23. 9. 1998
23. 9. 1998 Jugoslawien/International Etwa ein Viertel der albanischen Bevölkerung des Kosovo befindet sich auf der Flucht. Nach monatelangem Tauziehen einigt sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf die Resolution 1199 zur Kosovokrise: Die Konfliktparteien werden zur sofortigen Einstellung der Kämpfe und Beendigung von Terroraktionen aufgefordert; Jugoslawien soll seine Sicherheitskräfte abziehen, die separatistische kosovo-albanische Befreiungsarmee U Č K die Waffen niederlegen. Der Konflikt soll unter internationaler Beihilfe durch Verhandlungen politisch gelöst werden. Internationale Beobachter sollen die Erfüllung der Resolution kontrollieren, Hilfsorganisationen vor Ort eine humanitäre Katastrophe abwenden helfen. Die NATO-Staaten interpretieren die Resolution als Legitimation, gegebenenfalls militärisch einzugreifen. Der jugoslawische Präsident Slobodan Milo š evi ć erklärt sich im Oktober bereit, die von dem US-Gesandten Richard Holbrooke in Belgrad ultimativ vorgebrachten Forderungen der UN-Resolution zu erfüllen.