Das Land
Der Inselstaat Malta besteht aus der Hauptinsel gleichen Namens, den Nebeninseln Gozo und Comino sowie mehreren unbewohnten Felseilanden. Sie sind die höchsten Erhebungen einer ehemaligen Landbrücke zwischen Sizilien und Afrika. Sie wurden schon früh von Menschen besiedelt und von Seefahrern zu allen Zeiten wegen der zentralen Lage im Mittelmeer geschätzt. Odysseus soll hier bei der göttlichen Nymphe Kalypso verweilt haben; der Apostel Paulus erlitt vor Maltas Küsten Schiffbruch. Als zeitweilige Heimstatt der "Malteser", der Ritter vom "Orden des heiligen Johannes von Jerusalem", ist Malta berühmt geworden, ebenso als unversenkbarer Flugzeugträger des Britischen Empire für die Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Seit einigen Jahren wächst das Interesse der Touristen für die Insel-Republik, die über das typische Mittelmeerklima verfügt, das sonnenhungrige Urlauber besonders von Mai bis Oktober verwöhnt.
Geschichte
Die ersten menschlichen Siedlungen entstanden schon in der Steinzeit. Die Tempelanlagen von Tarxien, Hagar Qim, Mnajdra oder Hal Saflieni zeugen von der hohen Kulturstufe jener Zeit. Zwischen 1000 und 600 v. Chr. haben Phönizier die Inseln besetzt. Ihnen folgten bis 218 v. Chr. die Karthager, die Römer und Byzantiner bis 870 und die Araber bis zum Jahre 1090. Sie alle hofften, aus der geographischen Lage militärische und wirtschaftliche Vorteile für sich ziehen zu können. Eine Reihe fremder Herrscher folgte, bis im Jahr 1530 Malta von Kaiser Karl V. (1500-1558) den Ordensrittern überlassen wurde, die durch die Osmanen von der Insel Rhodos vertrieben worden waren. Die Ordensritter prägten Land und Leute am nachdrücklichsten, sie veränderten das Aussehen der Insel besonders durch die gigantischen Befestigungsanlagen von Valletta, der heutigen Hauptstadt. Steine, das Hauptmerkmal der Insel, wurden in wehrhafte und kunstvolle Formen gebracht, damit Malta als Vorposten der Christenheit gegen das Osmanische Reich dienen und sich zugleich durch zahlreiche Kirchen dieser Bestimmung würdig erweisen konnte.
Napoleon übernahm 1798 auf dem Weg nach Ägypten, ohne einen Schuss zu verlieren, die Macht über Malta. Nach nur zweijährigem französischem Zwischenspiel traten die Briten an die Stelle der Ordensritter, in der Absicht, die Insel im Kreuzungspunkt der Hauptschifffahrtslinien des Mittelmeers für ihre Machtinteressen zu nutzen. Sie blieben über 150 Jahre. Ihre Kolonialherrschaft endete zwar 1964, doch dauerte es noch zehn Jahre, bis aus der maltesischen Selbständigkeit innerhalb des Commonwealth eine unabhängige Republik wurde.
Die Insel-Republik heute
Die Malteser sind hervorgegangen aus den Nachkommen ihrer Eroberer. Auch die Sprache ist eine Mischung aus Arabisch und italienischen, aber auch griechischen Dialekten. Maltesisch ist neben Englisch Staatssprache, Italienisch wird verstanden und oft auch gesprochen. Die Malteser gehören fast ausnahmslos der römisch-katholischen Kirche an, die einen großen Einfluss auf das gesellschaftliche und politische Leben ausübt.
Zwei Parteien teilen sich, zuweilen auf des Messers Schneide, die Gunst der Wähler: die konservative und marktwirtschaftlich orientierte Nationalistische Partei und die Labour Party. Die Regierungsmacht liegt seit 2004 in der Hand des Ministerpräsidenten Lawrence Gonzi. Im selben Jahr wurde Malta Mitglied der EU. Seit Januar 2008 ersetzt der Euro die maltesische Lira.
Malta: Daten und Fakten
| Das Land | |
| Lage | Südeuropa; zwischen 35° 48' und 36° nördlicher Breite sowie 14° 10' und 14° 35' östlicher Länge |
| Grenzen | Allseitig Mittelmeer |
| Zeitzone | MEZ |
| Fläche | 316 km2 (40 % Ackerland) |
| Ausdehnung | NW-SO 45 km |
| Landesnatur | Im W Plateau, im N Landschaft aus Bergrücken und Senken, im NO Tieflandzone, im S und SW Hügelland |
| Höchster Punkt | Bingemma Hights (253 m) |
| Klima | Mittelmeerklima; Malta 19,8 °C/663 mm |
| Sehenswürdigkeiten | Hauptstadt Valletta; Tempel von Tarxien; Hagar Qim; Hypogäum (unterirdische Kultstätte von Hal Saflieni); Tempel von Ggantija auf Gozo; frühchristliche Katakomben und Grotte des hl. Paulus in Rabat |
| Die Menschen | |
| Bevölkerung | 392 000 Ew. (Malteser) |
| Bevölkerungswachstum | +0,9 % |
| Bevölkerungsdichte | 1241 Ew./km2 |
| Stadtbevölkerung | 90 % |
| Analphabetismus | 14 % |
| Geburtenziffer | 1,3 % |
| Sterbeziffer | 0,8 % |
| Lebenserwartung | Frauen 78 Jahre, Männer 74 Jahre |
| Religion | Römisch-katholische Kirche |
| Sprache | Maltesisch und Englisch; Italienisch |
| Wichtige Städte | Sliema, Birkirkara, Rabat |
| Wirtschaft | |
| Währung | 1 Euro = 100 Cent |
| Bruttoinlandsprodukt | 2,46 Mrd. US-$ |
| BSP je Einwohner | 9210 US-$ |
| Anteil der Wirschaftssektoren am BIP | Landwirtschaft 3 %, Industrie 26 %, Dienstleistungen 71 % |
| Erwerbstätige | Landwirtschaft 2 %, Industrie 26 %, Dienstleistungen 72 % |
| Arbeitslosigkeit | 5,3 % |
| Inflationsrate | 2,1 % |
| Importgüter | Halbfertigwaren, Maschinen, Nahrungsmittel |
| Exportgüter | Maschinen und Transportmittel, Textilien, Kartoffeln, Gemüse, kunsthandwerkliche Erzeugnisse |
| Handelspartner | EU-Länder, USA |
| Straßen | 1604 km |
| Staat | |
| Amtlicher Name | Republik Malta; Repubblika ta' Malta |
| Hauptstadt | Valletta |
| Regierungsform | Parlamentarische Republik |
| Staatsoberhaupt | Staatspräsident |
| Regierungschef | Ministerpräsident |
| Verwaltungsgliederung | 6 Bezirke mit 60 Gemeinden |
| Legislative | Gesetzgebende Versammlung mit max. 69 auf 5 Jahre gewählten Abgeordneten |
| Nationalfeiertag | 21. September |
| Geschichte | |
| 1000 v. Chr. | Phönizische Kolonie |
| 218 v. Chr. | Eroberung durch Rom |
| 1530 | Kaiser Karl V. übereignet die Inseln dem Malteserorden |
| 1814 | Malta wird britische Kronkolonie |
| 1921 | Malta erhält begrenzte Selbstverwaltung |
| 1947 | Malta erhält eine neue Verfassung und erweiterte Autonomie |
| 1964 | Malta erlangt die Unabhängigkeit als konstitutionelle Monarchie |
| 1974 | Malta wird Republik |
| 1990 | Malta beantragt die EG-Mitgliedschaft, zieht den Antrag ab 1996 zurück |
| 1998 | Erneuerung des Beitrittsgesuchs zur EU |
| 2003 | Referendum für EU-Beitritt |
| 2004 | Lawrence Gonzi wird neuer Premierminister, Malta wird Mitglied der EU |
| 2008 | Malta feiert die Einführung des Euro |
| 2009 | George Abela übernimmt das Amt des Staatspräsidenten |




