Auf einem steilen, hohen Felsen wacht seit rund einem Jahrtausend beherrschend Edinburgh Castle über die schottische Hauptstadt. Von den vielen Bastionen der mächtigen Burg schweift der Blick über den tief unten liegenden, sattgrünen Princes Street Garden, über den schnurgeraden Flanierboulevard Princes Street, weiter über das Häusermeer bis an die blauen Wasser des breiten Firth of Forth und bei klarem Wetter sogar noch bis zur Halbinsel Fife im Norden. Pünktlich jeden Tag um 13 Uhr wird von der Festung ein donnernder Salutschuss abgefeuert, der weit zu hören ist und nach dem die Leute in der Stadt und im Umland ihre Uhren stellen.
Alljährlich findet in der zweiten Augusthälfte das größte Kulturfest der Welt, das Edinburgh Festival, statt, zu dem über 2 Mio. Besucher von nah und fern herbeiströmen. Konzerte, Ballettveranstaltungen, Theateraufführungen, Dichterlesungen und viele weitere Darbietungen kommen auf die Bühnen der Stadt - insgesamt sind es über 2000 Veranstaltungen! In dieser Zeit ist natürlich auch viel auf den Straßen los.
Athen des Nordens
Schon vor derartigen Großveranstaltungen nannte Theodor Fontane die schottische Metropole bewundernd "Athen des Nordens". In der Tat herrscht an sommerlich schönen Tagen eine mediterrane Stimmung in der Stadt, etwa wenn es auf dem Grassmarket keinen freien Platz mehr gibt.
Nach wie vor trifft auf Edinburgh die Kurzcharakteristik von Sir Walter Scott zu, der die Kapitale »My own romantic town« nannte. Glücklicherweise überholt ist mittlerweile der wenig poetische Beiname "The Auld Reekie", "Die alte Verräucherte", den Edinburgh seinen früher beständig rauchenden Kaminschloten verdankte. Der wirkliche Name der Stadt leitet sich von der gälischen Bezeichnung Dun Eidean ab, was so viel wie "Festung am Hügelhang" bedeutet.
Angesichts der landschaftlich attraktiven Lage auf seit Jahrtausenden erloschenen Vulkanen, sowie im Norden gesäumt von den blauen Fluten des Firth of Forth, kann man Robert Louis Stevenson wohl glauben, dass "kaum ein Ort für die Ansiedlung der Hauptstadt eines Königreiches besser gewählt worden sei und es keinen edleren Platz für eine solch noble Residenz geben kann".




