Hermanus - Aug in Auge mit den Walen

Hermanus lockt alljährlich zahlreiche Touristen an. Denn der Küstenort rund 80 Kilometer östlich von Kapstadt ist das Mekka der Wal-Fans. Von der eiskalten Antarktis kommend, versammeln sich zwischen Juni und Dezember die Südlichen Glattwale zu Hunderten an der Südküste Afrikas, um in den wärmeren Gewässern zu kalben und ihre Jungen großzuziehen.
Hermanus’ felsige Küste bietet einen perfekten Aussichtspunkt für dieses einzigartige Naturschauspiel – ein Abstecher ist daher ein absolutes Muss. Oft kommen die “Southern Rights” bis auf wenige Meter an die Küste heran und man fragt sich unwillkürlich, wer hier eigentlich wen beäugt. Der Name stammt aus der Walfangzeit und bezieht sich darauf, dass die Glattwale die „Richtigen“ waren, weil sie viel von dem begehrten Tran enthielten. „Southern“ bezieht sich auf das Vorkommen südlich des Äquators. Anfang des letzten Jahrhunderts waren die bis zu 17 Meter langen und 60 Tonnen schweren Tiere fast ausgerottet. Mittlerweile tummeln sich dank strenger Schutzmaßnahmen wieder bis zu 2000 dieser Meeressäuger in den Gewässern vor Südafrika.
Wer einmal das Lobtailing, also das laute Klatschen einer Walflosse auf die Oberfläche, sehen beziehungsweise hören konnte, wird unvergessliche Eindrücke mit nach Hause nehmen. Die besten Vorführungen geben die aufgeweckten Riesen im September. Dann findet auch das alljährliche „Hermanus Whale Festival" statt: Eine gelungene Touristenattraktion mit Theater- und Musikaufführungen, Märkten und diversen Sportveranstaltungen.
Im Old Harbour Museum wird Walfang wieder lebendig: Zahlreiche Bilder und alte Waffen entführen in die Geschichte des Walfangs. Eine witzige Idee ist die Sonarverbindung vom Meer zum Museum - so werden per Hydrophon die geheimnisvollen Sänge der Glattwale live übertragen.
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