Apropos Wanderwege. Auch sie sind folglich relativ neu für Irland. 1982 wurde der erste ausgeschilderte Pfad, der Wicklow Way, eröffnet. Seither ging es aber zügig voran, mittlerweile durchziehen 31 Wege mit einer Gesamtlänge von mehr als 3000 Kilometer das Land. Alle sind ausgezeichnet mit dem Wanderer-Piktogramm und gelben Pfeilen.
Die Wanderer müssen wahrlich nicht über die Talente einer Bergziege verfügen, um die immer wieder neue Panorama-Ausblicke garantierende Insel im Fußgängertempo zu erkunden. Die meisten Wege führen am Ufer des Meeres oder der Flüsse entlang.
Selbst wenn es einmal in die Berge geht, liegt die Steighöhe selten über 300 Meter. Und wo nötig, sind natürlich kleine Brücken und Trittsteige entstanden. Schließlich fehlt es, zumindest an den Endpunkten der Tagesetappen, nicht an Pubs und Herbergen. Irland tut schließlich was für seine "Laufkundschaft".
Routen für jeden Geschmack
Was darf es denn sein? Ein Tagestrip? Eine Langstreckentour? Das irische Wandermenü bietet jedem etwas. Die kürzeste Route ist nur 26 km lang: der Cavan Way führt durch das Quellgebiet des Shannon River. Wem das bestenfalls als Aufwärmstrecke genügt, der kann den Canvan Way mit dem Leitrim Way (48 km) und dem Miner's Way (128 km) verbinden. Die längste Strecke ist der 387 km lange Bealach na Gaeltachta, der Weg durch den gälischsprachigen Teil der Halbinsel Connemara.
Die meisten Etappen sind um die 20 km lang und bieten am Tagesziel eine auf Wanderer eingestellt Unterkunft, oft sind dies private B&B-Quartiere mit freundlichen Gastgebern. Die längste Etappe erstreckt sich auf dem Western Way in der Grafschaft Mayo über 67 km – da empfiehlt es sich, ein Zelt im Gepäck zu haben.
Der "Höhepunkt" des irischen Wandernetzes bietet der Dingle Way, eine Route rings um die spektakuläre Halbinsel Dingle an der Westküste. Zwischen Brandon und Masatiompan steigt der Weg auf 640 Meter Höhe.
Die ehemaligen Leinpfade entlang des Grand Canal und des Royal Canal, auf denen einst Pferde und Maultiere die Schiffe zogen, kommen hingegen fast ganz ohne Steigungen aus, was besonders wandernde Familien erfreut.
Natürlich führt auch ein Weg in die Grafschaft Tipperary: der Ballyhoura Way bringt es auf 80 km. Das ist im Vergleich zu den anderen 30 Routen bestenfalls eine Mittelstrecke. Sorry, it's not a long way to Tipperary.
Geführte Wanderungen
Wanderer sind meist gesellige Menschen, deshalb sind viele auch gerne in Gruppen unterwegs. Dem entspricht das recht große Angebot an geführten Wandertouren.
Geführte Touren bieten den Vorteil, dass die Guides mit der sich schnell ändernden örtlichen Wetterbildung vertraut sind. Reiseveranstalter, die Wandern im Programm haben, findet man z.B. in den bei Tourism Ireland erhältlichen „Grünen Ferienseiten“.
In den Norden
Seit dem Ende der Konflikte in Nordirland entstehen auch immer mehr grenzüberschreitende touristische Projekte. Auch für Radurlauber und Wanderer gibt es Angebote, den nördlichen Teil der Insel beiderseits der Grenze zu erkunden.




