
Muschel in der Mur

Eines der spektakulärsten Projekte: Die futuristische Insel inmitten des Flüsschens Mur, das Graz zerteilt. Die schwimmende Muschel des New Yorker Künstlers Vito Acconci, ein von Stahltauen in den Fluten gehaltenes Floß. "Ein Ding, das wie ein Raumschiff auf dem Fluss liegt", so der Künstler und Stararchitekt. Als exponiertes Symbol wirbt Acconcis über Stege erreichbares und begehbares Kunstwerk für die europäische Kulturhauptstadt - und sorgte bereits im Vorfeld für einigen Wirbel. Denn die Muschel inklusive Café, Theater und Spielplatz verschlang mit rund fünf Millionen Euro knapp ein Siebtel des gesamten Budgets.
Dafür wird die Muschel aber auch unentwegt genutzt vom 5. bis 15. Juli beispielsweise, wenn das Grazer "Theater im Bahnhof" die Muschel erobert und für zehn Tage eine Inselrepublik ausruft. Es gibt nicht nur Performances unter der eigenen Republik-Fahne, man wird auch Asylanträge stellen und übernachten können. Abseits ausgetretener Theaterwege werden europäische Ensembles präsentiert, die "ein Publikum packen und entnerven" können. Darüber hinaus gibt es internationale Wettbewerbe für Hörstücke, Kurzfilme und Fundstücke.




