Warum musste eine neue Notenschrift her?

Warum musste eine neue Notenschrift her? Weil die musikalischen Strukturen immer komplexer geworden waren – eine verbesserte Notenschrift war unumgänglich, weil die Neumen zur grafischen Fixierung nicht mehr ausreichten. Schon um die Jahrtausendwende hatte der Benediktinermönch Guido von Arezzo die Notationstechnik mit der Einführung eines Systems von vier Linien im Abstand einer Terz revolutioniert und die Benennung der Töne nach Buchstaben erweitert. Mit römischen Quadratnoten oder gotischen Hufnagelnoten, die die Neumen ersetzten, war die Tonhöhe jetzt eindeutig zu bezeichnen. So wurden in der Choralnotation die Quadratnoten rhythmisch frei eingesetzt, während die im 13. Jahrhundert folgende Modalnotation Ligaturen (Notenverbindungen) einführte, die sechs rhythmische Modi fixieren konnte.