Strikte Abgrenzung von Amtsvorgänger Bush

Nicht zuletzt die strikte Abgrenzung von seinem Amtsvorgänger, George W. Bush, hatte dem aufstrebenden Senator aus Illinois zur Profilschärfung gedient - und so manche demokratische Hoffnung geweckt. Doch das Erbe, das Bush hinterließ, war und ist kein leichtes: 142.000 noch immer im Irak stationierte US-Soldaten - mit Verlusten, die in die Tausende gehen. Eine am Boden liegende Volkswirtschaft, die massiv unter der Weltwirtschaftskrise leidet.
Und ein gegen die Menschenrechte verstoßendes Gefängnis, in dem seit 2002 Hunderte von Terrorverdächtige ohne Chance auf einen Prozess täglich neue Nahrung für ihren Hass auf die USA finden. Guantánamo, das hatte Barack Obama noch im Januar 2009 versprochen, sollte binnen eines Jahres geschlossen sein. Inzwischen spricht der Präsident von einer Schließung "im Laufe des Jahres 2010". Vor allem die Frage nach der weiteren Unterbringung der für schuldig, aber auch der für unschuldig befundenen Häftlinge ist noch nicht gelöst. Dass zwei ehemalige Insassen des Gefangenenlagers hinter dem in letzter Minute vereitelten Terroranschlag vom 1. Weihnachtsfeiertag in Detroit stehen sollen, lässt ein rasches Ende von Guantánamo immer unwahrscheinlicher erscheinen.




