri, unmittelbar südlich von Brunei, gibt es ein bisher völlig unerschlossenes Tauchrevier. Obwohl Miri wegen seiner Nähe zu den exotischen Nationalparks und Höhlen schon lange bekannt ist, gewinnt die Unterwasserwelt vor der Stadt erst jetzt langsam an Aufmerksamkeit. Die Riffe sind farbenfroh und mit verschiedenartigen harten und weichen Korallen überzogen.
Durch die unterschiedlichen Rifftiefen zwischen 7 und 30 Metern ist das Tauchrevier ein ideales Gebiet für Anfänger und Fortgeschrittene. Eine besondere Attraktion ist das Tauchen an einer Ölplattform. Die Pfeiler der Plattform sind von Meerespflanzen umwuchert und ziehen zahlreiche Fische an. Auch einige Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg machen das Tauchen von Miri aus zu einer lohnenden Angelegenheit. Drachenfische, Seeanemonen, Schwämme, Schmetterlingsfische, Stachelrochen, Zackenbarsche und Papageien-Fische sind nur einige Beispiele der Artenvielfalt von Meereslebewesen in den Tauchgründen von Sarawak, im Herzen des indio-pazifischen Meeresbeckens. Alles, was man zum Tauchen benötigt, kann vor Ort bei lokalen Tauchschulen gemietet werden.
Kontakt
Fremdenverkehrsamt von Sarawak
Raiffeisenstraße 8, D 97209 Veitshöchheim
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E-Mail: Sarawak@tmf-gmbh.de
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