Ozeanograph/in
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Ozeanograph/in

Bild: Foto: Ath, CC0, via Wikimedia Commons

Ozeane kommen nur auf einem einzigen Planeten in unserem Sonnensystem vor. Denn allein die Erde hat genügend Wasser und die richtige Temperatur, um Ozeane zu bilden. Die Meere sind eng mit der Erdgeschichte verknüpft, weil Sedimente, die von den Kontinenten abgetragen wurden, durch die Flüsse in die Ozeane gelangt sind. An den Gesteinsschichten und verschiedensten Formen von Fossilien und Sedimenten können unterschiedliche geologische Ereignisse und der Wandel der Kontinente abgelesen werden. Die Ozeane sind die natürliche Lebensgrundlage unseres blauen Planeten und regulieren größere Prozesse, die sich auf der Erde abspielen. Sie sind die Hauptlieferanten von Wasser, Erdöl- und Erdgasspeichern mit einem hohen Potenzial an Kohlenstoff und einer enormen Wärmeaufnahmefähigkeit.

Die Wissenschaft vom Meer

Ozeane kommen nur auf einem einzigen Planeten in unserem Sonnensystem vor. Denn allein die Erde hat genügend Wasser und die richtige Temperatur, um Ozeane zu bilden. Die Meere sind eng mit der Erdgeschichte verknüpft, weil Sedimente, die von den Kontinenten abgetragen wurden, durch die Flüsse in die Ozeane gelangt sind. An den Gesteinsschichten und verschiedensten Formen von Fossilien und Sedimenten können unterschiedliche geologische Ereignisse und der Wandel der Kontinente abgelesen werden. Die Ozeane sind die natürliche Lebensgrundlage unseres blauen Planeten und regulieren größere Prozesse, die sich auf der Erde abspielen. Sie sind die Hauptlieferanten von Wasser, Erdöl- und Erdgasspeichern mit einem hohen Potenzial an Kohlenstoff und einer enormen Wärmeaufnahmefähigkeit.

Die Ozeanographie, zu Deutsch “Meereskunde oder “die Wissenschaft vom Meer, unterteilt sich in vier Fachgebiete:

  • die physikalische Ozeanographie befasst sich mit der Bewegung des Wassers;
  • die chemische Ozeanographie behandelt die chemischen Vorgänge in den Meeren;
  • die Meeresbiologie untersucht das marine Leben;
  • die Meeresgeologie interessiert sich für die Struktur und den Wandel des Meeresbodens.

Wenn man heute von Ozeanographie spricht, ist damit meist die physikalische gemeint. Ziel dieser Geowissenschaft ist es, ein Bild von der Strömungs- und Wassermassenverteilung und den komplexen Bewegungsvorgängen im Meer und seiner Wechselwirkung mit der Atmosphäre zu bekommen. Außerdem gilt es, die Rolle des Ozeans bei Klimaänderungen und umweltrelevanten Problemen zu untersuchen. “Wir Ozeanographen beschäftigen uns mit einem faszinierenden Medium, dem Wasser der Ozeane, seinen Eigenschaften und seiner Dynamik - eine Faszination, die mehr ein Gefühl und nicht logisch erklärbar ist, beschreibt Dr. Peter Brandt, wissenschaftlicher Assistent und Studienberater des Studienganges Ozeanographie an der Universität Kiel, seinen Forschungsgegenstand.

Kurz & bündig

Ozeanographen erforschen die Bewegungsvorgänge im Meer (Wellen, Gezeiten, Wirbel, Strömungen) und die Wechselwirkung von Ozeanen und Atmosphäre. Die Datengewinnung erfolgt dabei durch Schiffsmessungen, beispielsweise von Temperatur, Salzgehalt und Strömungsgeschwindigkeit im Meer, durch Messungen von verankerten und frei treibenden Geräten, aber auch durch Satellitenbeobachtungen. Diese Beobachtungsdaten werden in enger Wechselwirkung mit verschiedenen Computermodellen ausgewertet, die sowohl realistische Simulationen verschiedener Bewegungsordnungen als auch eine Identifizierung möglicher Klimaszenarien in Vergangenheit oder Zukunft ermöglichen.

Wo arbeiten Ozeanographen?

“Ozeanograph ist ein Wissenschaftsberuf, bestätigt Peter Brandt. Obwohl das Interesse an der Ozeanographie in der Öffentlichkeit in den achtziger Jahren wegen steigender Umweltverschmutzung und globaler Klimaänderung stark zugenommen hat, sind die Berufsaussichten außerhalb des Wissenschafts- und Forschungsbereiches mäßig. Auch gibt es nur verhältnismäßig wenige Studierende dieser Fachrichtung. Die Grundlagenforschung in der Ozeanographie wird hauptsächlich an den Hochschulinstituten Kiel und Hamburg sowie an den Universitätsstandorten Bremen, Oldenburg und Rostock betrieben. Ozeanographen können dort als wissenschaftliche Angestellte, Beamte oder Hochschullehrer tätig sein.

Außerhalb der Grundlagenforschung an Universitäten können die Meeresforscher bei Instituten der Meeres- oder Klimaforschung, beispielsweise bei dem Alfred Wegener Institut, dem Potsdam Institut für Klimafolgeforschung, dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, bei den Wasser- und Schifffahrtsdirektionen von Bund und Ländern, oder bei der Forschungsanstalt der Bundeswehr für Wasserschall- und Geophysik arbeiten. Die Möglichkeit, sich selbständig zu machen und zum Beispiel eine Gutachtertätigkeit für Behörden auszuüben, Satellitendaten auszuwerten oder Messgeräte zu entwickeln und zu verkaufen, ist natürlich auch gegeben.

Was genau machen Ozeanographen?

Die Tätigkeit des Ozeanographen lässt sich in drei Bereiche gliedern: Messungen, Datenauswertung beziehungsweise Interpretation und Modellentwicklung und -auswertung. Ein festumrissenes Arbeitsfeld gibt es dabei nicht, sondern jeder Ozeanograph setzt seinen Schwerpunkt in einem dieser Gebiete. Der “romantische Aspekt des messenden Teils der ozeanographischen Arbeit wird meist überschätzt. Denn nur ein geringer Teil der Ozeanographen fährt überhaupt zur See, und die Zeit, die dabei auf einem Forschungsschiff verbracht wird, ist nur ein Bruchteil der eigentlichen Arbeitszeit. “Ich verbringe etwa einen Monat im Jahr auf dem Schiff, um Daten zu gewinnen und das ist schon relativ viel, bestätigt Ozeanograph Dr. Peter Brandt. Den größten Teil seiner Arbeitszeit verbringt der Meeresforscher also an seinem Schreibtisch, meist vor dem Computer und ist mit der Analyse von Daten und Computersimulationen beschäftigt.

Für die Auswertung der zur Verfügung stehenden Daten sowie für die Erstellung von Computermodellen ist die Kenntnis von Programmiersprachen unerlässlich, Statistik und Zeitreihenanalyse bilden außerdem wesentliche Hilfsmittel. Zur Interpretation von beobachteten Bewegungsvorgängen im Meer sind Modellvorstellungen erforderlich. Diese Modelle beruhen auf mathematischen oder physikalischen Gleichungssystemen, die die Dynamik des Meeres beschreiben. Mit Hilfe dieser Modelle werden dann verschiedene physikalische Szenarien berechnet. “Computersimulationen von Strömungen und Wellen sind neben konventionellem Messen und Dateninterpretation ein wesentliches Hilfsmittel des Ozeanographen, verrät Dr. Peter Brandt von der Uni Kiel. Mit solchen Simulationen kann man zum Beispiel ein physikalisches Verständnis der Bewegungsvorgänge in Ozean und Atmosphäre gewinnen, die vom Menschen verursachten Einflüsse auf das Klima untersuchen oder auch Sturmfluten vorhersagen.

Alle drei Tätigkeitsfelder, also Messung, Datenauswertung und Modellentwicklung dienen dann dazu, kausale Zusammenhänge im Meer erklären zu können. Untersuchungsgegenstand von bestehenden Projekten sind beispielsweise mehrjährige Schwankungen von Wassermassen- und Transportprozessen im Nordatlantik und ihre Bedeutung für die Kohlendioxid-Aufnahme des Ozeans oder Systemveränderungen von Nord- und Ostsee, die Rückschlüsse auf Klimaveränderungen und darauf folgende Klimaprognosen geben sollen.

Die Ozeanographie ist im Wesentlichen Grundlagenforschung. Nur mit einem soliden Wissen aus dem Bereich der experimentellen und theoretischen Physik und der Mathematik kann diese Arbeit bewerkstelligt werden. “Begeisterung für Mathematik und Physik ist die Grundvoraussetzung für unseren Beruf, erläutert Ozeanograph Brandt. Die Ergebnisse dieser kausalen Interpretationen werden dann meist in englischsprachigen Veröffentlichungen den Fachkollegen vorgestellt. Gute Englischkenntnisse verstehen sich deshalb von selbst. Trotz der diffizilen Arbeit mit unendlich vielen Daten am Computer ist Dr. Peter Brandts Fazit: “Als Ozeanograph ist es möglich, kreativ und selbständig zu arbeiten und seinen eigenen Ideen nachzugehen.

Wer ist geeignet?

Für diesen Beruf eignen sich vor allem:

  • Diplom-Ozeanographen/-Ozeanographinnen
  • Diplom-Ingenieure/-Ingenieurinnen – Geowissenschaften

Für Aufgaben in bestimmten Teilgebieten der Ozeanographie:

  • Absolventen eines Studiums der Physik, Geowissenschaften, Mathematik, Biologie oder auch Informatik

Wo und wie studieren?

Den Diplom-Studiengang Ozeanographie gibt es an zwei Universitäten in Deutschland: an der Christian Albrecht Universität in Kiel und an der Universität Hamburg. Im viersemestrigen Grundstudium in Kiel werden den Studierenden Grund- und Methodenwissen in den Gebieten Mathematik, Physik und Ozeanographie vermittelt. Das sechssemestrige Hauptstudium besteht aus den Fächern Physikalische Ozeanographie, Theoretische Ozeanographie, einem Wahlpflichtfach (Experimentalphysik, Theoretische Physik oder Meteorologie) und einem zweiten Wahlpflichtfach mathematischer, naturwissenschaftlicher oder ingenieurwissenschaftlicher Richtung. Während des Studiums müssen die Studierenden an einem ozeanographischen Praktikum an Bord eines Forschungsschiffes teilnehmen.

Ein alternativer Berufszugang ist das Studium der Geoingenieurwissenschaften und Angewandten Geowissenschaft an der Technischen Universität Berlin. Weil sich die Ozeanographie bei ihrer Erforschung mit der Physik des Ozeans und seinen Wechselwirkungen mit der Atmosphäre auch mit vielen Teilgebieten beschäftigt, sind in der Praxis auch Absolventen eines Studiums der Physik, Geowissenschaften, Mathematik, Biologie oder auch Informatik geeignet. An welchen Hochschulen diese Studiengänge angeboten werden, erfährt man unter Studien- und Berufswahl im Internet.

Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Meeresforschung e.V. Universität Hamburg,

Bundesstraße 55
D-20146 Hamburg
Tel.: 040/42838-6221
Fax: 040/42838-5235
E-Mail: dgm@meeresforschung.de
http://www.meeresforschung.de

Geomar Forschungszentrum für marine Geowissenschaften

Wischhofstraße 1-3
D-24148 Kiel
Tel.: 0431/600-0
Fax: 0431/600-2922 (Marine Geodynamik)
http://www.geomar.de/

Zentrum für Meeres- und Klimaforschung

Bundesstraße 55
D-20146 Hamburg
Tel.: 040/42838-4523/5
Fax: 040/42838-5235
E-Mail: walter.lenz@dkrz.de
http://www.uni-hamburg.de/Wiss/SE/ZMK/

Überblick über Meeresforschung in Deutschland


http://www.meeresforschung.de/

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