Taxi! Taxi!
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Taxi! Taxi!

Bild: Foto: Dronepicr, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Vorab sei gesagt: Ich wohne nicht weit vom Stadion, in dem in Kürze Vorrundenspiele und schließlich eines der Halbfinale der WM ausgetragen werden - eigentlich nur einen Katzensprung. Aber das ist ja auch egal, denn wenn man rein will, zum Spiel, will man rein, und zwar rechtzeitig, und wenn man das nicht schafft bis zum Anpfiff, dann ist es völlig gleichgültig, von wo aus man zu spät kommt.

Hauptverkehrsmittel Minitaxi

Vorab sei gesagt: Ich wohne nicht weit vom Stadion, in dem in Kürze Vorrundenspiele und schließlich eines der Halbfinale der WM ausgetragen werden - eigentlich nur einen Katzensprung. Aber das ist ja auch egal, denn wenn man rein will, zum Spiel, will man rein, und zwar rechtzeitig, und wenn man das nicht schafft bis zum Anpfiff, dann ist es völlig gleichgültig, von wo aus man zu spät kommt.

Ich versuche es also mit dem Minibus oder auch Minitaxi. Das ist eines der Hauptfortbewegungsmittel in Südafrikas Metropolen, wenn auch nicht vergleichbar mit europäischen U-Bahnen oder gar Linienbussen. Die Mini-Taxis sind eine Geschichte für sich. Schon, weil sie nicht dem Staat gehören, sondern privaten Kleinstunternehmern. Und weil sie anders funktionieren.

Wer braucht schon eine Haltestelle?

Es fängt damit an, dass ich mich am Straßenrand sichtbar platziere (wer braucht schon eine Bushaltestelle?). Lautes Hupen kündigt schon eine halbe Ewigkeit vorab an, dass sich ein Minitaxi nähert. Ich hebe meine Hand, aber das ist gar nicht nötig, denn Minitaxis halten per se für jeden und alles, das am Straßenrand wartet. (Es sollen schon Verkehrsschilder befördert worden sein, dann aber wieder rausgeschmissen, weil sie nicht bezahlen konnten).

Eine Schiebetür springt auf und entgegen quillt mir ein undefinierbarer Geruch, den ich hier lieber nicht beschreiben möchte. Das Taxi ist proppenvoll, aber der Fahrer winkt mich neben sich auf den halben Sitz. "Wohin?", fragt er mit starkem Akzent. "Zum Stadion" antworte ich. Und schon brausen wir los.

Das Radio explodiert

Das nächste, was passiert: Das Radio explodiert. Ich halte mir die Ohren zu und realisiere dann, dass ich mich geirrt habe. Das Radio ist noch da, aber auf volle Lautstärke gestellt. Ich weiß nicht, wie die anderen Mitfahrer dieses Gemisch aus Rap und Heavy Metal aushalten, aber ich rüttele den Fahrer am Arm. Mein verzweifelter Blick veranlasst ihn immerhin, die Lautstärke kurz runterzudrehen. Wir sind jetzt seit etwa zehn Minuten unterwegs und haben gefühlte drei Dutzend Mal angehalten und Fahrgäste eingeladen.

Ein Mobiltelefon schellt in der letzten Reihe des Busses. Jemand brüllt in einer Sprache, die ich nicht verstehe, eine Frau mit einem Kleinkind auf dem Schoß packt ein Sandwich aus. Kann man die Nase anhalten wie den Atem? Ich trainiere das, obwohl ich nicht weiß, wie man das trainiert. Der Fahrer bietet mir ein Karamelbonbon an, ich lehne ab. Wer Körperkontakt nicht mag, der hat hier wirklich nichts zu suchen, denke ich.

Ich sehe jetzt schon das Rondell des Stadions. Gleich sind wir da. Die Frau mit Kind und Sandwich steigt an der Tankstelle aus, hinter uns gestikuliert wild eine aufgetakelte Blondine in einem viel zu teuren Sportwagen, weil sie nicht weiterfahren kann wegen unseres Stopps.

Und jetzt nur noch zurück nach Hause

Jetzt bin endlich ich dran. "Stadion", brüllt der Fahrer (für wen eigentlich, ich sitze doch neben ihm?). Freundlich schüttelt er mir die Hand, während ich ihm zunicke.

Gerade mal zehn Rand (einen Euro) hat mich diese echt afrikanische Fahrt gekostet. Und dabei waren das immerhin rund sechs Kilometer durch den dicksten Feierabendverkehr.

Ich stehe vor dem Stadion und denke, dass Minitaxi-Fahren eigentlich gar nicht so schlecht ist – sofern man weiß, was einen erwartet. Und schon stehe ich wieder am Straßenrand, schließlich muss ich ja irgendwie wieder zurück nach Hause. Und da hupt es auch schon wieder.

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