
Der Mount Vinson ist der höchste Berg der Antarktis und damit einer der “Seven Summits“, wie man die sieben höchsten Gipfel aller Kontinente nennt. Doch seine genaue Höhe ist offenbar noch unbekannt – mit GPS vermessen erreicht er 4986 Meter, die trigonometrische Vermessung ergab eine Höhe von 5130 Meter und aus barometrischer Sicht misst er sogar stolze 5460 Meter.
Und noch etwas ist am Mount Vinson ungewöhnlich: Die Luft ist auf seinem Gipfel bereits so dünn wie in 6000 Metern Höhe im Himalaya. Daher ist eine Besteigung des Berges anstrengender als die eines Fünftausenders in Nepal. Der Grund für dieses Phänomen ist das Zusammenspiel zwischen Erdanziehung und Erdrotation. Durch die Drehung der Erde entstehen Zentrifugalkräfte, die die Lufthülle entgegen der Erdanziehung nach außen drücken. Dadurch ist auch in größeren Höhen noch mehr Luft vorhanden, als dies ohne Erddrehung theoretisch der Fall wäre. Die Zentrifugal- oder Fliehkräfte sind am Äquator am größten, an den Polen dagegen am geringsten. Deshalb ist die Luft in der Antarktis in geringer Höhe dichter als in den außerpolaren Breiten. Mit zunehmender Höhe aber wird die Luft in der Antarktis schneller dünn. Recht kalt ist es am Gipfel des Mount Vinson übrigens auch. Selbst im antarktischen Sommer liegen die Temperaturen dort bei minus 20 bis minus 40 Grad Celsius. Dies entspricht in etwa den Temperaturen auf dem Gipfel des 8848 Meter hohen Mount Everest.
Das Vinson Massiv ist ein Teil des Transantarktischen Gebirges. Dieses zieht sich quer durch den Antarktischen Kontinent und bildet die Fortsetzung jenes Gebirgszuges, der sich über drei Kontinente erstreckt. In Alaska beginnend zieht er mit der Küstenkordillere durch Nordamerika, mit den Anden durch Südamerika und findet in der Antarktis seinen Abschluss.




