Bereits der Weg zum Kyoto-Protokoll war kein leichter. Doch nach langem Ringen – leider ohne Beteiligung der USA – wurde 1997 das Kyoto-Protokoll verabschiedet. Man einigte sich auf einen Prozentsatz, um den die Emissionen der Treibhausgase zurückgeschraubt werden sollten. Doch die teilnehmenden Länder haben unterschiedliche Emissions- reduktionsverpflichtungen. Während z.B. Deutschland, Österreich und die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 8 % reduzieren müssen, dürfen andere Staaten genauso viel Emissionen ausstoßen wie 1990. Dazu gehören z.B. Russland und Neuseeland.
Spielraum für die Länder
Um den Ländern eine realistische Chance einzuräumen, die vorgegebene Reduktion von Treibhausgasen umsetzen zu können, wurde die sogenannte Verpflichtungsperiode I eingeführt. Selbst wenn also im ersten Jahr der vorgegebene Wert in Deutschland beispielsweise nicht erreicht wird, heißt dies nicht, dass das Kyoto-Protokoll gescheitert ist. Vielmehr wird sich Deutschland dann anstrengen müssen, die Reduktionen in den nächsten drei Jahren umzusetzen.
Die Berechnung des Erfolgs der ersten Verpflichtungsperiode anhand des ersten Jahres, ist deshalb kompliziert. Denn selbst wenn Deutschland und andere EU-Staaten ihrer Verpflichtung nachkommen, so ist dies kein Garant für das weltweite Gelingen des Kyoto-Protokolls. Einen Ausblick in die Zukunft wird man erst wagen können, wenn das Sekretariat der Klimarahmenkonvention im November 2008 seinen Bericht zum bisherigen Umsetzen des Protokolls veröffentlicht.
Was passiert nach 2012?
Auf der UN-Klimaschutz-Konferenz im Dezember 2007 auf Bali haben sich Delegierte aus rund 180 Ländern darauf geeinigt, bis 2009 ein weltweites Folge-Klimaschutz-Abkommen auf den Weg zu bringen. Die sogenannte "Bali Roadmap" ist eine tragfähige Verhandlungsgrundlage für ein internationales Klimaschutzregime für die Zeit nach 2012, dem Ende der Laufzeit des Kyoto-Protokolls. Ganz wichtig: Auch die USA, China und Indien wollen sich daran beteiligen. Für Ende 2009 ist die Unterzeichnung eines globalen Klimaschutzabkommens in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen vorgesehen.
Die UN-Klimakonferenz im Dezember 2008 im polnischen Posen stellt auf dem Weg nach Kopenhagen eine wichtige Zäsur dar. Wünschenswert wäre etwa die Vereinbarung der wesentlichen Eckpunkte des künftigen Übereinkommens für die Zeit nach 2012 - und dessen Verabschiedung auf der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009.




