Im Land der Grillmeister
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Im Land der Grillmeister

Bild: Foto: Flocci Nivis, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die verspäteten Anhänger solcher längst überholter Vorurteile waren wohl noch nie zu Gast im Lande der Gauchos. Die argentinische Küche ist was für echte Männer; sie passt zum Fußball-Fernsehabend wie der Ball ins Tor. Erstens konzentriert sie sich auf das, was Männern wesentlich ist, nämlich viel Fleisch. Ohne große Zeremonien aus der Hand schmecken „empanadas“ (Teigtaschen mit Hackfleisch- oder Schinken-Käse-Füllung) und verschiedene Sandwiches: „choripan“ (mit „chorizo“, also Würstchen), „lomito“ (mit Lendchen) oder „milanesa“ (ein Schnitzelbrötchen).Am liebsten aber brutzelt der Argentinier auf offener Flamme. Das ist sozusagen die Life-Version des steinzeitlichen Lagerfeuers, von dem unser Flimmerkasten ja nur ein mehr oder weniger müder Abklatsch ist. So jedenfalls lautet die Interpretation moderner Medienwissenschaftler.Und weil Männer gerne ihre Meisterschaft beweisen – ob auf dem Spielfeld, in der erhitzten theoretischen Debatte oder eben vor dem Grill – darum ist jeder Argentinier ein „asador“, ein Grillmeister. Als solcher pflegt er seine Kunst in stundenlanger Versenkung. Auf den Rost kommt so ziemlich alles, was aus einem Lamm, Schwein oder Rind herauszuholen ist: „lomo“ (Lende) ebenso wie „morcilla“ (Blutwürstchen), „chinchulines“ (Därme), oder „molleja“ (Bries). Kotelett oder Schnitzel gibt es dagegen nicht – die Argentinier schneiden ihr Fleisch in ganz andere Stücke als hierzulande. Und etwas Fett muss auf alle Fälle dran sein.

Die verspäteten Anhänger solcher längst überholter Vorurteile waren wohl noch nie zu Gast im Lande der Gauchos. Die argentinische Küche ist was für echte Männer; sie passt zum Fußball-Fernsehabend wie der Ball ins Tor. Erstens konzentriert sie sich auf das, was Männern wesentlich ist, nämlich viel Fleisch. Ohne große Zeremonien aus der Hand schmecken „empanadas“ (Teigtaschen mit Hackfleisch- oder Schinken-Käse-Füllung) und verschiedene Sandwiches: „choripan“ (mit „chorizo“, also Würstchen), „lomito“ (mit Lendchen) oder „milanesa“ (ein Schnitzelbrötchen).

Am liebsten aber brutzelt der Argentinier auf offener Flamme. Das ist sozusagen die Life-Version des steinzeitlichen Lagerfeuers, von dem unser Flimmerkasten ja nur ein mehr oder weniger müder Abklatsch ist. So jedenfalls lautet die Interpretation moderner Medienwissenschaftler.

Und weil Männer gerne ihre Meisterschaft beweisen – ob auf dem Spielfeld, in der erhitzten theoretischen Debatte oder eben vor dem Grill – darum ist jeder Argentinier ein „asador“, ein Grillmeister. Als solcher pflegt er seine Kunst in stundenlanger Versenkung. Auf den Rost kommt so ziemlich alles, was aus einem Lamm, Schwein oder Rind herauszuholen ist: „lomo“ (Lende) ebenso wie „morcilla“ (Blutwürstchen), „chinchulines“ (Därme), oder „molleja“ (Bries). Kotelett oder Schnitzel gibt es dagegen nicht – die Argentinier schneiden ihr Fleisch in ganz andere Stücke als hierzulande. Und etwas Fett muss auf alle Fälle dran sein.

Touristenrestaurants locken häufig Gäste mit einem Schaugrillen nach alter Tradition: Dabei werden die ganzen Tiere am Bauch aufgeschnitten, aufgeklappt und über dem Feuer aufgespießt.

Der Rest ist Beiwerk: ein bisschen weißes Brot, Salat und Rotwein.

Der Wein, der in Argentinien zu Weltruhm kam, obwohl er eigentlich aus Bordeaux stammt, ist Malbec. Doch echte Männer trinken in Argentinien nicht nur Alkohol, sondern auch Tee. Das Nationalgetränk Mate wird traditionell in einem ausgehöhlten Kürbis mit Saugrohr („bombilla“) serviert und kreist in der Runde wie seinerzeit die Friedenspfeife bei den nordamerikanischen Indianern. Die Teeblätter werden mehrmals mit heißem Wasser übergossen und schmecken so immer milder. Sogar an den Tankstellen kann der Motorrad-Gaucho heißes Wasser zum Aufgießen seines Mate zapfen.

Rezept: Argentinischer Toast

4 kleine Hüftsteaks

8 Scheiben Toastbrot

3 Zehen Knoblauch

Salz, Pfeffer, Oregano

Zubereitung:

Wer besonders stilecht genießen möchte, kann seine Steaks natürlich auch auf den Holzkohlengrill legen.

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