"Ihr aus dem Ausland seid jetzt unsere letzte Hoffnung!"
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"Ihr aus dem Ausland seid jetzt unsere letzte Hoffnung!"

Bild: Foto: Lappländer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

"Einige von uns [Studenten] kämpften mit Stöcken und Limonadenflaschen – Waffen, die eigentlich keine sind – gegen Soldaten, die mit Sturmgewehren und Panzern ausgerüstet Amok liefen und die jegliche Vernunft verloren hatten… Wir wussten, dass unsere letzte Stunde gekommen war, in der wir unsere Opfer für die Demokratie bringen mussten…Wie wir erst später erfuhren, hatten noch einige Studenten Hoffnungen in die Regierung, in die Armee gesetzt und geglaubt, die Armee würde uns höchstens wegtragen. Sie waren erschöpft in ihren Zelten liegengeblieben. Die Panzer walzten sie einfach nieder.

Alle Spuren vernichtet

"Einige von uns [Studenten] kämpften mit Stöcken und Limonadenflaschen – Waffen, die eigentlich keine sind – gegen Soldaten, die mit Sturmgewehren und Panzern ausgerüstet Amok liefen und die jegliche Vernunft verloren hatten… Wir wussten, dass unsere letzte Stunde gekommen war, in der wir unsere Opfer für die Demokratie bringen mussten…Wie wir erst später erfuhren, hatten noch einige Studenten Hoffnungen in die Regierung, in die Armee gesetzt und geglaubt, die Armee würde uns höchstens wegtragen. Sie waren erschöpft in ihren Zelten liegengeblieben. Die Panzer walzten sie einfach nieder.

Später hieß es, es seien über 200 Studenten gewesen, andere meinten, schon über 4000 seien getötet worden. Bis jetzt kenne ich die genaue Zahl der Opfer nicht. Die Zelte und Kleidungsstücke ließ man von den Panzern und Schützenpanzern aus mit Benzin übergießen, die Leichen der Kommilitonen wurden einfach verbrannt. Danach wurde der Boden mit Wasser abgespritzt, so dass keinerlei Spuren übrigblieben…

Auf der Chang'an [-Avenue] kam uns ein Panzer entgegen, der mit Tränengas schoss, dann über mehrere von uns Studenten hinwegrollte, ihnen die Beine zerquetschte, den Kopf. Oft konnten wir keine 'vollständigen' Leichen mehr auffinden. Die Kommilitonen, die sich geopfert haben, wie soll man je ihr Leben zurückgewinnen?"

Zwei deutsche Journalisten schreiben in der "Zeit":

"Gegen zehn Uhr morgens fahren wir auf dem dritten Ring von Osten in die Stadt. Überall dasselbe Bild. Niedergewalzte Straßenbarrikaden, zermalmte Fahrräder, viele zertrümmerte, brennende oder schon ausgebrannte Militärfahrzeuge. Am Boden verstreute Pflastersteine. Trotz verschärfter Bestimmungen des Ausnahmezustandes stehen überall große Menschengruppen und diskutieren. In den Gesichtern spiegeln sich Fassungslosigkeit, aber auch Wut und Hass… Wir halten an einem Restaurant an, um zu telefonieren. Sofort kommen Chinesen auf uns zu: 'Aus welchem Land kommen Sie? Sind Sie Journalisten?' Und dann der Satz, den wir in diesen Tagen noch häufig hören sollen: 'Sagt Bitte in aller Welt, was hier passiert. Ihr Journalisten aus dem Ausland seid jetzt unsere letzte Hoffnung!'"

Das Zentralkomitee leugnet das Massaker

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas bestreitet in einem Schreiben an alle Mitglieder, dass es ein Massaker durch Armeeangehörige gegeben habe, und stellt seine Sicht der Dinge so dar:

"Die extreme Minderheit aber hat alles in den Wind geschlagen. Sie richtete heftige Angriffe gegen die Truppen. Unter diesen Umständen gab es Verletzte und Tote. Die meisten waren Soldaten der Volksbefreiungsarmee und der bewaffneten Polizei. Dies hatten wir nicht gewollt. Auf andere Weise aber hätte der Aufruhr nicht niedergeschlagen werden können… Gestützt auf den heldenhaften Kampf … der Volksbefreiungsarmee … gestützt auf Hilfe der Massen…, haben wir bereits einen ersten Sieg bei der Niederschlagung des Aufruhrs errungen…"

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