Die Insel, die der Seele gut tut
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Die Insel, die der Seele gut tut

Bild: Foto: Lukas Beck, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die Oberflächenform der Insel wird gelegentlich mit der einer Schüssel verglichen: Berge, die zum Meer hin steil abfallen, umschließen eine Ebene im Landesinneren. Dieses zentrale Tiefland ist der landwirtschaftlich am stärksten genutzte Teil Irlands. Es wird vom Shannon, dem längsten irischen Fluss, durchschnitten. Dank seines geringen Gefälles bildet er zahlreiche Seen und Seitenarme - ein Paradies für Freizeitkapitäne. Aber auch abseits des Shannon hat die von Steinmauern und Hecken durchzogene grüne Ebene der Central Lowlands unbedingt ihren Reiz. Mehr Abwechslung bieten die zerklüfteten Küsten der Counties Kerry oder Galway und die wilden Gebirgslandschaften der Wicklow, Galtee oder Antrim Mountains. In den Grafschaften Mayo und Donegal beherrschen ausgedehnte Torf- und Heideflächen die Stimmung; die Palette der Farben, die von üppigem Grün bis zu erdigem Braun reicht, ist von wundervoller Harmonie. Lebhafter geht es an den kilometerlangen Sandstränden des Südostens zu, der sonnigsten Gegend der Insel. Wiederum ganz andere Eindrücke hinterlassen die subtropische Vegetation des so genannten tiefen Südens und die geologischen Wunder des Nordens.

Landschaften voller Kontraste

Die Oberflächenform der Insel wird gelegentlich mit der einer Schüssel verglichen: Berge, die zum Meer hin steil abfallen, umschließen eine Ebene im Landesinneren. Dieses zentrale Tiefland ist der landwirtschaftlich am stärksten genutzte Teil Irlands. Es wird vom Shannon, dem längsten irischen Fluss, durchschnitten. Dank seines geringen Gefälles bildet er zahlreiche Seen und Seitenarme - ein Paradies für Freizeitkapitäne. Aber auch abseits des Shannon hat die von Steinmauern und Hecken durchzogene grüne Ebene der Central Lowlands unbedingt ihren Reiz. Mehr Abwechslung bieten die zerklüfteten Küsten der Counties Kerry oder Galway und die wilden Gebirgslandschaften der Wicklow, Galtee oder Antrim Mountains. In den Grafschaften Mayo und Donegal beherrschen ausgedehnte Torf- und Heideflächen die Stimmung; die Palette der Farben, die von üppigem Grün bis zu erdigem Braun reicht, ist von wundervoller Harmonie. Lebhafter geht es an den kilometerlangen Sandstränden des Südostens zu, der sonnigsten Gegend der Insel. Wiederum ganz andere Eindrücke hinterlassen die subtropische Vegetation des so genannten tiefen Südens und die geologischen Wunder des Nordens.

Der Paddy - ein lieb gewonnenes Klischee

›Der Ire‹ ist rothaarig, trinkfest und heißt Paddy. Soweit das Klischee. Bleibt anzumerken, dass es auch blonde Iren namens Paul gibt, die Tee bevorzugen. ›Der Ire‹ ist – nicht anders als ›der Bayer‹ - ein Produkt jahrtausendelanger Begegnung und Vermischung verschiedener Kulturen und Gene.

Nur wenig ist über die frühen Menschen bekannt, die in mehreren Einwanderungswellen auf die Insel kamen. Ihre Nachkommen gingen im keltischen Volk der Gälen auf, das in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten einwanderte. Die Kelten brachten nicht nur das Eisen mit, sondern auch eine neue Religion. Ihre Priester, die Druiden, scheinen große geistliche und weltliche Macht besessen zu haben. Es bleibt ein Rätsel, warum das Christentum in der von ihnen bestimmten Gesellschaft so schnell Fuß fassen konnte. Die Iren nahmen die christliche Lehre offenbar geradezu begierig auf, und viele der Neugetauften gingen ihrerseits mit großem Enthusiasmus ›um Christi willen in die Fremde‹, um zu missionieren. Gut 1000 Jahre nach den Kelten kamen die Wikinger. Sie werden gewöhnlich als die großen Zerstörer betrachtet, denn ihren Raubzügen fielen zahlreiche Klöster und Siedlungen zum Opfer. Doch sie gründeten auch Städte, belebten den Handel, brachten wiederum neue Ideen mit, neue Techniken und Kunststile - und verschmolzen schließlich mit der eingesessenen Bevölkerung. Im 12. Jh. gewannen die Normannen die Herrschaft über den größten Teil Irlands, doch schon bald begannen auch sie, Sprache und Lebensgewohnheiten der Iren anzunehmen.

Traditionen und Moderne

In einer Zeit, zu der in anderen Ländern eine rasante industrielle Entwicklung stattfand, verharrte Irland in ländlicher Armut. Mit den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzungen in den vorwärts strebenden Nationen wurden viele alte Traditionen über Bord geworfen - in Irland bewahrte man sie. Irische Sprache und irisches Brauchtum, Mythen, Musik und Erzählkunst überdauerten - nicht selten im Untergrund. Gerade weil die Menschen unterdrückt waren und Not litten, war es für sie wichtig, ihre Kultur - und damit ihre Identität - nicht zu verlieren. Erst in den letzten Jahrzehnten setzte auch in Irland ein rapider Wandel ein. Paddy ist von seiner reetgedeckten Hütte in ein Haus mit Zentralheizung umgezogen und hat den Esel gegen ein Auto eingetauscht. Er tut nicht mehr alles, was der Pfarrer, dessen Wort vor zwei Generationen noch Gesetz war, predigt. Sogar die Geburtenrate, die dank der Lehren der katholischen Kirche lange Zeit äußerst hoch war, gleicht sich allmählich derjenigen mitteleuropäischer Länder an. Aber noch hat Irland eine sehr junge Bevölkerung - und gerade die Jugend will längst nicht mehr auf die Errungenschaften der Moderne verzichten, sie ist vom Leuchten der großstädtischen Neonlichter stärker angezogen als vom Glimmen des Torffeuers.

Insbesondere der wirtschaftliche Aufschwung in den 90er-Jahren des 20. Jh. hat der Insel ein neues Gesicht gegeben. Während die Iren früher ihre Heimat auf der Suche nach Arbeit verließen, kehren sie nun zurück. Stark ausgebaut wurde u. a. der Tourismussektor. Der hohe Hotelstandard und ein vielgestaltiges Freizeitangebot machen Irland heute zu einem idealen Ferien- und Reiseland. Dem Besucher steht von der familiären Bed & Breakfast-Pension bis zum luxuriösen Schlosshotel ein breites Spektrum an Unterkünften zur Verfügung. Das Aktivsportangebot ist gewaltig: Ob Reiten oder Segeln, Golfspielen oder Angeln, Bergsteigen oder Wandern - Irland bietet mannigfaltige Möglichkeiten. Zudem besinnen sich die Iren auf Traditionen, die vom Aussterben bedroht schienen: Wie anno dazumal erklingt die irische Harfe, und der irische Tanz hat Hochkonjunktur auf den Bühnen der Welt. Der gelegentlich kommerzielle Charakter der Veranstaltungen verhindert eines nicht: Die Iren haben ebenso viel Spaß daran wie ihre Gäste.

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