
Vielleicht haben sich die Wirte deshalb etwas ausgedacht, um ihre eiligen Gäste ein wenig länger zu halten: Das spanischste aller spanischen Essen ist kein stundenlanger Menümarathon, sondern eine Art Naschwerk von der Hand in den Mund – hier ein Stück mundgerecht geschnittene „tortilla“ (Kartoffelomelett), da ein Anchovisröllchen. Die kleinen, pikanten Gaumenkitzler heißen „tapas“. Der Name bedeutet soviel wie „Deckel“.
Angeblich deckten die Wirte früher die Gläser ihrer Gäste mit einem Tellerchen ab, um sie vor lästigen Fliegen zu schützen. Irgendwann kam der erste auf die Idee, ein paar Oliven mit Schinken- und Käsescheibchen darauf zu legen – vermutlich um seinen Getränkeumsatz anzukurbeln. Nach alter Tradition genießen die Spanier ihre „copas“, ihre Gläschen, nämlich nicht solo, sondern nur in Begleitung von etwas Festem zwischen den Zähnen.
Heute ist Spanien für die große Vielfalt an salzigen Häppchen weltberühmt. Ebenso wie für die „siesta“. Der Schriftsteller Camilo José Cela schätzte sie als die „iberische Form des Yoga“. Doch neuerdings geht Kunde, dass die Regierung die lange Mittagspause abschaffen will. Beamte müssen bereits zur heißesten Tagesstunde schwitzen, Großkonzerne und Supermarktketten machen ebenfalls durch. Nur noch 20 Prozent aller Spanier haben Zeit für ihr Nickerchen.
Wir protestieren!
Rezept: Gazpacho
2 geschälte Knoblauchzehen
1 Salatgurke
1 Gemüsezwiebel
1 rote Paprika
1 grüne Paprika
1 kg Fleischtomaten
3 Esslöffel Essig
1 Brötchen vom Vortag
Salz, Pfeffer
Zubereitung:




