Cerro Aconcagua – Wächter aus Stein
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Cerro Aconcagua – Wächter aus Stein

Bild: Foto: Flocci Nivis, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mit einer Höhe von 6960 Metern ist der Cerro Aconcagua in der Cordillera Andina (Hochkordillere), kurz Aconcagua genannt, der höchste Berg der Anden und zugleich auch die höchste Erhebung ganz Amerikas. Er befindet sich in der argentinischen Provinz Mendoza oder genauer: im Regierungsbezirk Las Heras an der Grenze zu Chile.

Mit einer Höhe von 6960 Metern ist der Cerro Aconcagua in der Cordillera Andina (Hochkordillere), kurz Aconcagua genannt, der höchste Berg der Anden und zugleich auch die höchste Erhebung ganz Amerikas. Er befindet sich in der argentinischen Provinz Mendoza oder genauer: im Regierungsbezirk Las Heras an der Grenze zu Chile.

Der Name “Aconcagua“ ist indianischen Ursprungs. Doch wie bei vielen Bergnamen gehen auch bei diesem die Meinungen über seine Herkunft auseinander. Er könne von “Aconca-Hue“ herrühren, glauben einige Namensforscher. Aconca-Hue nannten die Indianer den “Aconcagua-Fluss“, von dem man in Chile sagte, er entspringe am Fuß des gleichnamigen Berges. Überzeugender klingt jedoch die Auffassung, der Name des Bergriesen käme vom indianischen “Ackon Cahuak“. Das bedeutet in Quechua, der Inkasprache, “Wächter aus Stein“.

Das Gestein des Aconcagua ist vulkanischen Ursprungs. Über einem breiten Unterbau aus Meeresablagerungen ragt der Gipfel des Anconcagua aus vulkanischem Andesit in den Himmel, einem Ergussgestein mit porphyrischem Gefüge. Es besteht aus den Mineralien Plagioglas, Hornblende, Biotit und Pyroxen.

Die Anden sind das Ergebnis einer Plattenkollision. Die ozeanische Nazca-Platte schiebt sich seit mehr als 150 Millionen Jahren unter die kontinentale Südamerikanische Platte und wird im Erdmantel aufgeschmolzen. Dadurch entstand am Westrand Südamerikas ein reger Vulkanismus, der bis zum heutigen Tag andauert. Die Gipfelanwärter allerdings schätzen die Geologie des Berges wenig. Denn das vulkanische Gestein verwittert zu einem riesigen Haufen Schutt, der den Anstieg recht mühsam macht.

Gipfelstürmer

Der Aconcagua wurde am 14. Januar 1897 erstmals durch den Schweizer Bergführer Matthias Zurbriggen bestiegen. 1997 wurde im alten Basislager zum 100jährigen Jubiläum der Erstbesteigung zu Ehren des Schweizer Bergführers eine Gedenktafel angebracht. Nach der Erstbesteigung mussten noch einige Jahrzehnte vergehen, bis die “Schokoladenseite“ des Berges, die 3000 Meter hohe Südwand, durch eine französische Expedition bezwungen wurde.

Am 25. Februar 1954 gelang den Franzosen Pierre Lesueur, Adrien Dagory, Edmund Denis, Lucien Berardini und Guy Poulet unter Führung von René Ferletden der Durchstieg über den Mittelpfeiler der Südwand, der direkt zum Gipfel führt. Dieses Unternehmen galt damals als die größte Leistung der technischen Bergsteigerei. 1984 bewältigt die Französin Marie Bouchard als erste Frau die Wand. Heute sind die Routen an diesem Berg kaum noch zu zählen. Mehr als 2000 Bergsteiger versuchen jährlich den Aconcagua zu bezwingen. Er ist zum Modeberg der Trekking- und Expeditionsanbieter geworden. Die meisten Alpinisten, man müsste eigentlich sagen “Andinisten“, wählen den eisfreien Normalweg über den Nord-West-Grat.

Wegen der Höhe des Berges und des rasch wechselnden Wetters erreichen jedoch viele Gipfelstürmer nicht das Ziel ihrer Träume. Besonders berüchtigt am Aconcagua ist der “Vielo Blanco“, ein starker Höhensturm, der eine Besteigung fast unmöglich macht. Außerdem wirkt der Berg durch den vielen Schutt und das Fehlen von Gletschern auf der Nordseite nicht so hoch wie vergleichbare Gipfel. Deshalb wird er von vielen Bergsteigern leicht unterschätzt. Es ist daher besonders wichtig, auf den gut begehbaren Anstiegspfaden nicht der Versuchung nachzugeben, schnell loszustürmen. Der Gipfel verlangt seine Zeit und vor allem eine ausreichende Akklimatisation.

In jedem Jahr von Dezember bis Januar gleicht das Basislager einer kleinen Zeltstadt. Bergsteiger aus aller Welt finden sich hier ein. Auch eine medizinische Station gehört zum Lager. Und der Arzt hat reichlich Arbeit. Dabei wird offensichtlich, dass viele Bergsteiger ihre Fähigkeiten einfach überschätzen. Der starke Andrang am Berg hat inzwischen dazu geführt, dass im Basislager “Plaza de Mulas“ hygienische Probleme auftreten. Überall findet man die Reste menschlicher Bedürfnisse und andere Abfälle, die in diesem Klima jahrelang erhalten bleiben.

Nicht weit entfernt vom Basislager wurde vor einigen Jahren das Hotel “Plaza de Mulas“ erbaut. Es wirkt in der Andenlandschaft zwar etwas deplaziert, aber es hat den Vorteil, dass man sich dort bei schlechtem Wetter die Zeit vertreiben kann. Die Übernachtungspreise sind allerdings ziemlich hoch.

Der günstigste Ausgangspunkt für den Aufbruch zum Aconcagua ist Santiago de Chile. Von dort fährt man mit dem Bus in sechs bis sieben Stunden über die argentinische Grenze nach Mendoza. Dort muss man sich im Tourismusbüro eine Besteigungsgenehmigung holen, die 80 US-Dollar pro Person kostet. Mit dem Bus fährt man von Mendoza weiter über Uspallata nach Puente del Inca. Hier kann man den Transport für Ausrüstung und Verpflegung per Maultier organisieren. Durch das Horconestal erreicht man in zwei Tagen schließlich die Plaza de Mulas in 4250 Metern Höhe.

Leben am Berg

Zu beiden Seiten des Aconcagua lebten einst indianische Völker: die Araukanier und die Aymaras. Später kamen die Inkas aus dem fernen Cuzco und besiedelten die Gegend um den Bergriesen. Es gibt Spekulationen darüber, ob vielleicht schon Indios dem Schweizer Bergführer bei der Besteigung zuvor kamen. Anhaltspunkte oder gar Beweise gibt es dafür jedoch keine. Nach mehr als 300 Jahren Herrschaft durch die Spanier waren und sind es heute die Bergsteiger und Trekking-Touristen, die das 6000er-Massiv und seine nähere Umgebung beleben.

Neben dem Aconcagua selbst gibt es übrigens noch ein Ziel, das die wenigsten Expeditionsteilnehmer und Touristen auslassen. Es ist fast schon ein Ritual, den “Friedhof der Andinisten“ (Cementerio del los Andistas) zu besuchen, wo die Opfer des “amerikanischen Kolosses” ihre letzte Ruhe gefunden haben. Dieser kleine Friedhof liegt südlich der Anfahrtsroute zwischen Mendoza und Santiago de Chile. Echte Bergsteiger halten dort zum Gedenken an die Opfer eine Schweigeminute ab.

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