Inhalt der „Bali Roadmap“
Mit der Einigung auf eine Roadmap (Deutsch: Fahrplan) gebe die Konferenz ein wichtiges Signal, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Die Staatengemeinschaft will in den kommenden zwei Jahren ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll aushandeln. Und: Sowohl Industrieländer als auch Entwicklungsländer wollen ihre Anstrengungen für den Klimaschutz verstärken." Dass die Teilnehmerländer sich nicht auf Grenzwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen einigen konnten, bewerten Vertreter von Umweltorganisationen und -verbänden allerdings als enttäuschend.
Bei den Verhandlungen für das weltweite Nachfolgeabkommen von Kyoto orientieren sich die Teilnehmerländer an den Ergebnissen des Weltklimarats (IPCC-Berichte).
Deutschland in der Vorreiterrolle
Kurz vor Abreise ins sonnige Bali hatte das Kabinett ein Klimaschutz-Paket geschnürt. Mit 3,3 Milliarden Euro will die Bundesregierung Klimaschutzmaßnahmen ergreifen, erneuerbare Energien ausbauen und Energieeffizienz fördern. 14 Gesetze und Verordnungen sollen in Deutschland dazu beitragen, bis 2020 die Emission von Kohlendioxid gegenüber 1990 um 40 Prozent zu senken. Der Beschluss von weiteren sieben Maßnahmen ist für Mai 2008 vorgesehen.
Ausgangslage Klima
Unbestritten ist mittlerweile, dass sich das Klima verändert hat. Auf das Jahresmittel bezogen ist es auf der Erde wärmer geworden. Gletscher und Polareis schmelzen, der Meeresspiegel wird in den nächsten Jahrzehnten unweigerlich steigen und Küstenstriche und Inseln bedrohen. Die Lebensräume von Menschen, aber auch von Tieren und Pflanzen verändern sich.
Lang anhaltende Dürren – Trockenheit, wenig oder kein Niederschlag – verursachen Bodenerosion und letztlich Wüstenbildung. Gerade Länder der Dritten Welt, wo fruchtbarer Boden generell seltener ist, werden Probleme mit Dürren bekommen. Die Folge: Hunger und Wassermangel.
Darüber hinaus begünstigt andauernde Trockenheit die Ausbreitung von Bränden. Durch sie werden kostbare Waldbestände vernichtet und große Mengen an Kohlendioxid freigesetzt.
Experten gehen davon aus, dass Wetterextreme auf der Erde zunehmen werden. Dazu gehören auch Orkane und Zyklone wie Kyrill und Sidr, die im Januar und November 2007 erheblichen Schaden verursacht haben.
Ausgangslage Politik
Einige Länder verhalten sich zögerlich, wenn es um die Zusage verbindlicher Ziele und die Einleitung CO2-senkender Maßnahmen geht. Einige der großen Klimasünder – wie die USA – sind bisher nicht einmal dem Kyoto-Protokoll beigetreten. Ziel der Konferenz in Bali war es daher, diese Länder zum Beitritt zu bewegen und ein globales Klimaschutzabkommen zu treffen, bevor das Kyoto-Protokoll 2012 ausläuft. Auch Australien hatte sich in diesem Zusammenhang bisher zurückgehalten. Umso stärker war die Wirkung, als Australien gleich zu Beginn der Konferenz seinen Beitritt verkündete.
Die USA, China und Indien nehmen derzeit obere Plätze auf der Liste der Kohlendioxid-Emittenten ein. Stimmen sie dem Nachfolgeabkommen von Kyoto zu, verpflichten sich auch diese Länder zur Verringerung des CO2-Ausstoßes. Die USA fürchten allerdings eine Schwächung ihrer Wirtschaftskraft. China und Indien wollen sich ihre explodierenden Wirtschaften nicht kaputt machen lassen.
Voraussichtlich im April 2008 sollen die Verhandlungen weitergehen. Für Ende 2009 ist dann die Unterzeichnung eines globalen Klimaschutzabkommens in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen vorgesehen.




