
Damit die Lieblingsbeilage der Angolaner die richtige Konsistenz bekommt, muss sie langsam in ungesalzenes, kochendes Wasser gestreut und tüchtig geschlagen – nicht gerührt – werden. Die gute angolanische Hausfrau verfügt über die nötigen Muskeln; klopft sie doch ihr Mais- oder Maniokmehl häufig noch zwischen zwei Steinen zu Pulver.
Wird die Masse nicht mit dem nötigen Nachdruck behandelt, bekommt sie Klümpchen – ein kulinarisches Desaster. Den berühmten angolanischen Sänger Bonga inspirierte die Katastrophe im Kochtopf sogar zu einem Lied: „Maria Casputo, o teu funje tem borbulhas…“ („Maria Casputo, dein ‚funje’ hat Klümpchen…“)
Musik hat eben mit Essen etwas gemeinsam: Sie verkörpert ein Stück Nationalgefühl. Das war in Angola bis 1975 von der portugiesischen Kolonialherrschaft überschattet. Der „assimilado“, der an seine Kolonialherren angepasste Angolaner, sprach, sang und aß Portugiesisch. Dagegen galten „funje“ und „feijão“ (Bohnen) ebenso wie „bongas“ (Trommeln) als rückständig und hinterwälderisch.
Erst die nationale Unabhängigkeitsbewegung verschaffte der einheimischen Küche und Kultur wieder Raum. Und zwar in dem Maß, dass ein Sonntag ohne „funje“ irgendwie ein verlorener Sonntag ist. Besonders für die, die fern der Heimat sind….
Rezept: Moamba de galinha
(Hühnchen in Erdnusscreme)

1 Suppenhuhn
Salz, Pfeffer
2 Zwiebeln
Pflanzenöl
Erdnussbutter (creamy)
1 Lorbeerblatt
Zubereitung:
Als Beilage passt weißer Reis oder – natürlich – „funje“.




