Alpen

Die Alpen waren lange Zeit eine Schranke zwischen Mittel- und Südeuropa. Hauptträger des Verkehrs waren bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Straße und Wasserweg, dann ließ die Eisenbahn zahlreiche Passwege veröden. Sie überquerte 1854 den Semmering, 1867 den Brenner und 1882 Arlberg und Gotthard. Am Arlberg und Gotthard entstanden 10 – 15 km lange Eisenbahntunnel. Mit dem Bau weiterer Basistunnel am Simplon 1906 (19,8 km), am Lötschberg 1913 (14,6 km) und in den Karawanken 1906 (8 km) war erstmals in der Geschichte der Alpen ein ganzjähriger Allwetterverkehr über bzw. durch die Alpen möglich. Das sprunghafte Anwachsen des Kraftfahrzeugverkehrs besonders durch den Reiseverkehr förderte nach 1945 den Ausbau alter Passstraßen und den Neubau von Straßentunnels: Der Mont-Blanc-Tunnel, 1965 eröffnet, war damals mit 11,7 km der längste Straßentunnel der Welt. Heute wird er vom St.-Gotthard-Straßentunnel (1980 eröffnet, 16,3 km) und vom Arlbergtunnel (14 km) übertroffen.

Aus ökologischen Gründen versuchen die Alpentransitländer den Straßenverkehr stark einzuschränken und auf die Schiene zu verlagern. Zu diesem Zweck hat die Schweiz mit dem Bau von zwei Eisenbahntunneln (Sankt Gotthard, Lötschberg) begonnen.