Warum war die Uraufführung von Rossinis »Barbier« ein Misserfolg?

Warum war die Uraufführung von Rossinis »Barbier« ein Misserfolg? Das konservative Opernpublikum hegte gegen den jungen Komponisten die größten Vorurteile. Schon als er – am 20. Februar des Jahres 1816 – den Orchesterraum des römischen Teatro Argentina betrat, um seine neue Oper zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu dirigieren, schlug Gioachino Rossini die feindselige Stimmung entgegen. Dieser arrogante Jüngling wagte es, sich ausgerechnet am berühmten »Barbiere di Siviglia« messen zu wollen, dem Meisterwerk des hochverehrten Komponisten Giovanni Paisiello (1740–1816). Gelächter, Gekicher, Zwischenrufe, Pfeifen. Als auch noch ein Sänger der Länge nach auf den Boden der Bühne schlug und eine Katze die Szene mit ihrer Anwesenheit bereicherte, war das Fiasko komplett. Das römische Publikum gab seine eigene Vorstellung.