Das Stützgerüst – Garant für Stabilität und Bewegung

Das Stützgerüst – Garant für Stabilität und Bewegung Haut, Skelett und Muskulatur bilden das Stützgerüst unseres Körpers. Gemeinsam stabilisieren und bewegen sie den menschlichen Körper und geben ihm seine äußere Form. Dabei ist die Haut – mit ihren Anhangsgebilden Haare und Nägel – der einzige sichtbare Teil des Stützgerüstes. Sie bildet eine vollständige Hülle um den gesamten Körper, ist aber viel mehr als nur ein passives Schutzorgan. Sie verteidigt den Organismus gegen eindringende Krankheitserreger, dient dem Wärme- und Wasserhaushalt und fungiert zudem als Sinnesorgan, das zwischen dem Körper und seiner Umgebung vermittelt. Unter der Haut befinden sich die Knochen sowie die daran ansetzenden Muskeln, die sie bewegen. Die Knochen sind untereinander zu einem Gerüst – dem Skelett – verbunden, das stabil und dennoch verhältnismäßig leicht ist. Es dient dem Körper als Stütze. Zudem verhilft es ihm zu großer Bewegungsvielfalt. Dazu bedarf es jedoch flexibler Verbindungen zwischen den einzelnen Knochen des Skeletts. Dies ermöglichen Gelenke, deren unterschiedlichste Formen dem Menschen eine Vielzahl von einfachen bis sehr komplizierten Bewegungen erlauben. Dabei werden große Gelenke wie das Schulter- oder das Kniegelenk von starken Bändern gestützt. Die Muskeln, die die Knochen des Skeletts miteinander verbinden, bestehen aus hochspezialisierten Zellen. Sie haben die einzigartige Fähigkeit, Energie in Muskelkontraktionen und damit in Bewegung umzuwandeln. Unter der Kontrolle des Gehirns entsteht so die Fähigkeit zu komplizierten und koordinierten Bewegungsmustern, wie wir sie von den anmutigen Bewegungen einer Tänzerin oder der handwerklichen Geschicklichkeit eines Uhrmachers kennen. Haut: Mittler zwischen Außen- und Innenwelt Wie schwer ist die Haut? Die Haut eines Erwachsenen wiegt zehn bis elf Kilogramm. Dabei hat sie eine Oberfläche von etwa zwei Quadratmetern. Damit ist die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers. Die Haut und die Hautanhangsgebilde Haare und Nägel werden oft als Körperhülle bezeichnet, da sie den Körper wie ein schützender Mantel umgeben, der die inneren Organe und Strukturen vor Verletzungen und Schäden bewahrt. Die Haut stellt nicht nur eine Schutzbarriere gegenüber Einwirkungen der Außenwelt dar, sondern spielt auch eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Homöostase, dem Gleichgewicht des inneren Milieus. Wo ist die Haut am dünnsten? Die dünnsten Hautbereiche befinden sich auf den Augenlidern. Hier ist die Haut nur 1,5 Millimeter stark. Dagegen ist sie an den Fußsohlen etwa 4 Millimeter dick. Die Stärke der Haut richtet sich nach der Körperregion und der dort benötigten Schutzfunktion oder Sensibilität. Der Aufbau der Haut mit den beiden Schichten Ober- und Lederhaut ist jedoch an allen Körperbereichen gleich. Als Oberhaut (Epidermis) wird die äußere, verhornte Hautschicht bezeichnet, die die darunter liegende Lederhaut schützt und das Keratin bildet. Keratin ist ein kräftiges, faseriges Eiweiß, das vielen chemischen Substanzen und Umwelteinflüssen widersteht. In der Oberhaut befinden sich außerdem die Melanozyten, die für die Produktion von Melanin zuständig sind. Diese chemische Substanz ist für unsere Hautfarbe verantwortlich und schützt die Haut vor den schädlichen Einwirkungen der Sonne. Aus der untersten Schicht der Oberhaut schieben sich die immerwährend neu produzierten Ersatzzellen an die Oberfläche. Auf ihrem Weg zur äußersten Schicht füllen sie sich langsam mit Keratin und flachen ab. Nach Erreichen der Hautoberfläche schilfern diese Zellen sich allmählich ab. Warum ist die Haut so wichtig? Während die Oberhaut unserer Körperhülle Schutz und Festigkeit verleiht, sorgt die untere Schicht, die Lederhaut (Corium oder Dermis) für Elastizität. Zwei verschiedene Arten von Proteinfasern (kollagene und elastische) ermöglichen bei Körperbewegungen die Elastizität der Haut. Die Lederhaut verfügt über ein ausgedehntes Netzwerk aus Blutkapillaren, Lymphgefäßen, Drüsen, sensorischen Nervenendigungen, Schweißdrüsen, Haarfollikeln und Haaraufrichtemuskeln, die das Haar bei Kälte aufrichten. Die Nervenendigungen innerhalb der Lederhaut nehmen von außen kommende Reize auf und leiten sie an das Gehirn weiter. Ihre Rezeptoren sind für den Tastsinn und das Empfinden von Schmerz, Temperatur und Druck zuständig. Auch die Haarfollikel sitzen in der Lederhaut. Sie sind jeweils mit einer Talgdrüse (Glandula sebacea) verbunden, die die ölige Talgflüssigkeit absondert. Talg, der aus Fetten und Wachsen besteht, wird an die Oberfläche von Haut und Haaren abgegeben, wodurch diese geschmeidig und Wasser abweisend werden. Unter der Lederhaut liegt die Unterhaut, die zum großen Teil aus Fettgewebe besteht. Sie dient zur Isolierung und unterstützt den Körper bei der Aufrechterhaltung einer konstanten Körperinnentemperatur. Warum schwitzen wir? Unser Körper schützt sich durch Schwitzen gegen Überwärmung. Bei körperlicher Anstrengung wird vermehrt Wärme über die Haut abgeführt. Die Schweißdrüsen scheiden Schweiß aus, der auf der erhitzten Hautoberfläche verdunstet. Die Verdunstung bewirkt eine Abkühlung des Bluts, das wiederum die Organe kühlt. Die Schweißflüssigkeit (Sudor) ist eigentlich geruchlos. Die Drüsen der Achselhöhlen und der Leistenbeuge scheiden jedoch eine Substanz aus, die im Zusammenwirken mit den Hautbakterien für einen individuellen Körpergeruch sorgt. Wussten Sie, dass … es etwa vier Wochen dauert, bis eine neu gebildete Hautzelle die Hautoberfläche erreicht und als Hautschuppe abgerieben wird? ein Erwachsener pro Jahr bis zu vier Kilogramm Hautschuppen verliert? Diese machen einen großen Teil des Hausstaubs aus. ein Mensch nicht erstickt, wenn er vollständig angemalt wird? Der Anteil der Haut an der Atmung beträgt nämlich nur ein Prozent. Allerdings behindert eine Ganzkörperbemalung die Schweißbildung, was zu Überhitzung und Kreislaufproblemen führen kann. bei einem Verbrennungsunfall die Überlebenschancen nur gering sind, wenn mehr als ¾ der Haut betroffen sind? Deutschland das europäische Land mit den meisten Sonnenstudios ist? Wer sich die südliche Sonne auf der Sonnenbank holt, setzt sich jedoch einem höheren Risiko aus, an Hautkrebs zu erkranken. Hilflos bei Frost und Fieber? Keineswegs. Auch die Regelung der Körpertemperatur wird teilweise von der Haut übernommen. Bei Kälte wird weniger Schweiß produziert und somit verbleibt die Wärme im Körper. Bei Hitze verdunstet eine größere Menge Schweiß auf der Haut und trägt zur Reduzierung der Körpertemperatur bei. Der von der Haut produzierte Schweiß enthält toxische Stoffwechselprodukte und andere organische Bestandteile, die zusammen mit Wasser und Natrium aus dem Körper ausgeschieden werden müssen. Auch die Bildung von Vitamin D gehört zu den Aufgaben der Haut. Dieses Vitamin unterstützt die Aufnahme von Kalzium ins Blut und ist für den gesunden Knochenbau unverzichtbar. Nicht zuletzt kommt der Haut eine wichtige Rolle bei der Übermittlung von Sinneseindrücken wie Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur zu. Die Haut schützt die inneren Körperorgane vor Verletzung, Austrocknung und vor der Wirkung der UV-Strahlung der Sonne. Als Teil der unspezifischen Immunabwehr bewahrt sie den menschlichen Körper vor Krankheiten. Wie kommt die Farbe in die Haut? Sie ist eigentlich schon drin. Die Hautfarbe wird nämlich durch die Pigmentmenge bestimmt, die die Melanozyten in der Haut produzieren. So haben Europäer im Gegensatz zu Afrikanern weniger Melanin und daher eine hellere Haut. An der Hautfärbung sind aber auch die in der Lederhaut verlaufenden Blutgefäße beteiligt. Eine gute Durchblutung macht die Haut rosig, eine geringe Sauerstoffsättigung des Bluts führt zur Blaufärbung der Haut. Schließlich bestimmt auch die Menge des Karotins in der Lederhaut die Hautfarbe mit – die gelbliche Hautfarbe der Asiaten geht auf einen hohen Anteil zurück. Welche Haut verträgt wie viel Sonnenlicht? Es kommt auf den Hauttyp an. Unsere Hautfarbe entsteht durch Einlagerung des bräunlich schwarzen Pigments Melanin. Melanin wirkt als natürlicher Sonnenschutz. Als Reaktion auf die UV-Strahlung erhöhen die Melanozyten nämlich ihre Melaninproduktion und verhindern so, dass UV-Strahlen in tiefere Gewebeschichten eindringen und sie schädigen können. Die Einlagerung von Melanin führt zur Bräunung der Haut. Menschen mit hellem Hauttyp produzieren weniger Melanin und müssen sich daher früher und besser vor Sonnenlicht schützen. Auch wenn eine gewisse Menge an Sonnenlicht durchaus positive Wirkungen zeigt – unter seinem Einfluss wird z. B. das unverzichtbare Vitamin D gebildet –, führt ein Zuviel an Sonnenstrahlung bei allen Hauttypen zu Zellschädigungen, Entzündungen und Hautabschälungen (Sonnenbrand). Die Hautalterung wird beschleunigt und das Hautkrebsrisiko steigt. Zu den wichtigsten Sonnenschutzmaßnahmen zählen die ausreichende Bedeckung der Haut durch Kleidung (auch im Wasser) und die häufige Verwendung eines Sonnenschutzmittels mit angemessenem Lichtschutzfaktor (LSF von mindestens 15). Kinder müssen besonders geschützt werden. Hemdchen mit Ärmeln, Kopfbedeckung und Sonnenschutzmittel sind beim Spielen in der Sonne unverzichtbar. Wie pflegen und schützen Sie Ihre Haut? Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen, trinken Sie ausreichend. Reduzieren Sie Ihren Konsum an koffeinhaltigen Getränken und vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholgenuss. Tabakrauch, Alkohol und Koffein vermindern die Versorgung der Haut mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen und können die Haut regelrecht aushungern. Dies führt zu verstärkter Faltenbildung. Setzen Sie sich nicht ungeschützt dem Sonnenlicht aus. Eine gewissenhafte Hauthygiene ist sehr wichtig. Benutzen Sie Seifen sparsam. Fetten Sie trockene Haut mit empfohlenen Substanzen. Entfernen Sie abends gewissenhaft und gründlich sämtliche Make-up-Reste. Sorgen Sie für genügend Bewegung an frischer Luft und vermeiden Sie Stress. Tragen Sie an kalten oder auch windigen Tagen eine Feuchtigkeitscreme auf, so dass die Haut durch die Witterungseinflüsse nicht abschuppt oder austrocknet. In Räumen mit Zentralheizung empfiehlt sich das Aufstellen eines Verdampfers, der die Luftfeuchtigkeit erhöht. Was bezeichnet der Hautarzt als … Akne? Die Erkrankung der Talgdrüsen betrifft vor allem die Haut von Gesicht, Brust und Rücken. Die gesteigerte Talgbildung und Verhornungsstörungen zeigen sich in Mitessern und eitrigen Knötchen. Neurodermitis? Bei dieser auch »atopisches Ekzem« genannten Erkrankung leiden die Menschen unter einer chronischen Entzündung der Haut. Besonders unangenehm sind der Juckreiz, die Hautschuppung und Krustenbildung. Ekzem? Dies ist eine entzündliche, nicht infektiöse Hautkrankheit. Sie kann als Reaktion auf äußere Einflüsse entstehen, beispielsweise als Allergie, oder anlagebedingt sein, z. B. als Neurodermitis. Psoriasis? Die nichtinfektiöse »Schuppenflechte« tritt durch überschießende Bildung der verhornenden obersten Hautschicht besonders an Ellenbogen, Knien, Händen und Rücken in Erscheinung. Herpes? Dieser durch Bläschenbildung charakterisierte Hautausschlag beruht auf einer Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus. Vitiligo? Die »Weißfleckenkrankheit« zeigt helle pigmentreduzierte Flecken auf der Haut, vorwiegend im Gesicht, am Hals und an den Händen. Albinismus? Hier liegt eine Farblosigkeit von Haut, Haaren oder der Iris des Auges durch die fehlende Bildung des Pigments Melanin vor. Haare: Individuelle Pracht Welche Aufgaben übernehmen die Haare? Sie vermeiden den Verlust von Körperwärme und schützen vor zu starker Sonnenstrahlung. Augenbrauen und Wimpern bewahren die empfindlichen Augen vor dem Eindringen von Fremdkörpern oder vor herabrinnender Schweißflüssigkeit. Haare dienen auch als Sensoren, die den leisesten Luftzug registrieren können. Schließlich tragen Haare zur persönlichen Identität bei. Gibt es am Körper haarlose Stellen? Ja. Die Lippen, die Brustwarzen, die Handinnenflächen und die Fußsohlen sowie einige Bereiche der äußeren Genitalien sind frei von Haaren. Wo befindet sich der Schutz gegen Verfilzen? Er wird durch die Schuppenschicht des einzelnen Haares gewährleistet, die das Haarinnere ähnlich einem Tannenzapfen umgibt. Das Haar selbst (Pilus) wächst aus einer Einbuchtung in der Kopfhaut, die als Haarbalg (Follikel) bezeichnet wird. Jeder Haarschaft besteht im Kern aus schwammigen Markzellen (Medulla). Sie werden durch eine dicke Schicht verhornter Zellen (Cortex) geschützt. Im Innern des Haarschafts befinden sich mit Keratin gefüllte Zellen, die auch in der Oberhaut zu finden sind. Die Haarzwiebel am unteren Ende des Haarbalgs enthält viele Blutgefäße, die die Haarzellen an der Haarwurzel mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Mit dem Haarfollikel verbunden ist eine Talgdrüse, die sich in die Einbuchtung entleert und mit ihrem Talgsekret Haare und Haut geschmeidig erhält. Mit dem Haarbalg ist außerdem ein Aufrichtemuskel (Musculus arrector pili) verbunden, der das einzelne Haar, je nach Temperaturverhältnissen, aufstellen kann. Können Haare warm halten? Nur bedingt. Die flaumige, weiche Behaarung, die den ganzen Körper des Fetus bedeckt, dient sehr wahrscheinlich als Isolierungsschicht und soll die Körpertemperatur des ungeborenen Kindes konstant halten. Beim Erwachsenen jedoch besteht die Körperbehaarung an den meisten Stellen nur aus relativ kurzen Haaren. Dadurch kann sie nur noch ungenügend zur Wärmeisolierung beitragen. Ein Teil dieses Temperaturregulierungsmechanismus ist jedoch immer noch vorhanden. Bei Kälte richten sich die Körperhaare auf – die so genannte Gänsehaut – und bilden ein hautnahes, warmes Luftpolster. Bei Hitze hingegen liegen die Haare flach am Körper an, so dass kühle Luft den Körper erreicht und die Schweißflüssigkeit leichter verdunsten kann. Kann unser Haar über Nacht ergrauen? Nein, auch nicht durch ein schreckliches Erlebnis. Graue Haare sind Ausdruck eines Alterungsprozesses und es sind die Gene, die diesen Alterungsprozess in Gang setzen. Genetisch bestimmt ist auch die Haarfarbe. Jeder Haarschaft enthält Melanin, ein dunkelbraunes natürliches Pigment, sowie Lufteinschlüsse. Die Haarfarbe hängt von der Menge des von den Melanozyten gebildeten Melanins ab. Die Information über die Menge ist im ererbten genetischen Code festgeschrieben. Eine hohe Melaninproduktion führt zu dunklem, eine geringe zu blondem Haar. Die geringere Melaninbildung und gleichzeitig vermehrte Lufteinschlüsse sind für die Veränderung der Haarfarbe und -struktur im Alter verantwortlich. Warum wachsen uns Haare? Ursprünglich boten die Haare dem Körper Schutz vor Hitze, Kälte und Stößen. Diese Funktionen werden heute größtenteils von unserer Kleidung übernommen. Doch Haare haben nach wie vor schützende Aufgaben. So halten Wimpern, Nasen- und Ohrenhaare Fremdkörper von den Organen fern, während die Augenbrauen verhindern, dass Schweiß in die Augen läuft. Die Schambehaarung dient indirekt der Fortpflanzung: Die Sexual-Lockstoffe im Körperschweiß haften auf behaarter Haut besser als auf glatter. Warum fallen Haare aus? Weil nach spätestens sechs Jahren ein Haar Platz für ein neues macht. So verlieren wir täglich 60 bis 100 Haare. Aus dem gleichen Haarfollikel kann noch etwa 10-mal ein neues Haar wachsen. Wussten Sie, dass … sich ein Haar etwa alle fünf Jahre erneuert? Würde man es in diesem Zeitraum nicht schneiden, wäre es etwa einen halben Meter lang. Schamhaare eine Lebenszeit von nur sechs Monaten haben? Daher bleiben sie auch nur so kurz. die Form des Haarquerschnitts bestimmt, ob ein Mensch glattes oder lockiges Haar hat? Ein runder Querschnitt der Haarwurzel lässt das Haar glatt fallen, während es sich bei einem schmalen Querschnitt zu Locken dreht. Wie wird das Wachstum der Haare unterstützt? Durch das Sexualhormon Testosteron. Es regt die Neubildung von Haarzellen an. Wie bei der Haut erfolgt das Haarwachstum durch Zellteilung. Die neuen Zellen werden innerhalb des Haarbalgs nach oben geschoben. Auf diesem Weg füllen sie sich mit Keratin, verhornen und sterben ab. Durch diesen Prozess entsteht ein einzelnes Haar. Das Wachstum der Kopfhaare folgt einem regelmäßigen Zyklus. Für drei bis fünf Jahre wächst das Haar etwa zwei Millimeter pro Woche. Dann tritt der Haarfollikel in eine Ruhephase ein, innerhalb derer es zur Trennung des Haars von der Haarwurzel kommt und es von einem nachdrängenden neuen Haar abgestoßen wird. Da die Wachstumszyklen der einzelnen Haare nicht synchron verlaufen, geht der Haarverlust meist unbemerkt vor sich. Ein Mensch verliert normalerweise täglich etwa 90 Kopfhaare, ohne dass dies sichtbar wird. Mit fortschreitendem Alter wird die Kopf- und Körperbehaarung langsam dünner. Die Keratinproduktion lässt nach und das Wachstum verlangsamt sich. Durch allmähliches Absterben der Melanozyten entstehen unpigmentierte Haare. Das Haar erscheint zunächst grau, danach weiß und bekommt eine gröbere Oberflächenstruktur. Wie halten Sie Ihr Haar gesund? Es gibt viele Tipps und Tricks für die Gesunderhaltung der Haare: Eine ausgewogene Ernährung ist unverzichtbar. Besonders wichtig ist die ausreichende Zufuhr von Vitamin A, D und E. Diese Vitamine sind meist in Fischöl, Eiern, Käse und intensiv gefärbten Gemüsen wie z. B. rotem Paprika, Spinat und Karotten enthalten. Regelmäßige körperliche Bewegung aktiviert den Kreislauf und führt so zu einer verbesserten Versorgung des Haarfollikels mit sämtlichen benötigten Nährstoffen. Das nachwachsende Haar sieht daher kräftig und gesund aus. Waschen Sie Ihr Haar regelmäßig mit mildem Shampoo. Hoch konzentriertes Shampoo führt zur Entfernung der gesamten natürlichen Schutzschicht. Wie häufig Sie das Haar waschen, hängt von Ihrem persönlichen Empfinden ab. Manche Menschen bestehen auf tägliches Haarewaschen, während andere eine wöchentliche Reinigung als ausreichend betrachten. Föhn, Lockenstab oder beheizbare Lockenwickler sollten auf keinen Fall täglich verwendet werden, denn die heiße Luft kann dem Haar schaden. Strapazierte Haare neigen zum Brechen und zu Spliss. Halten Sie den Föhn mindestens 15 Zentimeter vom Haar entfernt und trocknen Sie Ihr Haar mit der niedrigsten Temperatureinstellung. Nach einem Aufenthalt im Meerwasser oder in Chlorwasser sollten Sie Ihr Haar waschen und eine Pflegespülung anwenden. Das Haar wird sonst zu trocken und bricht leicht. Es empfiehlt sich, die Haare alle sechs Wochen schneiden zu lassen. Dies beschleunigt zwar nicht das Wachstum, lässt das Haar aber voller und kräftiger erscheinen. Benutzen Sie Bürste und Kamm mit abgerundeten Borsten, damit der Haarschaft nicht verletzt wird. Nasses Haar, das besonders leicht reißt, sollte überhaupt nicht gebürstet, sondern mit einem grobzahnigen Kamm vorsichtig ausgekämmt werden. Reinigen Sie Bürsten und Kämme regelmäßig mit Seifenwasser und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Verwenden Sie keine Gummibänder zum Zusammenbinden der Haare, da dies zum Brechen der Haare führen kann. Übermäßiger Haarausfall oder extrem trockenes Haar können auf ein hormonelles Ungleichgewicht hinweisen. In diesen Fällen sollte ein Arzt oder Therapeut zu Rate gezogen werden. Starker Haarausfall wird häufig auf zu viel Stress zurückgeführt. Lernen Sie, konstruktiv mit Stress umzugehen oder erlernen Sie Techniken zur Stressbewältigung und Entspannung. Was bezeichnet Ihr Hautarzt als … Hypertrichose? Die oft erblich bedingte »vermehrte Körperbehaarung« tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf. Die Intimbehaarung ist davon nicht betroffen. Hirsutismus? So wird ein männlicher Behaarungstyp bei Frauen genannt. Er ist entweder anlagebedingt oder Folge von Erkrankungen, bei denen von der Frau zu viele männliche Hormone produziert werden. Alopezie? Dies ist ein flächenhafter vermehrter Haarausfall oder gar totale Haarlosigkeit. Die »Glatze« wird meist durch männliche Geschlechtshormone ausgelöst. Hypotrichose? Die »verminderte Körperbehaarung« tritt selten auf – meist im Zusammenhang mit angeborenen Fehlbildungen oder Stoffwechselerkrankungen. Anoplura? Das sind die wenige Millimeter großen »Kopfläuse«, die Blut saugen und zudem ihre klebenden Eier im Haar ablegen. Nägel: Hüter des Fingerspitzengefühls Was haben Nägel und Haare gemeinsam? Unsere Nägel an Fingern und Zehen sind wie die Haare Anhangsgebilde der Haut. Auch die Finger- und Fußnägel bestehen hauptsächlich aus Keratin, einem äußerst widerstandsfähigen Eiweiß. Und auch bei den Nägeln besteht der sichtbare Teil aus toten Zellen. Finger- und Zehennägel (Unguis) bedecken schützend die Oberfläche der äußerst empfindlichen Finger- oder Zehenspitzen. Nägel helfen uns beim Ergreifen kleiner Gegenstände und unterstützen so die Feinmotorik oder verschaffen uns beim Kratzen Erleichterung. Ist der »kleine Mond« immer zu sehen? Nein. Der weiße, halbmondförmige Abschnitt am hinteren Nagelende, der Lunula genannt wird (lat. »kleiner Mond«), kann durch das Nagelhäutchen verdeckt sein. In der Regel ist er aber sichtbar. Er ist Teil der Nagelplatte, einem von drei Bereichen der Finger- und Fußnägel. Die Nägel bestehen aus dem freien Nagelende, der Nagelplatte und der Nagelwurzel. Das freie Nagelende ragt über Finger- oder Zehenspitze hinaus. Die Nagelplatte stellt den sichtbaren Teil des Nagels dar, während die Nagelwurzel, das untere Ende des Nagels, in die Haut eingebettet ist. Die Lunula stellt die Spitze der Nagelmatrix dar, den Bereich, in dem die neuen Nagelzellen gebildet werden. Die Nagelplatte wird zu beiden Seiten vom Nagelwall und an ihrem unteren Ende vom Nagelhäutchen eingerahmt. Sie ruht auf dem Nagelbett, dessen Aufbau dem der Oberhaut entspricht. Wachsen Nägel im Sommer schneller? Ja. Fingernägel wachsen mit einer Geschwindigkeit von etwa fünf Millimetern pro Monat. Dabei ist das Nagelwachstum im Sommer stärker als im Winter. Auch die einzelnen Lebensphasen wirken sich unterschiedlich auf die Wachstumsgeschwindigkeit aus. Am hinteren Ende des Nagelbetts liegt, unter der Haut verborgen, die Nagelmatrix, die für das Wachstum des Nagels zuständig ist. Die Zellen der Nagelmatrix teilen sich unaufhörlich und produzieren neue Zellen, die in Richtung Finger- und Zehenspitze geschoben werden. Auf diesem Weg füllen sie sich langsam mit dem widerstandsfähigen Keratin und sterben allmählich ab. Dadurch entsteht die Nagelplatte, die sich langsam über das Nagelbett schiebt. Die vorgeburtliche Entwicklung der Nägel beginnt im dritten Schwangerschaftsmonat. Zu Beginn bestehen sie nur aus einer verdickten Hautschicht, die als primäres Nagelfeld bezeichnet wird. Die Nägel beginnen ihr Wachstum von der Nagelwurzel her und sind erst im Lauf des neunten Schwangerschaftsmonats auf der Höhe der Finger- und Zehenspitzen. Mit fortschreitendem Alter lässt – wie bei den Haaren – auch das Wachstum der Nägel nach. Außerdem verdickt sich die Nagelplatte mit der Zeit. Dies ist eine Folge von Veränderungen in der Zellteilung und einer Verlangsamung des gesamten Kreislaufgeschehens im Alter. Zudem kann es aufgrund eines Vitaminmangels oder eines unregelmäßigen Zellwachstums in der Matrix zur Entwicklung von Nagelrillen kommen. Wie pflegen und schützen Sie Ihre Nägel am besten? Nägel lassen sich unkompliziert pflegen: Reinigen und schneiden Sie die Nägel regelmäßig. So lässt sich die Gefahr des Splitterns oder einer Infektion verringern. Schneiden Sie die Zehennägel immer gerade ab. Damit kann das Einwachsen der Nägel verhindert werden. Benutzen Sie die Fingernägel niemals als Werkzeuge. Tragen Sie beim Abwaschen oder Putzen Handschuhe. Zur Vermeidung von Pilzinfektionen unter den Zehennägeln sollten Sie Fußinfektionen sofort behandeln lassen. Es empfiehlt sich, die Strümpfe täglich zu wechseln. Bei starkem Fußschweiß sollten Sie Ihre Füße trocken halten. Tragen Sie nur Strümpfe oder Schuhe aus natürlichen Materialien, damit die Haut atmen kann. Ihre Ernährung sollte kalziumhaltige Nahrungsmittel berücksichtigen (Milchprodukte, Fisch und Blattgemüse). Ebenso wichtig sind Zink (Muscheln) oder Jod (in Seefischen oder durch Verwendung jodierten Speisesalzes). Was bezeichnet Ihr Hautarzt als … Paronychie? Der »Umlauf« oder die »Nagelfalzentzündung« ist eine eitrige Entzündung des hinteren oder seitlichen Nagelwalls mit schmerzhafter Schwellung und Rötung. Tinea? »Pilzinfektionen des Nagels« führen zu hartnäckigen Nagelentzündungen mit Verformung und Verfärbung der Nägel. Panaritium? Die eitrige Entzündung unter einem Finger- oder Zehennagel ruft einen starken, klopfenden Schmerz hervor. Zur Druckentlastung wird entweder ein kleines Fenster in den Nagel geschnitten oder der Nagel teilweise entfernt. Trommelschlegelfinger? Diese »Uhrglasnägel« mit kolbenförmiger Auftreibung der Fingerendglieder sind meist Folge einer langfristigen Minderversorgung mit Sauerstoff, beispielsweise bei einem angeborenen Herzfehler. Wussten Sie, dass … der Huf des Pferdes dem Nagel des Mittelfingers bzw. des Mittelzehs entspricht? die längsten Fingernägel bei einem Inder gemessen wurden? Ihre Länge betrug durchschnittlich 60 Zentimeter. nach einem vollständigen Nagelverlust ein neuer Nagel vier bis sechs Monate benötigt, bis er den Fingerkuppenrand erreicht? die schützende Wirkung von Nagellack durch die Anwendung von Nagellackentferner wieder aufgehoben wird? Das in den meisten Entfernern enthaltene Aceton entzieht dem Nagel nämlich Feuchtigkeit. Knochen, Knorpel und Bänder: Struktur und Halt Welche Funktionen hat das Skelettsystem? Das Skelettsystem bildet das stabile und dennoch leichte und flexible Knochengerüst, das den Körper stützt, ihn im Zusammenwirken mit den Muskeln formt und ihm Bewegungsfähigkeit verleiht. Zahlreiche, unterschiedlich geformte Knochen sind am Schutz der empfindlichen inneren Organe wie Gehirn, Herz und Lunge beteiligt. Zudem sind sie Produktionsstätten für Blutzellen und Speicher für Mineralien. Auch Knochen bestehen aus Gewebe, d. h. einer Ansammlung von Zellverbänden. Dieser Gewebetyp ist im Vergleich mit anderem Körpergewebe besonders hart. Was wird als Matrix des Knochens bezeichnet? Die Knochensubstanz. Sie ist auf eine reiche Blutzufuhr angewiesen und einem ständigen Prozess von Neu-, Auf- und Umbau unterworfen. Wie ist der Knochen aufgebaut? Die kompakte Knochenschicht (Kompakta) besteht aus mikroskopisch kleinen, parallel zum Knochen angeordneten Zylindern, die als Osteone oder Havers-Systeme bezeichnet werden. Hierin verlaufen die Blutgefäße tief in das Knocheninnere und versorgen die reifen Knochenzellen, die Osteozyten, mit Nährstoffen und Sauerstoff. Die spongiöse, d. h. schwammartige Knochenschicht ( Spongiosa ) hat eine wabenförmige Struktur, die von den so genannten Knochenbälkchen gebildet wird. Das Netzwerk von verstrebenden Bälkchen und Zwischenräumen erhöht die Gesamtstärke des Knochens, so dass er allen Biege- und Streckbelastungen gewachsen ist. Die Zwischenräume der spongiösen Knochenschicht und die Markhöhle der Röhrenknochen enthalten das Knochenmark (Medulla ossium). Zum Zeitpunkt der Geburt ist das Knochenmark rot und für die Produktion von roten und weißen Blutzellen zuständig. Im Lauf der Jahre wird das Mark in den Röhrenknochen, z. B. im Oberschenkelknochen, durch gelbes Fettmark ersetzt, das keine blutbildende Funktion mehr hat. Mit Ausnahme der Gelenkverbindungen ist jeder Knochen von der Knochenhaut (Periost) umhüllt. Warum ist ein Schlag gegen das Schienbein so schmerzhaft? Hier liegt die Knochenhaut direkt unter der Haut. Die Knochenhaut ist der schmerzempfindlichste Teil eines Knochens, weil sie neben Blutgefäßen ein feines Netz von Nerven enthält. Ansonsten besteht die Knochenhaut hauptsächlich aus zwei Zelltypen, die am kontinuierlichen Prozess des Aufbaus und der Erneuerung der Knochen beteiligt sind: Die Osteoblasten sind zuständig für den Knochenaufbau sowie die Einlagerung von Mineralien und Kollagen; die Osteoklasten sorgen für den Abbau von Knochensubstanz. Warum heilen Knorpelverletzungen nur schlecht? Knorpelgewebe wird nicht von Blutgefäßen versorgt, sondern erhält Nährstoffe aus den Umgebungsgeweben. Es regeneriert sich zudem nur schwer. Allerdings hält Knorpel starker mechanischer Beanspruchung stand. Er besteht aus widerstandsfähigen, aber dennoch flexiblen Bindegewebsfasern, den Kollagenfasern. Im menschlichen Körper kommen drei verschiedene Knorpelarten vor: Hyalinknorpel überzieht die Gelenkflächen und bildet eine glatte Schicht über dem Knochenteil des Gelenks. Faserknorpel findet sich in den Bandscheiben und anderen stoßabsorbierenden Gelenkscheiben. Elastischer Knorpel bildet die Ohrmuschel und die Nase. Sind Knochen auch untereinander verbunden? Ja, beispielsweise im Hüftgelenk. Dazu dienen streifenartige Bindegewebsstränge, die so genannten Bänder. Sie geben Gelenken und Knochen Halt. Sie wirken einerseits festigend auf das Knochengerüst und verleihen andererseits Flexibilität in der Bewegung. Ihre Anheftungsstellen an den Knochen sind starken mechanischen Belastungen ausgesetzt. Die Knochenoberflächen sind an diesen Stellen daher besonders eingerichtet: Sie weisen Leisten, Vorsprünge, spitze Fortsätze oder leichte Aufrauungen auf. Stark wie Stahl? Als Konstruktionsmaterial entspricht Knochen der Stärke von Stahl, ist aber sechsmal leichter. Diese Eigenschaften verdankt der Knochen seiner Grundsubstanz. Etwa ein Drittel der so genannten Knochenmatrix besteht aus kollagenen Bindegewebsfasern, die dem Knochen eine gewisse Flexibilität verleihen. Der Rest der Knochenstruktur setzt sich aus verschiedenen Mineralsalzen zusammen, hauptsächlich Kalziumphosphat, das dem Knochen seine Festigkeit gibt. Nicht zuletzt dient das Knochengewebe als Kalziumspeicher des Körpers. Skelett: Vollendeter Leichtbau Auf wie viele Knochen stützt sich der Mensch? Auf insgesamt 206 Knochen. Das Skelett oder Knochengerüst eines Erwachsenen macht etwa zehn Prozent seines Gesamtgewichts aus. Üblicherweise wird das Skelett in zwei Abschnitte geteilt. Das Skelett des Körperstamms umfasst mit Schädelknochen, Wirbelsäule, Brustbein und Rippen die zentralen Körperregionen, während die Knochen der Gliedmaßen sowie der Schulter- und Beckengürtel zu den oberen und unteren Extremitäten gezählt werden. Wie ist unser Schädel aufgebaut? Acht Schädelknochen bilden die Schädeldecke, die das Gehirn und das Innenohr wie eine Schale umgibt und vor äußeren Einflüssen schützt. Sie treffen an den Schädelnähten (Sutura) aufeinander, wo sie durch dichtes, faseriges Bindegewebe zusammengehalten werden. Durch diese Konstruktion wird die Schädeldecke äußerst widerstandsfähig. Die große Öffnung in der Schädelbasis ist das Hinterhauptsloch. Hier tritt das verlängerte Mark des Gehirns durch, das sich anschließend mit dem Rückenmark verbindet. Die 14 Knochen des Gesichtsschädels formen die schützenden Augenhöhlen, bilden weitere Aushöhlungen für die Geschmacks- und Geruchsorgane und bieten Platz und Halt für die Zähne. Diese Knochen dienen auch als Befestigungspunkte für die winzigen Muskeln, die unsere Mimik bestimmen. Kleine luftgefüllte Höhlen im Gesichtsschädel, die so genannten Nebenhöhlen, verringern das Schädelgewicht und verbessern daneben die Stimmresonanz. Was ist das Besondere des Zungenbeins? Es ist der einzige Knochen, der keine Gelenkverbindung hat. Nur durch Bänder und Muskeln an seinem Platz gehalten, sitzt das Zungenbein (Os hyoideum) im oberen Bereich des Rachens, wo es als Befestigung für den Zungenmuskel dient. Das Zungenbein erleichtert den Kauvorgang sowie das Sprechen. Was unterscheidet »echte« und »falsche« Rippen? Von den insgesamt zwölf Rippenpaaren des Menschen sind nur die sieben oberen Rippenpaare auch mit dem Brustbein verbunden. Sie werden »echte Rippen« genannt. Die folgenden drei Rippenpaare, die so genannten falschen Rippen, sind nur mit den »echten Rippen« verbunden. Die zwei untersten Rippenpaare, die »kurzen Rippen«, enden sogar frei. Die zwölf Rippenpaare bilden gemeinsam mit den zwölf Brustwirbeln und dem Brustbein den Brustkorb (Thorax) , der Herz und Lungen schützt. Wussten Sie, dass … das menschliche Skelett die gleiche Anzahl Knochen hat wie das der Pferde? der kleinste Knochen als Steigbügel bezeichnet wird? Er befindet sich im Mittelohr und ist an der Weiterleitung des Schalls beteiligt. der Adamsapfel nicht dazu taugt, beispielsweise bei Ausgrabungen ein männliches von einem weiblichen Skelett zu unterscheiden? Der Adamsapfel wird vom Schildknorpel gebildet. Wie andere Gewebe verwest auch Knorpel im Lauf der Zeit. die Knochen der Finger, Handgelenke und Arme am häufigsten brechen? Goethe den Mittelkieferknochen entdeckt hat? Dieser Knochen gehört zu den 22 Knochen des menschlichen Schädels. Welche Funktionen hat die Wirbelsäule? Sie stützt den Schädel, schützt das Rückenmark vor Verletzungen und verlegt das Körpergewicht vom Rumpf auf die Beine. Die Wirbelsäule (Columna vertebralis) wird aus 24 Wirbeln sowie dem Kreuz- und Steißbein geformt. Hals und Schädel werden von sieben Halswirbeln gestützt. Die zwölf Brustwirbel sind durch Gelenke mit den Rippen verbunden. Die größten Wirbel sind die fünf Lendenwirbel. Die zweifache S-Form der Wirbelsäule erlaubt dem Menschen die aufrechte Körperhaltung. Die vier Wölbungen der Wirbelsäule tragen dazu bei, dass wir das Gleichgewicht halten können, dienen zur Stärkung des Rückgrats und helfen außerdem beim Abfedern von Stößen. Jeder Wirbel (Corpus vertebra) besteht aus dem tragenden Wirbelkörper und dem Wirbelbogen. Die verbleibende Öffnung zwischen Wirbelkörper und Wirbelbogen wird Wirbelloch genannt. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern liegen die aus Faserknorpel bestehenden Zwischenwirbelscheiben, auch Bandscheiben (Disci intervertebrales) genannt. Diese bestehen zu 75 Prozent aus Wasser, was sie äußerst elastisch macht, so dass sie ihre Aufgabe als Puffer und Stoßfänger gut wahrnehmen können. Die Zwischenwirbelscheiben erlauben auch eine begrenzte Beweglichkeit der Wirbel untereinander. Alle durch die Wirbelbögen geformten Wirbellöcher bilden in ihrer Gesamtheit den Wirbelkanal (Canalis vertebralis), durch den das empfindliche Rückenmark verläuft. Wirbelfortsätze bilden die Zwischenwirbelgelenke, an denen die Muskeln und Bänder angeheftet sind, die für die aufrechte Stellung der Wirbelsäule sorgen. Wie viele Gürtel braucht der Mensch? Zwei. Einen im Schulter- und den anderen im Beckenbereich. Der Schultergürtel stellt eine leichtgewichtige, flexible Struktur dar, an die die starken Oberarmmuskeln angeheftet sind. Er besteht aus zwei Schlüsselbeinen (Claviculae) auf der Körpervorderseite und zwei Schulterblättern (Scapulae) auf der Rückseite. Zusammen mit den sie bedeckenden Muskeln bilden diese Knochen die Schultern. Das Schulterblatt ist ein platter Knochen von dreieckiger Form, der die Gelenkpfanne für den Kopf des Oberarmknochens sowie die so genannte Schultergräte für die Anheftung von Muskeln trägt. Im Gegensatz zum beweglichen Schultergürtel ist der Beckengürtel eine starke und starre Konstruktion, die zur Verankerung der unteren Gliedmaßen und zur Übertragung des Körpergewichts vom Oberkörper auf den Unterkörper dient. Außerdem schützt er die inneren Geschlechtsorgane, die Harnblase und Teile des Darms. Der Beckengürtel setzt sich zusammen aus zwei Hüftbeinen, die jeweils aus drei miteinander verschmolzenen Knochen bestehen, nämlich aus Darmbein, Sitzbein und Schambein. An dem Punkt, wo diese drei Knochen aufeinanderstoßen, befindet sich die Gelenkpfanne für den Kopf des Oberschenkelknochens. Die Hüftbeine stoßen vorne an der Schambeinfuge (Symphyse) aufeinander, auf der Körperrückseite sind sie mit dem Kreuzbein verbunden. Zusammen mit dem Kreuzbein bildet der Beckengürtel ein schalenförmiges Gebilde, das folgerichtig als Becken (Pelvis) bezeichnet wird. Welcher Knochen ist am größten? Es ist der Oberschenkelknochen. Beine werden wie die Arme Extremitäten genannt. Der Arm besteht aus dem Oberarmknochen (Humerus) sowie aus Elle (Ulna) und Speiche (Radius). Dazu kommen noch 27 Handknochen, nämlich Handwurzelknochen, Mittelhandknochen und Fingerknochen. Die überaus zahlreichen kleinen Handknochen sorgen für optimale Beweglichkeit und befähigen die Hand zur Ausführung einer Fülle von Aufgaben. Das Bein ist zusammengesetzt aus dem Oberschenkelknochen (Femur) und den Unterschenkelknochen Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula). Oberschenkel und Schienbein bilden mit der Kniescheibe (Patella) gemeinsam das Knie. Die 26 Fußknochen bestehen aus den Fußwurzelknochen – darunter das Sprung- und Fersenbein (Talus und Calcaneus) –, den Mittelfußknochen und den Zehenknochen. Auf Beinen und Füßen ruht das gesamte Körpergewicht, was sich in der Stärke der Beinknochen und der sie bewegenden Muskeln widerspiegelt. Die Fußknochen helfen beim Ausbalancieren des Körpers und unterstützen beim Gehen oder Laufen die Vor- und Aufwärtsbewegung des Körpers. Was bezeichnet der Orthopäde als … Diskushernie? Bei einem »Bandscheibenvorfall« kommt es zur Verlagerung des Bandscheibenkerns durch Risse im Bandscheibenring. Dies führt zum Druck auf den Rückenmarksnerv und zu Schmerzen, Sensibilitätsstörungen bis hin zu Lähmungen. Fraktur? Dies ist die Bezeichnung für einen »Knochenbruch« (z. B. Oberschenkelfraktur), der meist durch äußere Gewalteinwirkungen oder durch Erkrankungen des Knochens entsteht. Bei einer »Trümmerfraktur« ist der Knochen in mehrere (mehr als sechs) Teilstücke zerbrochen. Osteoporose? Der »Knochenschwund« ist eine häufige, vor allem im Alter auftretende Knochenerkrankung, die auf einer Verminderung der Knochensubstanz beruht und zu vermehrten Knochenbrüchen führt. Bechterew-Krankheit? Bei dieser auch »Spondylitis ankylosans« genannten rheumatischen Krankheit handelt es sich um eine chronische Entzündung im Bereich der Wirbelsäule. Osteomyelitis? Die eitrige, hochfieberhafte »Knochenmarkentzündung« entsteht meist nach einer offenen, verschmutzten Knochenfraktur oder durch Streuung von Erregern aus Infektionsherden im Körper. Osteom? Dies ist ein gutartiger Knochentumor, der meist im Bereich der Schädelknochen auftritt. Osteonekrose? Hierbei stirbt Knochengewebe meist infolge eines Knochentumors oder einer Osteomyelitis ab, seltener durch Bestrahlung oder Erfrierung. Knochenwachstum: Immer der Länge nach Wann verknöchern Menschen? Bereits als Fetus. Als Verknöcherung oder Ossifikation wird der Vorgang der Knochenbildung genannt. Er beginnt bereits im Fetalstadium. Das gesamte Skelett des Fetus entwickelt sich aus dem embryonalen Bindegewebe und Knorpelgewebe, in die spezielle Knochenzellen eingelagert werden. Beide Gewebe dienen als stützende Grundsubstanz der Knochenbildung (auch Knochenmatrix genannt). Die Knochenbildung setzt sich während der Pubertät fort, bis das Skelett im frühen Erwachsenenalter vollständig ausgeformt ist und das maximale Längenwachstum erreiht hat. Das Knochengewebe erneuert sich laufend, solange wir leben. Altes, abgenutztes oder auch geschädigtes Knochengewebe wird ständig durch neues ersetzt. Diesen Prozess bezeichnet man als Knochenumbau oder Knochenerneuerung. Wachsen Knochen auch in die Breite? Ja. Das Breitenwachstum wird durch Zellen an der Innenseite der Knochenhaut ermöglicht. Das Längenwachstum der Knochen findet dagegen an den Epiphysen statt. Diese speziellen Wachstumszonen befinden sich in der Nähe der Knochenenden und bestehen aus Knorpelzellen. Ist der Verknöcherungsprozess beendet, hört das Wachstum in beiden Richtungen auf. Ohren und Nase bestehen aus Knorpelgewebe, das nie vollständig zu Knochengewebe verhärtet, und wachsen deshalb während unseres ganzen Lebens. Was benötigen Knochen für ihr Wachstum? Eine ausgewogene Mischung aus Eiweiß, Kalzium, Vitamin D und diversen Hormonen. Für ein normales Knochenwachstum benötigt der Körper vor allem eine ausreichende Eiweißzufuhr, damit die zur Bildung des Kollagens benötigten Aminosäuren zur Verfügung stehen. Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil des embryonalen Grundgewebes und der Knorpelmatrix und sorgt im fertigen Knochen für eine gewisse Elastizität. Kalzium dient der Knochenfestigkeit. Zur Unterstützung der Resorption von Kalzium und Phosphaten aus der Nahrung ins Blut benötigt der Organismus Vita