Gespräche am Runden Tisch und demokratischer Wandel

Gespräche am Runden Tisch und demokratischer Wandel Nachdem im April 1988 wieder vermehrt gestreikt wurde und Forderungen nach Wiederzulassung der Solidarność laut wurden, willigte die Regierung in Gespräche am »Runden Tisch« ein. Freie Gewerkschaften waren nun wieder zugelassen, die Löhne erhöht und das politische System reformiert. Die Zensur wurde abgeschafft und der Opposition der Zugang zu den Massenmedien ermöglicht. Auch die Unabhängigkeit der Justiz wurde gestärkt. Die am »Runden Tisch« vereinbarten »halbfreien Wahlen« am 4. Juni 1989 wurden zu einem Triumph für Solidarność, die 99 der 100 frei gewählten Senatssitze gewinnen konnte und alle 161 frei zu wählenden Parlamentssitze errang. Die erste nichtkommunistische Regierung unter Tadeusz Mazowiecki (geb. 1927), eines engen Beraters Walesas und der Solidarność, veränderte das politische System nachhaltig. Polen wurde in einen demokratischen Rechtsstaat umgewandelt, basierend auf den Grundsätzen der Volkssouveränität, Gewaltenteilung und Unabhängigkeit der Justiz.