
Betrachtet man das Gestein der Marmolada näher, so fällt auf, dass es deutlich kompakter erscheint als das anderer Dolomitenberge. Der Grund: Die Marmolada besteht aus Kalk und nicht aus Dolomit. Die Bezeichnung “Dolomiten” für die Gebirgsgruppe in den Südalpen und für das gleichnamige Gestein und Mineral “Dolomit“, ein Calcium-Magnesium-Karbonat [CaMg(CO3)2], geht übrigens auf den Malteserritter, Mineralogen und Geologen Déodat Guy Sylvian Tancred Grated de Dolomieu zurück. 1789 wies er auf die weite Verbreitung eines ”mit verdünnter Salzsäure wenig brausenden Gesteins in Südtirol” hin. Im Jahre 1791 hat Horace Bénédict de Saussure, einer der ersten Menschen auf dem Mont Blanc, ihm zu Ehren den Namen “Dolomit” für das betreffende Gestein eingeführt. Der Name wurde 1864 auf die gesamte Gebirgsgruppe übertragen.
Warum die Karbonat-Gesteine der Marmolada nicht dolomitisiert wurden, ist bis heute nicht geklärt (bei der Dolomitisierung wird Kalkstein durch den Einbau von Magnesium in Dolomit umgewandelt). Dolomit und Kalk der Marmolada haben aber den gleichen Ursprung. Sie waren in der Trias-Zeit vor rund 240 Millionen Jahren Korallenriffe in tropischen Gefilden, so wie wir sie heute auf den Bahamas oder Malediven finden.




