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Jahrestage › 2027 › Mai › Charles III. de Bourbon-Montpensier
500. Todestag · 2027

Charles III. de Bourbon-Montpensier

Gestorben am 6. Mai 1527

Porträt Charles III. de Bourbon-Montpensier
Bildquelle: Wikipedia

Am 6. Mai 1527 endete das Leben eines Mannes, dessen Schicksal die europäische Geschichte des 16. Jahrhunderts maßgeblich prägte: Charles III. de Bourbon-Montpensier, genannt der „Connétable von Bourbon". Sein Tod während der Belagerung Roms markierte nicht nur das Ende einer außergewöhnlichen militärischen Karriere, sondern auch den Höhepunkt eines politischen Dramas, das Frankreich erschütterte. 500 Jahre später lohnt der Blick auf einen Mann, der von höchsten Ehren zum Hochverrat gelangte.

Vom mächtigsten Fürsten zum Staatsfeind

Charles de Bourbon-Montpensier gehörte zu den einflussreichsten Adeligen Frankreichs. Als Herzog von Bourbon-Montpensier und Connétable – oberster Heerführer – stand er an der Spitze der französischen Militärhierarchie. Unter König Ludwig XII. und zu Beginn der Regentschaft Franz I. führte er französische Armeen erfolgreich in den Italienfeldzügen. Seine Position schien unangreifbar, sein Ansehen beim König und im Reich immens.

Doch 1521 kam es zum dramatischen Bruch. Ein Erbschaftsstreit mit der Mutter des Königs, Louise von Savoyen, eskalierte. Als das französische Recht gegen ihn entschied und seine Besitztümer konfisziert wurden, vollzog Charles einen Schritt, der ihn zum Verräter stempelte: Er trat in die Dienste Kaiser Karls V., des Erzfeinds Frankreichs. Dieser Seitenwechsel machte ihn zum Symbol des Hochverrats und zum meistgehassten Mann im Königreich.

Militärische Erfolge im Dienst des Kaisers

Als kaiserlicher Feldherr bewies Charles seine militärische Brillanz erneut. Er kommandierte habsburgische Truppen in den italienischen Kriegen, jenen jahrzehntelangen Konflikten zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich um die Vorherrschaft in Italien. Im Februar 1525 spielte er eine entscheidende Rolle in der Schlacht von Pavia, in der Franz I. selbst gefangen genommen wurde – eine der größten Demütigungen der französischen Krone.

Sein letzter Feldzug führte ihn 1527 nach Rom. An der Spitze einer kaiserlichen Armee, die längst außer Kontrolle geraten war, belagerte er die Ewige Stadt. Am 6. Mai 1527, während des Sturms auf die Stadtmauern, wurde Charles von einer Musketenkugel tödlich getroffen. Ohne seinen kommandierenden General plünderten die Truppen Rom wochenlang – ein Ereignis, das als „Sacco di Roma" in die Geschichte einging und das Ende der italienischen Renaissance symbolisiert.

Ein Schicksal zwischen Loyalität und Eigeninteresse

Charles de Bourbon-Montpensier verkörpert zentrale Konflikte der frühen Neuzeit: das Spannungsfeld zwischen persönlicher Treue und adeligen Eigeninteressen, zwischen regionaler Macht und zentralisierter Königsherrschaft. Seine Biografie illustriert, wie die aufstrebenden Nationalstaaten alte feudale Bindungen aufbrachen und Loyalitäten neu definierten. Für Franz I. war die zentralisierte Monarchie Zukunft – für Charles bedeutete sie den Verlust ererbter Privilegien.

Die Frage nach Verrat oder berechtigtem Widerstand beschäftigte Zeitgenossen wie Historiker. War Charles ein Opportunist oder ein vom König ungerecht Behandelter? Seine Geschichte zeigt, dass die großen politischen Umbrüche der Renaissance nicht nur Ideen und Kunst betrafen, sondern auch blutige Machtkämpfe bedeuteten. 500 Jahre nach seinem Tod erinnert sein Schicksal daran, wie fragil Machtstrukturen sein können – und welchen Preis persönliche Konflikte in Zeiten großer Umwälzungen fordern können.

Wirkungsfelder

MilitärFeldherr

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Charles III. de Bourbon-Montpensier – 500. Todestag 2027 | wissen.de