Yalla – auf nach Jordanien
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Yalla – auf nach Jordanien

Bild: Foto: Flocci Nivis, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ich will wieder dorthin reisen. Wegen den netten und unaufdringlichen Menschen, wegen der unvergesslichen Nacht in der Wüste, wegen der wuseligen und orientalischen Metropole Amman, den leckeren Falafeln, der vielen historischen Spuren, der beständigen sommerlichen Temperaturen. Aber jetzt mehr davon

Amman – die Orientalische

Keine vier Stunden dauert ein Direktflug von Deutschland nach Amman. Und trotzdem taucht man bei Ankunft in der Hauptstadt Jordaniens in eine vollkommen andere Welt ein – in eine fremde, laute, bunte und orientalische, aber auch moderne.

Um gleich eine gute Orientierung und den besten Überblick über die ganze Stadt zu bekommen, steigt man am besten auf die Zitadelle am Jebel al-Qalaa. Von dem Ruinenfeld mit zahlreichen Ausgrabungsprojekten aus verschiedenen Zeitepochen hat man einen prächtigen Blick auf die Altstadt.

Wenn man sich dann in die alten und engen Gassen der Altstadt begibt, kann man allerdings schnell den Überblick verlieren. Haushaltswaren, Kleidung, Gewürze, Musikinstrumente, Wasserpfeifen, Goldschmuck, Süßwaren, Obst, Gemüse, Räucherstäbchen und jede Menge frische Pfefferminze – alles ist vor oder in den unzähligen, kleinen Läden oder Marktständen in Jebel Amman zu finden. Bewegt man sich die Rainbow Street hinauf, zeigt sich das modernere Leben der Stadt. Schicke Boutiquen, Galerien, Cafés und Restaurants reihen sich aneinander. Hier sitzen junge Menschen, die Shishas und die Aussicht auf gegenüberliegende Hügel genießen. Da Amman auf 1000 Meter liegt, bietet die Metropole auch an den heißesten Tagen noch ein angenehmes Klima.

Mein Lieblingscafé: Das Café Wild Jordon in der Osman bin Affan Street. Hier kann man leckerste Fruchtcocktails – natürlich ohne Alkohol - trinken und schaut auf die gegenüberliegende Stadt.

Von Amman aus lohnt sich ein Ausflug nach Jerash. Die alte römische Provinzstadt, nur 40 Kilometer nördlich von Amman, lag Jahrhunderte unter Wüstensand begraben. Erst vor 70 Jahren begann man mit der Ausgrabung der Stadt, die ihre Blütezeit im 2. und 3. Jahrhundert unter römischer Herrschaft erlebte.

Schwerelos im Toten Meer

Bewegen wir uns vom hochliegenden Amman Richtung Westen und fahren mehr als steil hinunter. Dort wartet das Tote Meer, 400 Meter unter dem Meeresspiegel, mit vielen Wellnessangeboten auf seine Gäste. Große Hotelketten wie Mövenpick und Kempinski oder das älteste (aber modernisierte) Dead Sea Spa Hotel haben sich am Wasser angesiedelt. Man kann hier viele "Sterne" buchen und in einem trockenen Wüstenklima den hohen Salzgehalt des Meeres und die scheinbar immer scheinende Sonne genießen.

Wer einen Wellnessaufenthalt in besonders schöner Lage schätzt, der sollte an die heißen Quellen unweit des Toten Meeres fahren. Das Evason Ma’In Hot Springs bietet Entspannungsurlaub vor einer spektakulären Naturkulisse – direkt am Wasserfall.

Nach so viel Erholung ist wieder Aktivität angesagt und deshalb könnte der nächste Stopp das mit 320 km2 größte Naturreservat des Landes sein. Der berühmte King’s Highway, der von Amman nach Aqaba führt, kommt direkt am Dana-Reservat vorbei. Das gleichnamige historische Dorf ist Ausgangspunkt für Wanderungen, die in eine grandiose Canyon-Landschaft führen.

Ein Schatz – das Schatzhaus


Und weiter geht es zur Hauptattraktion von Jordanien – Petra. Die alte Nabatäer-Stadt, die vor über 2000 Jahren in dem roten Sandstein erschaffen wurde, sollte wegen der Lichtverhältnisse aber auch wegen der erträglichen Temperaturen am frühen Morgen oder bei Abendlicht besichtigt werden. Zunächst wandern Sie durch eine schmale Felsschlucht (Siq) die über 80 Meter hoch ist. Am Ende der Schlucht taucht plötzlich das überwältigende Schatzhaus auf, das zu den meist fotografierten Motiven Jordaniens gehört.

Wenn man sich weiter in die verlassene Felsstadt begibt, kann man erkennen, welche Bedeutung die Hauptstadt des Nabatäer-Reiches in der Antike haben musste. Etwa 800 Monumente sind in und um Petra erhalten.


Eine Nacht mit Sternschnuppen

Stille Nächte, einen berauschenden Sternenhimmel mit Sternschnuppen und das Gefühl unglaublicher Weite können Sie in einer Nacht in der Wüste Wadi Rum erleben. Am "Eingang" der Wüste - in der Stadt Rum - leben heute viele Beduinen, die Wüstentouren mit Jeep oder Kamel, mit Übernachtung in schwarzen Ziegenhaarzelten oder ohne Übernachtung anbieten. Spätestens, wenn man an den "Sieben Säulen der Weisheit" vorbeikommt, kann man dem Abenteuer-Feeling von Lawrence von Arabien nachspüren und will mehr von den imposanten Felsformationen aus Sandstein sehen.


Die Touren in die Wüste können nur mit einem Führer unternommen werden. Ein besonders gesprächiger Beduine und Führer ist Zidane. Er betreibt mit seinen vielen Brüdern und Cousin das Lager Zidane Al-Zalabieh (Tel 03/203 4177, mobil 079/550 6417).

Nur etwa eine Stunde von der Wüste entfernt bietet sich das Kontrastprogramm. Hier wartet das Taucherparadies am Roten Meer. Bei beständigen 24 bis 25 Grad Wassertemperatur kann man sich das ganze Jahr im Wasser mit Seepferdchen, Korallen und anderen Wassertieren tummeln. Aqaba ist ein überschaubarer Hafenort, der auch zum Bummeln einlädt und gute Strände zum Baden bietet.

Wandertouren durch Wadis, orientalisches Flair in Amman, Nächte in der Wüste, Spaziergänge auf historischen Pfaden, Tauchen in einer bunten Unterwasserwelt – alles ist möglich in diesem kleinen einzigartigen Land. Deshalb möchte ich bald wieder nach Jordanien reisen. "Yalla" – wie die Jordanier sagen, "auf geht’s"!.

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