10. 6. 1999

10. 6. 1999 Jugoslawien/International Nach Beginn des Rückzugs der jugoslawischen Armee aus Kosovo stellt die NATO ihre Luftangriffe ein. Im Anschluss daran verabschiedet der UNO-Sicherheitsrat (bei Stimmenthaltung Chinas) die Resolution 1244, die auf der Basis eines Friedensplanes der führenden westlichen Staaten und Russlands (G-8-Staaten) zustande gekommen ist, dem der jugoslawische Präsident Slobodan Milo š evi ć unter dem Druck der fortgesetzten Luftoffensive der NATO am 3. Juni zugestimmt hat: Rückzug sämtlicher bewaffneten jugoslawischen Einheiten aus Kosovo; Übernahme aller Autorität in der umstrittenen jugoslawischen Provinz durch die internationale Kosovo Force (KFOR), die unter Dominanz der NATO steht; Entwaffnung der Kosovo-Befreiungsarmee UÇK, Einsetzung einer UNO-Zivilverwaltung in Kosovo (UNMIK); Zuständigkeit des Internationalen Kriegsverbrechertribunals in Den Haag für die Verfolgung der in Kosovo verübten Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen; Aufforderung an alle Regierungen und internationalen Organisationen, den Wiederaufbau in Kosovo und auf dem Balkan zu unterstützen. Mit dem Einmarsch der KFOR-Truppen in Kosovo setzt eine chaotische Rückkehr von Kosovo-Albanern aus den Flüchtlingslagern in Albanien und Mazedonien in ihre Heimat ein – binnen zwei Wochen rund 400 000 Menschen. Vor ihrer Rache flüchtet ein großer Teil der in Kosovo heimischen serbischen Minderheitsbevölkerung.