Jedes der Länder, die gemeinsam das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland bilden, hat seinen eigenen Nationaltag, der nach dem Schutzheiligen des jeweiligen Landes benannt ist:
England: St. George's Day (23. April). Nach einer Legende aus dem 6. Jahrhundert rettete St. Georg eine Jungfrau aus den Klauen eines schrecklichen Feuer speienden Drachens und erschlug den Drachen. Der Name des Heiligen war Schlachtruf englischer Ritter, die im Hundert-jährigen Krieg (1338-1453) unter dem Banner des roten Sankt-Georgs-Kreuzes kämpften. Shakespeare verewigte dies in seinem Drama „Heinrich V.":
| "Ich seh’ euch stehn, wie Jagdhund’ an der Leine, |
| Gerichtet auf den Sprung; das Wild ist auf, |
| Folgt eurem Mute, und bei diesem Sturm |
| Ruft: Gott mit Heinrich! England! Sankt Georg!" |
Am Tag des Heiligen weht die Fahne mit dem roten Georgskreuz noch immer über jeder englischen Gemeindekirche.
Schottland: St. Andrew's Day (30. November). Der Apostel Andreas, einer der zwölf Jünger Jesu, ist der Schutzpatron Schottlands. Gebeine von ihm sollen im 4. Jahrhundert in das jetzige St. Andrews in Fife gebracht worden sein. Seit dem Mittelalter ist das Kreuz mit schrägen Balken, an das Andreas geschlagen worden sein soll, das Nationalsymbol Schottlands.
Wales: St. David's Day (1. März). Der hl. David (ca. 520-588), Schutzheiliger von Wales, war Gründer und erster Abtbischof von Menevia, dem jetzigen St. David im südwalisischen Dyfed. Waliser schmücken sich an diesem Tag mit gelben Narzissen oder Lauchstangen. Beide Pflanzen gelten traditionell als Nationalembleme von Wales.
Nordirland: St. Patrick's Day (17. März). Das Wirken des hl. Patrick (ca. 389-ca. 461) war wichtig für die Verbreitung des Christentums in Irland. Der aus Großbritannien stammende Heilige wurde verschleppt und verbrachte sechs Jahre in der Sklaverei, bevor er fliehen konnte und sich anschließend zum Missionar ausbilden ließ. An diesem Tag schmücken sich die Nordiren mit Kleeblättern, dem Nationalemblem sowohl Nordirlands wie auch der Republik Irlands.
Was sind Bank Holidays und an welchen Tagen sind sie?
Viele Feiertage in Großbritannien sind als "bank holidays" bekannt, weil die Banken an diesen Tagen geschlossen sind. Die meisten fallen auf einen Montag.
In England und Wales gibt es sechs Bank Holidays: Neujahr, Ostermontag, May Day (der erste Montag im Mai), ein Bank Holiday im Frühjahr (Ende Mai) und einer im Spätsommer (Ende August), sowie der 2. Weihnachtsfeiertag. Außerdem gibt es zwei Feiertage nach dem Gewohnheitsrecht: Karfreitag und der 1. Weihnachtsfeiertag.
In Schottland gibt es neun gesetzliche Feiertage: Neujahr, 2. Januar, Karfreitag, Ostermontag, May Day (der erste Montag im Mai), ein Bank Holiday im Frühjahr (Ende Mai) und einer im Sommer (Ende August), sowie der 1. und der 2. Weihnachtsfeiertag.
Nordirland hat sieben Feiertage: Neujahr, St. Patrick's Day (17. März), Ostermontag, May Day (der erste Montag im Mai), ein Bank Holiday im Frühjahr (Ende Mai) und einer im Spätsommer (Ende August), sowie der 2. Weihnachtsfeiertag. Außerdem gibt es zwei Feiertage nach dem Gewohnheitsrecht am Karfreitag und 1. Weihnachtsfeiertag sowie einen Feiertag zum Jahrestag der Schlacht am Boyne (12. Juli).
Wenn gesetzliche Feiertage auf ein Wochenende fallen, werden sie nachgeholt. An manchen Feiertagen, vor allem am 1. Weihnachtsfeiertag, sind Geschäfte, Museen und andere Attraktionen wie historische Häuser oder Sporteinrichtungen geschlossen. Da dies unterschiedlich geregelt ist, empfiehlt es sich, vorher Erkundigungen einzuziehen.
Danksagung
Die hier präsentierten Texte sind uns mit freundlicher Genehmigung der Britischen Botschaft auf nicht-kommerzieller Basis zur Verfügung gestellt worden.Weitere Informationen über Großbritannien finden Sie auf den unten genannten Webseiten der Britischen Botschaft.
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