Estland:  Im Land der 1500 Inseln
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Estland: Im Land der 1500 Inseln

Bild: Foto: Lukas Beck, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Estland wurde über Jahrhunderte hinweg von fremdem Herrschen regiert. Dänen, Schweden, Russen und der Deutsche Orden: Sie alle herrschten über den heutigen Ostseestaat. Während das russische Kaiserreich zerbrach, erreichte Estland seine Unabhängigkeit. Doch nur für kurze Zeit konnten die Esten ihr Land selbst regieren. Durch den "Hitler-Stalin-Pakt" 1939 geriet Estland in die sowjetische Interessenssphäre und wurde in die UdSSR eingegliedert. Erst knapp 70 Jahre später, 1991, erlangte der Baltenstaat erneut seine Unabhängigkeit. Heute ist Estland Mitglied der Vereinten Nationen, der NATO, der EU und seit 2011 der Euro-Zone. Ca. 1,3 Millionen Einwohner zählt das Land, von denen 400.000, also etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung, in der Hauptstadt Tallinn leben.

Der lange Weg zur Unabhängigkeit

Estland wurde über Jahrhunderte hinweg von fremdem Herrschen regiert. Dänen, Schweden, Russen und der Deutsche Orden: Sie alle herrschten über den heutigen Ostseestaat. Während das russische Kaiserreich zerbrach, erreichte Estland seine Unabhängigkeit. Doch nur für kurze Zeit konnten die Esten ihr Land selbst regieren. Durch den "Hitler-Stalin-Pakt" 1939 geriet Estland in die sowjetische Interessenssphäre und wurde in die UdSSR eingegliedert. Erst knapp 70 Jahre später, 1991, erlangte der Baltenstaat erneut seine Unabhängigkeit. Heute ist Estland Mitglied der Vereinten Nationen, der NATO, der EU und seit 2011 der Euro-Zone. Ca. 1,3 Millionen Einwohner zählt das Land, von denen 400.000, also etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung, in der Hauptstadt Tallinn leben.

Tallin: die bunte Stadt am Meer

Die lange Zeit der Fremdherrschaft hat ihre Spuren hinterlassen, z. B. im Namen der estnischen Hauptstadt Tallinn. „Taaani linn“ bedeutet auf Deutsch „Dänenburg“, was ein eindeutiger Hinweis auf die Zeit der dänischen Besatzung ist. Wie wechselhaft die Geschichte des Landes war, zeigt sich auch daran, dass sich der Name der Hauptstadt immer wieder änderte: Litna, Kolovan und Reval sind nur einige der Namen, die die Metropole trug. Schon bald nach der Unabhängigkeit erblühte die ehemalige Hansestadt erneut zum Leben. Dies spürt man besonders bei einem Spaziergang durch die engen Gassen der mittelalterlichen Altstadt, in der man gut erhaltene Bauten aus jeder Besatzungszeit bewundern kann. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das historische Zentrum vom Domberg Toompea aus, von wo man sowohl den Blick über die Dächer der Kaufmannshäuser als auch über die Kuppeln der Alexander-Newski-Kathedrale, einer russisch-orthodoxen Kirche, schweifen lassen kann. 2011 konnte sich Tallinn als Kulturhauptstadt Europas international einen Namen machen und ein „außergewöhnlich vollständiges Beispiel einer mittelalterlichen nordeuropäischen Handelsstadt“ präsentieren, wie die UNESCO schon 2007 über das mittelalterliche Kulturerbe urteilte.

Stille Schönheit: die estnische Inselwelt

Aber nicht nur das historische Erbe prägt Tallinn und ganz Estland, auch das Meer. Tallinn, direkt am Finnischen Meerbusen gelegen, profitierte über Jahrhunderte vom Ostseehandel. Doch besonders die Schönheit des Meeres bezaubert dort seit jeher: Der wunderschön weitläufige Sandstrand im Stadtteil Pirita ist von Kiefernwäldern umgeben und beliebtes Ziel für Jung und Alt. Unmittelbar vor der Küste liegen landschaftlich eindrucksvolle Inseln, wie Naissaar und Kihnu, beide weniger als 20 km2 groß. Stille Schönheit und eigenwilliger Charme ist das Kennzeichen der gesamten estnischen Inselwelt. Über 1500 Inseln thronen vor den Küsten Estlands, besiedelte wie unbesiedelte, kleine wie große. Eine Sonderstellung nehmen die Inseln Saaremaa (2710 km2) und Hiiumaa (960 km2) ein, die aufgrund ihrer Größe durchaus festlandähnlichen Charakter besitzen und durch eine gute infrastrukturelle Anbindung besonders bei Touristen beliebt sind. Saaremaa, in der Rigaer Bucht gelegen, ist die größte estnische Insel und kann sowohl mit der 16.000 Einwohnerstadt Kuressaare, als auch mit faszinierenden Naturdenkmälern wie den durch Meteroiteneinschlägen entstandenen Kraterseen von Karli aufwarten. Unvergesslich bleibt aber vor allem die spröde, raue Schönheit der Insel, wie man sie im Naturschutzgebiet Vilsandi erlebt.

Estland : Paradies für Radfahrer

Am besten lässt sich die allseits präsente Natur des wenig besiedelten Staates mit dem Fahrrad erkunden. Kaum Verkehr, gut ausgeschilderte Radwege, flaches Land, urwüchsige Wälder und üppige Wiesen machen einen Fahrradurlaub in Estland zum einmaligen Erlebnis. Steile Anstiege gibt es in der Baltenrepublik nicht. Der höchste Berg Estlands, der Suur Munamägi, ist gerade mal 317 Meter hoch. Dafür erleben Radfahrer an den einsamen Küstenstraßen die raue Schönheit der See: Der Weg führt direkt von der lettischen Grenze über Pärnu und die estnischen Inseln an der Küste entlang bis in die Hauptstadt Tallinn. Auf dieser Strecke passiert man geheimnisvolle Eichen- und Kiefernwälder, hat immer wieder weitläufige Dünen und das Meer im Blick und kann in bezaubernden Küstenstädten, z.B. Pärnu, pausieren.

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