Auf dem Berg des Mose
So nah und doch so unerreichbar war für den Propheten Mose das Heilige Land Kanaan, das er vom Berg Nebo aus sah. Worauf er blickte war das Tote Meer, das Jordantal, Jericho und die weit entfernten Hügel von Jerusalem.
Als er starb, wurde er in Moab beerdigt, „im Tal gegenüber von Bet-Peor“. Obwohl der genaue Ort unklar ist, wurde Nebo zur Pilgerstätte für die frühen Christen. Im 4. Jahrhundert wurde dort zur Erinnerung eine kleine Kirche gebaut. Einige der Steine dieses Gotteshauses befinden sich noch an ihrer ursprünglichen Stelle in der Mauer um die Altarnische. Die Kirche wurde im 5. und 6. Jahrhundert zu einer großen Basilika umgebaut.
Naturschätze im Wadi Dana
Dass Jordanien nicht nur für Kulturinteressierte viel bietet, hat sich mittlerweile herungesprochen. Auch für Tracking-Reisende ist das Land eine Entdeckung wert. Zu einem der drei jordanischen Naturschutzgebiete zählt das Wadi Dana. Von hier aus kann man gemeinsam mit Guides auf verschlungenen und manchmal Schwindel erregenden Pfaden in die Berge wandern oder klettern. Der Lohn: ein atemberaubendes Panorama aus unberührter Natur, bizarren Felsformationen und gigantischen Schluchten.
Wo Johannes Jesus taufte
Im Wadi Kharrar, einem trockenen Wadi, gegenüber von Jericho und wenige Kilometer von dort entfernt, wo der Jordan ins Tote Meer fließt, liegt die erst vor kurzem freigelegte biblische Siedlung Bethanien. Ihren Kern bildet der Elias-Hügel, von dem der Prophet Elia aus in den Himmel emporgestiegen sein soll. Die faszinierenden Überreste Bethaniens bestehen aus Kirchen, Klöstern und großen Becken - wahrscheinlich Taufbecken -, die zur Siedlung Johannes des Täufers aus dem ersten Jahrtausend nach Christus gehörten. Hier wurde wahrscheinlich Jesus von Johannes getauft – und verbrachte ganz in der Nähe die 40 Tage in der Wüste. Kein Zweifel: Bethanien umgibt eine ganz besondere historische Aura.
Eine Stadt zwischen Rom und Athen
Im Norden Jordaniens – zwischen Amann und Irbid – liegt Jerash – eine Stadt mit bewegter Geschichte und beeindruckender Architektur. Nach der Eroberung durch General Pompeius wurde sie 63 vor Christus in den Bund der zehn großen römischen Städte aufgenommen. Nachdem sie Jahrhunderte lang unter Wüstensand begraben war, zählt sie nach aufwändigen Ausgrabungen in den letzten Jahrzehnten heute zu den besterhaltenen römischen Provinzstädten der Welt. Und das Besondere ist, dass sich in Jerash die Kultur der griechisch-römischen Welt mit den Traditionen des arabischen Orients vermischen. Unbedingt sehenswert: der Triumphbogen, der 129 n. Chr. zu Ehren des Kaisers Hadrian errichtet wurde, der riesige ovale Marktplatz, der Zeustenpel und das beeindruckende südliche Theater, in dem früher über 5000 Menschen Platz fanden.




