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Mount McKinley - der kälteste Berg
Bildquelle nicht angegeben
Reisen

Mount McKinley - der kälteste Berg

Der 6194 Meter hohe Südgipfel des Mount McKinley bildet den höchsten Punkt der tausend Kilometer langen Alaska Range. Dieser Gebirgszug verläuft als natürliche Grenze zwischen dem gebirgigen Norden und der Küstenebene im Süden Alaskas. Er bildet die bogenförmige Verlängerung der Rocky Mountains durch Südalaska hin…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Reisen
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Obwohl sie auf dem “Feuergürtel“, dem “Ring of Fire“ um den Pazifik liegt, gibt es in der Alaska Range keinen Vulkanismus. Magma, das in Richtung Erdoberfläche drang, konnte unter der dicken Kruste des bereits vorhandenen Gebirges nicht an die Oberfläche gelangen. Es erkaltete zu grobkristallinem Tiefengestein. So bestehen heute die höchsten Erhebungen Alaskas, der Denali und der Mount Foraker (5300 Meter), nach Jahrmillionen andauernden Abtragungsvorgängen und tektonischen Prozessen aus freigelegtem Granit.

Die Athabascan-Indianer nannten den höchsten Gipfel Nordamerikas “Denali“, “den Hohen“. Nach dieser indianischen Bezeichnung wurde auch der Denali-Nationalpark benannt, über dem der McKinley emporragt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt der weiße Bergriese den Namen “Mount McKinley“ nach dem Präsidenten William McKinley, der 1901 ermordet wurde.

Der Mount McKinley ist nicht nur der höchste Berg Nordamerikas, er ist auch der kälteste Berg der Welt. Über die Hälfte des Berges liegt unter einem dicken Eispanzer verborgen, und seine Schneefelder speisen zahllose Gletscherströme. Selbst im Sommer herrschen auf dem Mount McKinley frostige Temperaturen. Im Winter fällt das Thermometer zuweilen bis auf unter -70 Grad Celsius. Zugleich erreichen eisige Windböen Geschwindigkeiten von bis zu 240 Stundenkilometern.

Artikelbild

Der Süd- und der 5930 Meter hohe Nordgipfel des “Denali“ liegen auf einer großen tektonischen Störungslinie, der so genannten Denali-Fault. Sie ist nach der berühmten kalifornischen San Andreas-Verwerfung in den USA die größte Bruchzone, an der sich Platten der Lithosphäre horizontal aneinander vorbeibewegen. Dadurch erschüttern, ähnlich wie in Kalifornien, immer wieder schwere Erdbeben die Region. Das letzte schwere Beben ereignete sich am 3. November 2002 mit einer Stärke von 7,9 auf der Richterskala. Es war das weltweit stärkste in diesem Jahr. Tiefe Risse ziehen sich seitdem über eine Länge von 230 Kilometern durch die Landschaft. Stellenweise kam es zu großen Felsstürzen und Erdrutschen. Menschen kamen nicht ums Leben. Anders im Jahr 1965 - damals gab es bei einem schweren Erdbeben der Magnitude 6,7 130 Tote.

Genau wie bei anderen hohen Bergen in den Polarregionen ist auch am McKinley die Luft um seinen Gipfel bereits so dünn wie in 6000 Metern Höhe im Himalaya. Daher ist eine Besteigung des Berges anstrengender als diejenige eines Fünftausenders im Himalaja. Der Grund für dieses Phänomen ist das Zusammenspiel zwischen Erdanziehung und Erdrotation. Durch die Drehung der Erde entstehen Zentrifugalkräfte, die die Lufthülle entgegen der Erdanziehung nach außen drücken. Dadurch ist auch in größeren Höhen noch mehr Luft vorhanden, als dies ohne Erddrehung theoretisch der Fall wäre. Die Zentrifugal- oder Fliehkräfte sind am Äquator am größten. An den Polen sind sie am geringsten. Deshalb ist die Luft in den Polarregionen in geringer Höhe dichter als in den außerpolaren Breiten. Mit zunehmender Höhe aber wird die Luft dort schneller dünn.

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