Ziele des dritten Berichts
Wir sind noch zu retten – so lautete noch das Fazit des dritten Berichts zum Klimawandel des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), der 2001 in Bangkok vorgestellt wurde. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Frage nach den Kosten, die aufzwenden sind, um die Erderwärmung unter die als bedenklich bewerteten 2 % zu drücken und ob das aus technologischer Sicht derzeit überhaupt machbar sei. Wie schon bei den zuvor veröffentlichten Berichten gab es beim Weltklimarat auch diesmal ein zähes Ringen um die Formulierungen. Und wiederum wird der Bericht in den Medien extrem kontrovers diskutiert. Der dritte Bericht rückte die wissenschaftlichen, technologischen, ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte der Begrenzung des Klimawandels in den Fokus. Die Wissenschaftler der rund 100 teilnehmenden Länder untersuchten dabei in erster Linie die Trends bei Treibhausgas-Emissionen und wie eine wirtschaftlich übergreifende Begrenzung bis und auch nach 2030 mit den geeigneten Richtlinien und Maßnahmen aussehen könnte. Mittlerweile liegt ein fünfter Bericht vor, der diverse Fehler und Mängel der vorangegangenen Berichte einräumt. Ja, zu retten sind wir nach wie vor. Dennoch ist akuter Handlungsbedarf.
Treibhausgas-Emissionen steigen noch immer – die Klimakiller
Zwischen den 1970er- und 2000er-Jahren haben sich die Treibhausgas-Emissionen um 70 Prozent erhöht. Tendenz: steigend! Der größte Anteil stammt dabei aus dem Energie-Sektor, aber auch die direkten Emissionen aus Verkehr, Industrie, Bodennutzung, Landwirtschaft und Forstwirtschaft sind gestiegen.
Endlich handeln
Der Weltklimarat ist sich einig, dass mit den bestehenden Richtlinien und den damit zusammenhängenden Praktiken für eine nachhaltige Entwicklung, die Treibhausgas-Emissionen nicht abnehmen werden. Sollte es gelingen, die Treibhausgas-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts um 50 bis 80 % zu senken, dann gibt der Weltklimarat Menschheit und Erde noch eine Chance.
Kosten der Erderwärmung
Nach Überzeugung der Wissenschaftler sind die Kosten für eine Senkung der Treibhausgas-Emissionen verhältnismäßig gering. Nur 0,1 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts reichten demnach aus, um die Erderwärmung mit unter 2 % in Schach zu halten. Die Kosten für die Bewältigung großer Katastrophen wie lang anhaltende Dürreperioden, Überschwemmungen und die daraus resultierenden Epidemien und Flüchtlingsströme seien rund 20 Mal so hoch.
Begrenzung bis 2030
Mit den geeigneten Maßnahmen kann dem gegenwärtigen Trend zur Erderwärmung entgegengesteuert werden. Die Studie zählt dazu beispielsweise einen Emissionshandel, der umweltfreundliche Technologien begünstigt. Weiter sollen erneuerbare Energien verstärkt genutzt und fossile Brennstoffe langfristig verschwinden. Für die Landwirte sollen finanzielle Anreize für eine effiziente Nutzung von Düngemitteln geschaffen werden.
Auch der Einzelne ist gefragt
Positiv auf die Umwelt würde sich auch eine Änderung des Lebensstils und menschlicher Verhaltensmuster auswirken. Einfache Beispiele dafür sind etwa eine spritsparende Fahrweise, aber auch eine bewusste Entscheidung für eine energiesparende Lebensweise.
Die Datenbank
Die Ergebnisse des Berichts gehen auf eine über 1.000 Seiten umfassende Analyse zurück. Dafür wurden keine eigenen Daten erhoben, sondern alle wissenschaftlichen Arbeiten in einem Gutachten zusammengefasst.




