Als Ausgangspunkt für eine Reise durch Südkorea bietet sich Seoul an. Die Hauptstadt des Landes hat einschließlich der Metropolregion mehr als 20 Millionen Einwohner. Fast 45 Prozent der gesamten koreanischen Bevölkerung lebt und arbeitet hier. Seoul, das bedeutet wimmelndes Leben zwischen Tradition und Moderne.
Einen guten Überblick über diesen Trubel bekommen Touristen von dem in der Mitte der Stadt gelegenen Berg Namsam aus. Hier steht der Fernsehturm, von dessen Aussichtsplattform auf 138 Metern Höhe sich ein atemberaubender Blick auf die Skyline der Kultur- und Wirtschaftsmetropole eröffnet. Wie in fast jeder modernen Großstadt prägen auch in Seoul hohe Wolkenkratzer das Bild. Doch dazwischen lassen sich immer wieder Relikte vergangener Zeiten entdecken.
Seouls Königspaläste
Als Hauptstadt der Joseon-Dynastie, die Korea mehr als 500 Jahre lang regierte, verfügte Seoul einst über sechs Paläste - fünf davon sind bis heute erhalten geblieben. Der größte dieser Bauwerke ist der Gyeongbokgung, den der Dynastiegründer König Taejo im Jahre 1395 errichten ließ. Beeindruckend sind hier vor allem die kunstvoll verzierte Thron- und Audienzhalle sowie der Gyenghoeru - ein gewaltiger von 48 Säulen getragener Pavillon, in dem bedeutende Staatsbankette stattfanden.
Im Herzen eines weitläufigen Parks, wenige Schritte östlich des Gyeongbokgung, erhebt sich eine weitere stolze Palastanlage: der Changdeokgung. Das 1405 errichtete Bauwerk galt unter vielen Königssöhnen als das beliebteste und ist seit 1997 Weltkulturerbe der UNESCO.
Naturparadies am Taebaek-Gebirge
Historische Tempel, zahlreiche Museen sowie die Hanok-Viertel mit ihren traditionellen Häusern runden das Programm der kulturellen Sehenswürdigkeiten ab. Doch Seoul hat auch atemberaubende Natur zu bieten: Der etwa 78 Quadratkilometer große Nationalpark Bukhansan liegt im Norden der Stadt und ist ein wahres Paradies für Wanderer.
Mit der Schnellbahn gerade einmal anderthalb Stunden von Seoul entfernt liegt die Provinz Gangwon-do. Hier befindet sich nicht nur der Austragungsort der 23. Olympischen Winterspiele - sondern mit dem Seoraksan auch ein weiterer beliebter Nationalpark der Koreaner. Das Gebiet rund um den imposanten Hauptgipfel des Taebaek-Gebirges wartet mit tosenden Wasserfällen, weiten Wäldern, mystischen Höhlen und heiligen Tempeln auf.
Das Hawaii Koreas
Wer jetzt noch nicht genug Natur gesehen hat, sollte unbedingt einen Abstecher auf das Hawaii Südkoreas einplanen, die Vulkaninsel Jejudo. Sie liegt rund 85 Kilometer südlich der koreanischen Halbinsel und ist von subtropischem Klima geprägt. Hier können Besucher an schönen Stränden entspannen und Zeugen der brodelnden Kräfte der Erde begutachten: Der ruhende Schildvulkan Hallasan bildet das Zentrum der Insel, seine Hänge sind mit dunkelgrauem Gestein und Erde aus Vulkanasche bedeckt.
Den Nordosten von Jejudo durchzieht ein gewaltiges Lavaröhrensystem und draußen aus dem Meer erhebt sich der Sunrise Peak - eine vulkanische Landerhebung, die die UNESCO zum Weltnaturerbe gekürt hat.
Eintauchen ins Silla-Reich
Die im Südosten Südkoreas gelegene Stadt Gyeongju ist wiederum ein Muss für alle, die sich für Kultur und Geschichte begeistern. Denn Gyeongju war einst die Hauptstadt des Königreichs Silla. Prachtvolle Pagoden, Paläste und Tempel machen den Ort zu einem wahren Freilichtmuseum und zeugen bis heute von dieser Zeit aus der Geschichte Koreas.
Sehenswert sind hier unter anderem die Seokguram-Grotte mit ihrer Buddha-Statue sowie der Bulguksa-Tempel mit seinen Steinterrassen und der charakteristischen Holzarchitektur. Beide Stätten sind als herausragende Beispiele der buddhistischen Architektur ins Welterbe der UNESCO aufgenommen worden.
Entmilitarisiertes Niemandsland
Zu guter Letzt sollten vor allem Politikinteressierte auch die Demilitarisierte Zone (DMZ) besuchen. Dieser knapp 250 Kilometer breite Landstreifen ist weitestgehend Niemandsland und trennt seit dem Koreakrieg den Norden vom Süden. Die Militäreinrichtung der Joint Security Area, in der 1953 der Waffenstillstandsvertrag unterschrieben wurde, erzählt noch heute von dem einstigen Konflikt und kann von Touristen besichtigt werden. Die Kontrollen und Vorschriften für den Zugang zur DMZ sind allerdings streng. Besucher schließen sich daher am besten einer geführten Tour an.




