Jahrhundertflut in Hamburg
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Jahrhundertflut in Hamburg

Bild: Foto: Willy Pragher, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Über der Nordsee hat sich am 16.Februar 1962 ein starkes Sturmtief zusammengebraut, das sich mit großer Geschwindigkeit auf die Deutsche Bucht zubewegt.

Über der Nordsee hat sich am 16.Februar 1962 ein starkes Sturmtief zusammengebraut, das sich mit großer Geschwindigkeit auf die Deutsche Bucht zubewegt.

In der Nacht zum 17. Februar durchschlagen hohe Springfluten die Deiche und brechen über die Elbe nach Hamburg herein. Bereits nach den ersten Überflutungen ist das Telefonnetz außer Betrieb, dasselbe gilt für große Teile der Wasser-, Gas- und Stromversorgung der Millionenstadt. Am schlimmsten betroffen ist der zwischen zwei Elbarmen liegende Stadtteil Wilhelmsburg. Kurz nach ein Uhr nachts hält der schützende Reiherstieg-Deich den eindringenden Fluten nicht mehr stand und bricht. Die von der Katastrophe im Schlaf überraschten Bewohner versuchen verzweifelt, sich auf Hausdächer und Bäume zu retten. Rund ein Fünftel der Hansestadt ist überschwemmt. Der Wasserstand erreicht die Jahrhunderthöhe von 5,70 Metern.

Mit einer Sturmflut solchen Ausmaßes hat in der Hansestadt niemand gerechnet. Im Hamburger Katastrophenschutzplan sind zwar die Lagerplätze für Sandsäcke und Signalpatronen verzeichnet, nicht jedoch die Wohnungen der im Falle einer Sturmflut gefährdeten Bewohner der Hansestadt. Auch für deren Evakuierung gibt es keine Pläne. Unter der Leitung des Innensenators Helmut Schmidt beginnt nun ein verzweifelter, improvisierter Kampf gegen die Fluten. Neben den zahlreichen freiwilligen Helfern beteiligen sich 40 000 Soldaten der Bundeswehr an den Rettungsaktionen. Mit Schlauchbooten und Hubschraubern werden die Menschen aus den überschwemmten Stadtteilen evakuiert. Die Deiche werden notdürftig geflickt.

Erst nach einiger Zeit wird das wahre Ausmaß der Katastrophe deutlich: Die Flut hat 337 Menschenleben gefordert, etwa 75 000 Menschen obdachlos gemacht und einen Sachschaden von 2,9 Milliarden DM angerichtet.

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