Reisetipp: Entdeckungen in der Toskana
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Reisetipp: Entdeckungen in der Toskana

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Im Norden: Kunstschätze und schöne Strände

Im Norden: Kunstschätze und schöne Strände

Ok, einmal noch Pisa ist erlaubt. Schließlich ist der Schiefe Turm erst wieder seit Dezember 2001 zu besteigen. Danach gehts gen Osten über Lucca nach Cullodi. Im Parco di Pinocchio mit vielen übergroßen Figuren und Buchszenen fühlen sich vor allem Kinder wohl. Die älteren dagegen wissen ein Bad in den Quellen von Montecatini oder Monsummano zu schätzen...

Oder nach Norden, zu den Marmorsteinbrüchen von Carrara, die weiß wie Schnee leuchten. Weiter zum Baden an die Küste, 329 Kilometer besitzt die Toskana. Die schönsten Strände im Norden sind an der Riviera di Versilia zu finden, wo fast nur Einheimische baden. Mondän geht es in Viareggio zu: alte Palazzi wechseln sich ab mit renovierten Hotels aus der Gründerzeit. Der Sandstrand ist fein, die Eintrittspreise sind happig, aber dafür bieten die Strandbäder zusätzlich noch einen Swimmingpool an. Opernfreaks sollten einen ausgedehnten Spaziergang in die kleine Nachbarstadt Torre del Lago machen und die Villa von Giacomo Puccini bewundern.

Die Inseln: Elba, Giglio & Co.

Elba ist das bekannteste und größte Eiland der Toskana, aber bei weitem nicht das einzige. Bekanntester Besucher der Insel, die wie ein Puzzlestück aussieht, war Exilant Napoleon Bonaparte. Seine „Villa dei Mulini“ ist zu besichtigen. Doch auch die beiden kleinen Nachbarinseln Pianosa und Montecristo dienten als Verbannungsorte.

Aussteiger und Ruhesuchende siedeln sich dagegen gern auf Capraia an, Luxusurlauber auf Giglio. Millionenschwere Jachten liegen dichtgedrängt im Hafen von Porto Ercole auf der Halbinsel Monte Argentario nebeneinander. Abends wird an den Bars und Restaurants entlang der Mole flaniert, morgens stilecht an Bord gefrühstückt, dann stechen die Bootsbesitzer in See. Zurück an Land bleiben nur eine Handvoll Touristen - allein unter Italienern. Traumhaft.

Der Westen: Buchten und Burgen

Schön ist der Strand in Populonia an der Bucht von Baratti, wo in grauer Vorzeit die Schiffe nach Elba abfuhren. Nun werden hier die Handtücher ausgebreitet, um sich in der Sonne zu aalen. Wer genug davon hat, besichtigt das mittelalterliche Kastell mit Blick bis Elba oder den archäologischen Park mit Grabkammern aus der Etruskerzeit.

Treffpunkt der Schönen und Reichen ist die Uferpromenade mit dem Jachthafen an der Halbinsel Punta Ala. Doch viel schöner als dieser Retortenort ist der Strand, der sich entlang der Halbinsel zieht. Einfach da aussteigen, wo viele Autos stehen, Sonnenschirm einpacken, zwei Minuten den Trampelpfad durch den Pinienwald entlang trotten und dann baden.

Etwa eine Fußballhalbzeit dauert die Fahrt mitten ins Herz des Toskanischen Erzgebirges, nach Massa Marittima. Trotz des maritim klingenden Namens ist das Meer nur bei extrem guten Wetter vom Turm der Stadtmauer zu sehen. Der Nabel Massas pocht auf dem Domplatz, einem vollständig renovierten Mittelalterensemble. Nach einer Besichtigung des Doms sollte man sich wieder weltlichen Dingen zuwenden. Einem leckeren Eis beispielsweise, mit dem man durch die Fußgängerzone und die Seitengassen flaniert und die Symbole der einzelnen Stadtteile an den Hauswänden sucht.

Zweimal im Jahr (zweiter Sonntag im August und So. nach dem 20. Mai - Eintritt) treten die Stadtteile (Contrada) beim Armbrust-Wettkampf „Balestro del Girifalco“ gegeneinander an. Ihr Contrada ist den Italienern fast genauso heilig wie „Mamma“ - und das muss was heißen.

Übrigens: Die braunen, neu aussehenden Hinweisschilder um Massa zu den Terme del Bagnolo sind ein Schildbürgerstreich. Mehr als fünf Jahre haben die Themen schon geschlossen!

Gebirgig ist dieser Teil der Toskana mit Straßen, die sich die Berghänge hinaufschlängeln und auf denen der Kilometer mindestens doppelt zählt. Immer wieder lugen kleine Dörfer, die mittags regelmäßig in einen Dornröschenschlaf verfallen, aus dem Wald hervor. Einfach mal aussteigen, anschauen und entdecken, ob sie nun Scarlino (Burgruine der Aldobrandeschi, die hellroten Ziegeldächer leuchten schön im Sonnenuntergang), Gavorrano (altes Schloss) oder Monterotondo Marittimo (gelbgetünchte Wallfahrtskirche) oder wie auch immer heißen.

Südliche Toskana: Thermen und Tarot

Flach fast wie das Polderland ist Holland ist die Region um Grosseto, die Maremma heißt. Stickig und malarienverseucht war die Gegend einst, bis sie im 18. Jahrhundert trockengelegt wurde. Hauptanziehungspunkt in Grosseto ist der Dom in der Fußgängerzone. Erstaunlicherweise sind es die Herren der Schöpfung, die sich am Vormittag auf den Domstufen zu einem Schwätzchen treffen. Steht die Sonne dann mittags im Zenit, wirkt die Stadt wie ausgestorben.

Hektisch ist Grosseto nur am Donnerstag. Dann werden entlang der rostroten Stadtmauer flink die Marktstände aufgebaut: nachgemachte Fußballtrikots, Schnickschnack für Heim und Herd, echte und unechte Lederschuhe und -beuteln, Dessous von klein bis knapp, die neueste italienische Mode, alles ist zu finden. Da landet selbst bei hartnäckigen Einkaufsmuffeln das eine oder andere Stück in der Tasche.

Magenfreundliche 80 Kilometer die Autostrada nach Süden, in Capalbio runter und der Ausschilderung zum „Giardino dei Tarocchi“ folgen - ein Ort wie ein Wunderland. Die im Mai verstorbene Künstlerin Niki de Saint Phalle hat hier überlebensgroße Skulpturen aufgestellt, die die 22 Tarotkarten symbolisieren sollen. In einer, der Herrscherin, hat sie selbst gewohnt, mit Kühlschrank, Bad, Dusche und einem Esszimmer, das mindestens 40 Quadratmeter hat. Apropos Essen: Da vor Ort nur Bücher verkauft werden, sollte unbedingt Wasser und vielleicht ein Picknick ins Ausflugsgepäck. Und vielleicht eine Tragetuch, denn die Wege für Kinderwagen sind beschwerlich.

Das Gesehene verdauen klappt am besten bei einem Bad in den heißen Quellen von Saturnia. Vorausgesetzt, der schwefelhaltige Geruch kitzelt nur in der Nase und nicht im Magen!

Last, but not least, wartet keine zehn Kilometer Luftlinie entfernt noch ein anderes „Dreieck“ auf Besucher: die etruskischen Dörfer Sovana, Sorano und Pitigliano. Alle drei begeistern durch ihre Lage auf strahlendem Tuffstein, mittelalterliche Gassen und etruskische Gräber, dieNekropolen.

Buch-Tipps

Online bestellen:

ADAC Reiseführer: Toskana.

ADAC Reisemagazin: Toskana.

Lonely Planet: Tuscany (engl.)

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