Goa - Strände soweit das Auge reicht 
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Goa - Strände soweit das Auge reicht 

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Goa erstreckt sich über faszinierende 133 km an der mittleren Westküste Indiens. Sein größter Charme und sein größtes Kapital sind die malerischen Strände, die seit einigen Jahren immer stärker vom internationalen Badetourismus entdeckt und vereinnahmt werden. Die an etlichen Landspornen unübersehbaren Forts sind bis heute ein lebendiges Zeugnis einer großen und eigenwilligen kulturhistorischen Tradition, die von der portugiesischen Kolonialherrschaft bestimmt worden ist. Die Küstenlandschaft ist von einer lebhaften Verzahnung von Land, Meer und Flüssen geprägt. Das Hinterland besteht aus den Lateritplateaus und den Sahyadri-Bergen der Westghats. Die Plateaus sind durch kräftige Monsunregen stark zertalt und erodiert worden, in den Sahyadris machen dicht bewaldete Bergketten und enge Täler mit zahlreichen Wasserfällen den landschaftlichen Reiz aus.

Der Katholizismus bestimmte das Leben in Goa

Um die Besonderheiten Goas erkennen und verstehen zu können, muss man seine geschichtliche Entwicklung betrachten. Schon im indischen Nationalepos Mahabharata wird das Land erwähnt, das ab dem 11. Jahrhundert ein Hindu-Königreich war und 1469 unter muslimische Herrschaft geriet. Seit der Portugiese Alfonso de Albuquerque (1453-1515) im Jahr 1510 mit 1200 Soldaten das Reich des Sultans eroberte, bestimmte der Katholizismus das Leben in Goa. Die Hindus wurden mit oft grausamen Mitteln zum Christentum bekehrt. Als erster Stützpunkt der Portugiesen in Indien entwickelte sich Goa zur "Hauptstadt des Ostens" und erlebte im 16. und 17. Jahrhundert seine wirtschaftliche Blütezeit. Im 19. Jahrhundert versuchten Niederländer, Briten und Franzosen Goa zu besetzen, aber die Bemühungen blieben erfolglos. Auch Indien bemühte sich ab 1947, zunächst auf friedlichem Wege, Goa zu gewinnen. Doch 1961 besetzte das indische Militär Goa und beendete so die über 451 Jahre dauernde portugiesische Kolonialzeit. Goa wurde mit den Enklaven Daman und Diu zum Unionsterritorium erklärt. Seit dem 30. Mai 1987 ist es indischer Bundesstaat. Daman und Diu bilden weiterhin ein Territorium.

Portugiesische Einflüsse

Nirgends sonst in Indien waren die portugiesischen Einflüsse so prägend wie in Goa. Die Bevölkerung ist zu fast einem Drittel katholisch, und selbst eigene christliche Kasten haben sich in Goa herausgebildet. Zum religiösen Leben der Katholiken gehört die Messe zur Sonntagsheiligung ebenso wie die Teilnahme an großen Wallfahrten. Größtes Heiligtum und Pilgerziel für Wallfahrer aus ganz Indien und sogar aus Übersee ist der Schrein des heiligen Franz Xaver in der Basilika Bom Jesus in Velha Goa. Dieses kleine Dorf Velha Goa (bzw. Alt-Goa), nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Panjim entfernt, ist das eindrucksvollste zeitgeschichtliche Dokument der portugiesischen Kolonialzeit. Schon im 11. Jahrhundert gegründet, erhoben die Portugiesen diesen Ort zum wichtigsten Handelsplatz zwischen Ost und West und zum Zentrum ihrer eigenen Kultur in Asien. Hier entstand 1557 die erste Universität in Indien und 1544 der erste Gerichtshof Asiens. Zeitgenössische Dichter priesen gar das "goldene" Goa, und der Satz "Wer Goa gesehen hat, muss sich Lissabon nicht mehr ansehen" rühmt einmal mehr die hohe, heute freilich welke Blüte einer unvergessenen geistigen und künstlerischen Zeit in Goa.

Hoher Lebensstandard

Die starke europäische Prägung Goas wird in vielen alltäglichen Gewohnheiten, wie zum Beispiel bei den Essgewohnheiten, deutlich. Statt des typischen indischen Verzehrs des Essens mit den Fingern der rechten Hand gebraucht man in Goa Besteck, und statt eines Blattes benutzt man Essgeschirr. Auch wird ein Stuhl dem Erdboden als Sitzgelegenheit vorgezogen.

Seit der Zugehörigkeit zu Indien haben aus Sorge um die Zukunft viele Goanesen ihre Heimat verlassen, um vorzugsweise in arabischen Golfstaaten zu arbeiten. Andererseits kommen viele Hindus nach Goa, um an dem für indische Verhältnisse relativ hohen Lebensstandard teilhaben zu können. Es verfügt über die reichsten Erz- und Manganerzvorkommen in Indien, besitzt mit dem Naturhafen Marmagao einen der leistungsstärksten Häfen Indiens und hat fruchtbare Tiefländer für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung, vor allem für Reisanbau. Auch als Industriestandort hat Goa längst eine überregionale gesamt-indische Bedeutung erringen können. Seit einigen Jahren ist der internationale Tourismus die stärkste wirtschaftliche Wachstumskomponente. Die rasch wachsende Nachfrage hat inzwischen eine voll funktionierende und konkurrenzfähige Tourismusindustrie etabliert. Der besondere Reiz von Goa liegt in seinen verlockenden Tropenstränden, ergänzt durch die sprichwörtlich goanesische Weltoffenheit und das antiquierte portugiesische Flair.

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