Barlach

Genre
Autobiografie
Verfasser
Barlach , Ernst
Deutscher Titel
Ein selbsterzähltes Leben
Veröffentlicht
Deutsches Reich
Erscheinungsjahr
1928

Ernst, deutscher Bildhauer, Grafiker und Dichter, * 2. 1. 1870 Wedel, Holstein, † 24. 10. 1938 Rostock; unternahm 1906 eine für seine künstlerische Entwicklung entscheidende Russlandreise, lebte seit 1910 in Güstrow, Mecklenburg. Barlach fand zu einer eigenwilligen expressiven Gestaltungsform, besonders ausgeprägt in Keramik-, Holz- und Metallplastiken (Porzellanfiguren russischer Bettler 1907; „Drei singende Frauen“ 1911; „Panischer Schrecken“ 1911; „Der Rächer“ 1914). Religiosität und starkes Mitgefühl mit menschlicher Not bestimmen als ethische Grundzüge die Kunst Barlachs und führten mit gleichzeitiger blockhafter Vereinfachung des Formalen zu zunehmender Verinnerlichung des Ausdrucks (Relief „Die Verlassenen“ 1913; „Verhüllte Bettlerin“ 1919; „Die gemarterte Menschheit“ 1919/20 u. a.). Plastische Hauptwerke der späteren Jahre sind das Magdeburger und das Güstrower Ehrenmal 1927 – 1929; „Der Geistkämpfer“, Kiel 1928; „Die Gemeinschaft der Heiligen“, Lübeck 1930 – 1932. Daneben entstanden Bildnisplastiken, größere Holzschnittfolgen („Die Wandlungen Gottes“ 1920/21; „Walpurgisnacht“ 1923) und zahlreiche grafische Einzelblätter, z. T. mit religiöser Thematik und in enger Verbindung zum dichterischen Schaffen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Barlachs Kunst als „entartet“ aus öffentlichen Sammlungen entfernt, beschlagnahmt und teilweise zerstört, der Künstler selbst mit einem Ausstellungsverbot (1937) belegt. – Als Dichter war Barlach ein Hauptvertreter des literarischen Expressionismus. Prosastücke (Romanfragmente „Seespeck“, „Der gestohlene Mond“, herausgegeben 1948), Dramen („Der tote Tag“ 1912, „Der arme Vetter“ 1918, „Die echten Sedemunds“ 1920, „Der Findling“ 1922, „Die Sündflut“ 1924, „Der blaue Boll“ 1926, „Die gute Zeit“ 1929), die Autobiografie „Ein selbsterzähltes Leben“ 1928. – Der umfangreiche Nachlass wird von der Ernst Barlach Stiftung Güstrow sowie von der Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg (mit Museen in Ratzeburg und Wedel) verwaltet.