Japanische Gärten
Reisen

Japanische Gärten

Bild: Foto: Ath, CC0, via Wikimedia Commons

Der japanische Gartenarchitekt möchte seine Kunst eher verbergen und den Eindruck erwecken, dass seine Kreation ein Werk der Natur sei, frei von menschlicher Einflussnahme. Wie auch bei den anderen japanischen Künsten liegt die Betonung auf Schlichtheit, Natürlichkeit und Stille. Der traditionelle japanische Garten ist weit entfernt von den eintönigen Blumenbeeten und Rasenflächen der westlichen Welt; er spiegelt vielmehr die Schönheiten der japanischen Naturlandschaft mit ihren Felsen und Bergen, verwitterten Bäumen und tosenden Wasserfällen wider. Einige Gärten imitieren tatsächlich existierende Landschaften, wie etwa der berühmte Suizenji-Park in Kumamoto, der in Miniaturform einige der Ausblicke festhält, die man von der vom Künstler Hiroshige in seinen berühmten Holzschnitten abgebildeten Tokaido-Straße aus hat. Andere wiederum schaffen ihre eigenen Bilder mit Baumgruppen, Gebüsch und Steinen oder sogar künstlichen Bergen. Wasser in Form von Teichen, Wasserfällen oder Bächen, mit Miniaturinseln und dekorativen Brücken, gehört zu den beliebtesten Gestaltungselementen. Steinlaternen spenden einerseits Licht im Garten, durch ihren Symbolcharakter als Leuchtturm verstärken sie aber andererseits das Thema Wasser. Der Hamarikyu-Park an der Bucht von Tokyo schließt das Meer selbst in seinen Entwurf ein, wobei echte Wellen gegen die zum Park gehörenden Steinterrassen spülen und gegen die Miniaturbrücken schlagen.

Der Natur entliehen

Der japanische Gartenarchitekt möchte seine Kunst eher verbergen und den Eindruck erwecken, dass seine Kreation ein Werk der Natur sei, frei von menschlicher Einflussnahme. Wie auch bei den anderen japanischen Künsten liegt die Betonung auf Schlichtheit, Natürlichkeit und Stille. Der traditionelle japanische Garten ist weit entfernt von den eintönigen Blumenbeeten und Rasenflächen der westlichen Welt; er spiegelt vielmehr die Schönheiten der japanischen Naturlandschaft mit ihren Felsen und Bergen, verwitterten Bäumen und tosenden Wasserfällen wider. Einige Gärten imitieren tatsächlich existierende Landschaften, wie etwa der berühmte Suizenji-Park in Kumamoto, der in Miniaturform einige der Ausblicke festhält, die man von der vom Künstler Hiroshige in seinen berühmten Holzschnitten abgebildeten Tokaido-Straße aus hat. Andere wiederum schaffen ihre eigenen Bilder mit Baumgruppen, Gebüsch und Steinen oder sogar künstlichen Bergen. Wasser in Form von Teichen, Wasserfällen oder Bächen, mit Miniaturinseln und dekorativen Brücken, gehört zu den beliebtesten Gestaltungselementen. Steinlaternen spenden einerseits Licht im Garten, durch ihren Symbolcharakter als Leuchtturm verstärken sie aber andererseits das Thema Wasser. Der Hamarikyu-Park an der Bucht von Tokyo schließt das Meer selbst in seinen Entwurf ein, wobei echte Wellen gegen die zum Park gehörenden Steinterrassen spülen und gegen die Miniaturbrücken schlagen.

Zur scheinbaren Natürlichkeit dieser Gärten gehört die geschickt hervorgerufene Illusion der Weite. Hierzu benutzen die Gartenkünstler oft raffinierte perspektivische Tricks: Große, auffällige Objekte werden in den Vordergrund gerückt, Pflanzen und Steine abnehmender Größe nach hinten zu angeordnet. Teile des Gartens werden durch Mauern, Hecken oder durch dekorative Pavillons verdeckt, so dass sich dem Besucher, der dem gewundenen Pfad folgt, immer wieder neue überraschende Anblicke bieten. Die Landschaft jenseits der Gartenbegrenzung kann in den Gesamtentwurf mit einbezogen werden - dies wird als Shakkeizukuri-Technik ("entliehene Landschaft") bezeichnet. Die Grenze des Gartens wird verborgen oder überspielt, indem man Pfade oder Bäche raffiniert hinter Steinen oder Büschen verschwinden lässt. Dadurch wird der Anschein erweckt, dass sie sich bis in die Ferne hinziehen.

Eine erhabene Einfachheit

Durch die Anwendung von Symbolen wird die natürliche Vielfalt der Gärten verstärkt: Ein Strauch kann einen entfernten Berg oder Wasserfall verkörpern, der kunstvoll geharkte Sand die Küste. Besonders Steine sind charakteristisch für den japanischen Garten und werden mit der gleichen Sorgfalt ausgesucht wie bestimmte Pflanzen vom Gärtner der westlichen Welt. Der Garten am Daigoji Samboin-Tempel in Kyoto, der 1598 entworfen wurde, birgt fast 800 einzeln ausgewählte Steine.

Die Symbolik erreichte ihren Höhepunkt in der Entwicklung des kare sansui ("trockener Garten"), der ohne Pflanzen oder Wasser angelegt wurde, ein Ort der Meditation des Zen-Buddhismus. Das westliche Auge wird durch die "erhabene Einfachheit" zunächst in Staunen versetzt, denn solch ein Garten besteht aus nichts anderem als ein paar sorgfältig ausgesuchten und genau platzierten Steinen, die von Sand umgeben sind, in den ein gleichmäßiges Muster geharkt wurde. Manchmal verkörpert ein Garten eine ganze Landschaft, wie beim Daitokuji-Daisenin-Tempel, der 1509 in Kyoto geschaffen wurde und in dem die wogenden Muster im Sand einen Fluss darstellen, der Steine umspült, die den Berg Horai und ein "Schatzboot" symbolisieren. Im Gegensatz dazu steht der berühmte Garten des Ryoanji-Tempels, ebenfalls in Kyoto, der in den 70er Jahren des 15. Jahrhunderts geschaffen wurde: ein völlig abstrakter Entwurf mit 15 Steinen, die als Inseln im geharkten weißen Kies liegen.

Der Garten im Haus

In Japan besteht traditionell kaum eine Trennung zwischen Garten und Wohnraum. Die Unterteilung ist fließend und besteht nur aus zerbrechlichen Schirmwänden, die im Sommer offen stehen und Farbenpracht und Duft des Gartens bis ins Haus lassen. Im Wohnzimmer steht ein Tokonoma ("Schönheitsalkoven"), in dem die verschiedensten Gegenstände ausgestellt werden. Man kann hier auf bonkei ("Tablett-Gärten") stoßen, Miniaturlandschaften mit Zwergpflanzen, die zwischen winzigen Bergen aus Torfmoos und "Meeren" aus Sand stehen. Andere Gartenminiaturen, die man hier sieht, sind künstlich klein gehaltene Bonsai-Bäume (wörtlich "Baum im Tablett"), die durch Beschneiden und Versteifen mit Draht jahrelang geformt wurden, bis sie ein vom künstlerischen Standpunkt zufrieden stellendes und "natürliches" Aussehen erreicht haben.

Mehr aus Reisen

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Reisen.

Alle Reisen-Artikel
Der Ursprung der Neujahrsnacht: Vom Papst zum globalen Feuerwerk
Reisen

Der Ursprung der Neujahrsnacht: Vom Papst zum globalen Feuerwerk

26. Oktober 2026

Vom kirchlichen Gedenktag des Papstes Silvester I. über germanische Rauhnachtsbräuche bis zum modernen Feuerwerk – die Silvesternacht vereint jahrhundertealte Traditionen, Aberglauben und die weltweite Freude am…

Urlaub in Indien auf besondere Weise
Reisen

Urlaub in Indien auf besondere Weise

14. Oktober 2026

Indien ist ein vielseitiges Reiseziel, das mit einer reichen Kultur, historischen Bauwerken und abwechslungsreichen Landschaften begeistert. Aufgrund seiner Größe bietet der Staat jede Menge Abwechslung für einen…

Unabhängige Landgänge auf Kreuzfahrten: Die individuelle Hafenzeit erfolgreich gestalten
Reisen

Unabhängige Landgänge auf Kreuzfahrten: Die individuelle Hafenzeit erfolgreich gestalten

30. September 2026

Das Einlaufen in einen neuen Hafen markiert für viele Kreuzfahrtpassagiere den Höhepunkt des Tages. Sobald die Gangway freigegeben ist, beginnt die wertvolle Zeit an Land. Immer mehr Reisende entscheiden sich bewusst…

Entdecke das Urlaubsglück direkt nebenan: Warum Holland das perfekte Reiseziel ist
Reisen

Entdecke das Urlaubsglück direkt nebenan: Warum Holland das perfekte Reiseziel ist

17. September 2026

Wer an Traumurlaub denkt, hat oft weit entfernte Inseln oder stundenlange Flüge im Kopf. Dabei liegt eines der vielseitigsten und schönsten Reiseziele direkt vor der Haustür. Die Niederlande begeistern seit Jahrzehnten…

← Zurück zu ReisenZur Startseite