Welchen politischen Sonderweg beschritt England?
Welchen politischen Sonderweg beschritt England? England entwickelte sich im 17. Jahrhundert, nicht zuletzt infolge zweier sozial und religiös motivierter Revolutionen, von einer absolutistischen zu einer parlamentarischen Monarchie. Eine Schlüsselrolle spielte dabei das Parlament, das seit dem späten 13. Jahrhundert aufgrund seines Steuerbewilligungsrechts ein Gegengewicht zum Königshaus bildete. Der Versuch von König Karl I. (Reg. 1625–1649), ab 1629 unter Ausschaltung des Parlaments absolutistisch zu regieren, scheiterte. Als er 1637 den Schotten die anglikanische Kirche aufzwingen wollte und sich daraufhin schottische Geistliche empörten, brauchte er höhere Einkünfte, um den Aufstand bekämpfen zu können – und war auf die Zustimmung des Parlaments angewiesen. Dieses verweigerte Karl I. nicht nur das Geld, es ließ auch die beiden mit der Ausführung des Edikts betrauten Politiker hinrichten. Ferner führten die Parlamentarier regelmäßige Tagungsabschnitte (= Unabhängigkeit von Einberufungen durch den König) ein und nahmen sich das Recht, Militärbefehlshaber zu ernennen.