Die Königswürde sollte das einigende Band des brandenburgisch-preußischen Gesamtstaates sein und ihm staatsrechtlich Ausdruck verleihen. Vorausgegangen waren in den letzten Jahrzehnten Gebietserweiterungen und eine Festigung der Hohenzollernherrschaft in Brandenburg-Preußen. Bei dem prunk- und geltungssüchtigen Friedrich spielte das Bestreben, seiner Stellung äußeren Glanz zu verleihen, eine fast noch größere Rolle als diese politischen Überlegungen. Sein Sohn Friedrich Wilhelm I. - der Soldatenkönig - setzte später anstelle der Verschwendung des väterlichen Hofstaats Sparsamkeit.
Nur mit Zustimmung des Kaisers
Die Proklamation Friedrichs III. zum König war an die Zustimmung des habsburgischen Kaisers Leopold I. gebunden; denn der Hohenzoller war nicht mächtig genug, um Kaiser und Reich mit der Krönung vor vollendete Tatsachen zu stellen. Seit 1690 führte er deshalb Verhandlungen mit Wien und versuchte den Hof durch Bestechungsgelder in seinem Sinne zu beeinflussen. Im Krontraktat vom 16. November 1700 gestand der Kaiser dem preußischen Kurfürsten die Königswürde zu, nachdem dieser sich verpflichtet hatte, die habsburgischen Ansprüche im Streit um das spanische Erbe zu unterstützen und im Kriegsfall ein Truppenkontingent von 8000 Mann zur Verfügung zu stellen. Außerdem verpflichteten sich die Hohenzollern, bei der nächsten Kaiserwahl den habsburgischen Kandidaten zu unterstützen.
Krönung in Königsberg
Die Königskrönung fand in einem glanzvollen Rahmen statt. Bereits am 17. Dezember 1700 war der königliche Tross von Berlin aus zur zwölftägigen Reise nach Königsberg aufgebrochen. Vor der eigentlichen Zeremonie ließ Kurfürst Friedrich III. am 15. Januar 1701 in Königsberg die Erhebung des Herzogtums Preußen zum souveränen Königreich verkünden. Am 17. Januar stiftete er den Schwarzen Adlerorden mit der Devise "Jedem das Seine", der die Adligen an das neue preußische Königtum binden sollte.
Die Krönung selbst, die im Königsberger Deutschordensschloss am 18. Januar vollzogen wurde, demonstrierte die barocke Prachtentfaltung eines selbstbewussten Herrschers. Friedrich setzte sich selbst und seiner Frau Sophie Charlotte die Krone auf und ließ sich erst danach in der Schlosskirche von einem reformierten Bischof und einem lutherischen Oberhofprediger salben. Die Kosten für die Feierlichkeiten wurden durch drückende Abgaben und Steuern an die Bevölkerung weitergegeben.
Der Weg Preußens zum Königtum
Der Aufstieg Brandenburg-Preußens ist bemerkenswert: Zwischen 1134 und 1157 ist die Markgrafschaft Brandenburg unter den Askaniern entstanden, 1415/17 wurden die Hohenzollern, ehemals Burggrafen von Nürnberg, mit Mark und Kurfürstentum belehnt. 1657/60 erlangten die Brandenburger Kurfürsten endgültig die Souveränität über das Herzogtum Preußen. Unter Friedrich dem Großen, dem Enkel Friedrichs I., nahm Preußen die Stellung der zweiten deutschen Vormacht ein. Erst durch ein Gesetz des Alliierten Kontrollrats vom 25. Februar 1947 wurde der einst so mächtige Staat Preußen aufgelöst.




