Raus aus ... München
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Raus aus ... München

Bild: Foto: Lukas Beck, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die grobe Richtung für alle (richtig guten) Freizeitvergnügen heißt dabei immer: Süd. Denn im Grunde dreht sich freizeitmäßig alles um Berge oder Seen und um ein paar Schlösser drumherum. Die Qual der Wahl ist groß – doch hier sind die (vielleicht) schönsten Klassiker.

München ist nicht nur angeblich die nördlichste Stadt Italiens sondern auch die Stadt mit dem größten Freizeitwert Deutschlands. Alle Münchner – Einheimische wie „Zuagroaste“ würden dies natürlich sofort unterschreiben! Und auch wenn man selbst mitten in der Stadt im Englischen Garten spazieren, radeln und inlineskaten oder in einem der vielen Biergärten mit einer Maß unter Kastanien entspannen kann: Irgendwann zieht’s jeden raus aufs Land ...

Vier Himmelsrichtungen: Süd

Die grobe Richtung für alle (richtig guten) Freizeitvergnügen heißt dabei immer: Süd. Denn im Grunde dreht sich freizeitmäßig alles um Berge oder Seen und um ein paar Schlösser drumherum. Die Qual der Wahl ist groß – doch hier sind die (vielleicht) schönsten Klassiker.

Kleine Seeromantik

Ganz klar: Wer „mal schnell raus“ will, fährt an den Starnberger See. Mit dem Auto gelangt man in einer halben Stunde ans Nordufer, nach Starnberg, mit der S-Bahn dauert’s kaum länger – und man darf Fahrräder mitnehmen. Der See ist 27 Kilometer lang und 5 Kilometer breit – sportliche Strampler schaffen die Umrundung mühelos. Doch auch Teilstücke genügen und rund um den See findet jeder seinen Platz. Wer sich unter Reich und Schön wohlfühlt, lässt sich an der Starnberger Seepromenade auf der Holzterrasse des „Undosa“ nieder oder sonnt sich am zugehörigen Strand. Wer es traditioneller mag, kann per Auto (mit kurzem Fußweg), Rad, Inlineskates oder Dampfer zum „Gasthaus zum Fischmeister“ nach Ambach am Ostufer fahren und sich mit raffinierten Fischgerichten verwöhnen lassen. Ganz in der Nähe liegen auch die beiden großen „Erholungsgebiete“ mit den schönsten Badeplätzen, Alpenblick inklusive. Possenhofen am Westufer bietet Kultur: Der Ort ist bekannt für sein Schloss, in dem Kaiserin Sissi mit Familie die Sommermonate verbrachte. Im historischen Bahnhof (erbaut von König Kudwig II.), wo die Herrschaften stets auf ihre Kutsche warteten, ist ihr ein Museum gewidmet. Schloss Possenhofen befinden sich zehn Gehminuten entfernt am Seeufer (nicht weit: der Badeplatz „Das Paradies“), und die legendäre Roseninsel, wo sich Kaiserin Elisabeth mit König Ludwig II. traf, liegt etwa 30 Minuten weiter südlich. Modernere Kunst gibt’s im „Buchheim Museum der Phantasie“ in Bernried. Hier warten im Park am Seeufer die Expressionismus-Sammlung von Günther Buchheim und andere Nebenausstellungen täglich auf ihre Besucher.

Große Alpenpanoramen: das Dach der Republik

Ein nicht unwichtiges Wort zur Anfahrt: Nach Garmisch kommt man vom Münchner Hauptbahnhof per Zug in eineinhalb Stunden. Mit dem Auto geht’s eine halbe Stunde schneller – vorausgesetzt, man kommt nicht zugleich mit allen anderen auf die Idee und steht (hin wie her) bei Oberau im Stau. Also gilt: Am besten früh raus und früh zurück – oder noch zum Abendessen bleiben und erst nach dem Stau wieder in die Großstadt rauschen. Ein Vorteil des Autos: Damit lässt sich auch der lohnende Abstecher ins König-Ludwig-Schloss Linderhof in Ettal machen.

Legendäres Dreigestirn: Tegernsee, Schliersee, Wendelstein

Highlight Nummer drei ist, wen wundert’s: noch ein See – nein zwei! – und noch ein Berg – und noch mehr drumherum: Mit dem Auto auf der A 8 Richtung Salzburg, dann übers Land geht’s zum Tegernsee, Schliersee und Wendelstein – oder mit der BOB (Bayerische Oberland-Bahn), die an allen prägnanten Orten Halt macht. Dort angekommen lässt man sich treiben. Ambitionierte Hobbyläufer drehen eine Runde um den Schliersee, Wanderer stiefeln hoch zur Schliersbergalm oder von Rottach-Egern am Tegernsee zur Moni-Alm, Mountainbiker finden unzählige Touren, um sich die Beine zu vertreten. Und auch eine Fahrt mit der Bergbahn auf den Wendelstein, der liebevoll „Haltestelle zum Bayernhimmel“ genannt wird, lohnt. Hier befinden sich eine Sternwarte, Wetterwarte und ein Geopark, der auf vier Wegen durch 250 Millionen Jahre Erdgeschichte führt – in die Zeit, als der Wendelstein noch ein Korallenriff vor der Küste Nordafrikas war. Autofahrer oder fitte Radfahrer können sich noch die Passstraße zum Spitzingsee vornehmen und von dort aus wunderschön in die Valepp spazieren (oder einfach weiterradeln), auf eine Einkehr im denkmalgeschützten Forsthaus Valepp (Probieren Sie unbedingt eines der Gerichte mit Hirsch, Reh oder Gams aus dem Revier!). Und wer lieber unten bleibt und trotzdem nach all der Bergluft und Historie Hunger hat, sollte den Ausflug mit einem Stopp im legendären Café Winklstüberl in Fischbauchau krönen. Die Sammlung alter Kaffeemaschinen (mehr als 600!) ist beachtlich, die Kuchentheke episch, die Stücke sind riesig.

Langer Rede, kurzer Sinn: Das Motto für „Raus aus München“ heißt: Seeluft schnuppern, Wanderstiefel schnüren, Berglandschaft aufsaugen, Schmankerl schmecken lassen. Viel falsch machen kann man da nicht. Denn den Bayern kann man vieles nachsagen – aber genießen, das können sie. Fast wie die Italiener mit ihrem Dolce Vita...

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