Biber
Familie der Nagetiere, von plumpem Körperbau, mit plattem Schuppenschwanz (Biberkelle) und Schwimmfüßen (Körperlänge ca. 90 cm). Man unterscheidet zwei geographische Rassen: Eurasischer Biber, Castor fiber fiber und Nordamerikanischer Biber, Castor fiber canadensis . Mit Hilfe seiner starken Nagezähne ist der Biber in der Lage, bis zu 1 m dicke Bäume zu fällen. Zur Regulierung der Wassertiefe seines Wohngewässers staut der Biber einen Wasserlauf mit Hilfe eines bis zu 200 m langen Dammes aus Knüppeln, Steinen und Schlamm. In das Wohngewässer baut der Biber die Biberburg aus Knüppeln, Zweigen und Stämmen, die er mit Schlamm abdichtet. Die Nahrung ist rein pflanzlich. Für den Winter werden Vorräte angelegt, denn der Biber hält keinen Winterschlaf. Biber bevorzugen langsam fließende Gewässer und sind rein nachtaktiv. Der Biber lebte einst auf der ganzen Nordhalbkugel. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Bestände mit Ausnahme weniger Tiere nahezu überall vernichtet.
Zur Ausrottung des Bibers trug bei, dass nicht nur der Pelz begehrt war, sondern auch das Bibergeil , das früher zur Heilmittelbereitung verwendet wurde. Doch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts begriff man in Amerika den Wert der Biber für den Naturhaushalt und startete Gegenmaßnahmen zu ihrem Schutz. In Europa dauerte dies viel länger. In Deutschland begann man erst Anfang der 1970er Jahre mit der Wiedereinbürgerung des Bibers, zunächst in Bayern. Heute gibt es wieder Biber in Niedersachsen, im Osten Deutschlands und in einigen anderen Gebieten, doch steht er immer noch auf der roten Liste der stark gefährdeten Arten. In Europa gibt es die größten Bestände in Skandinavien und Polen.
Auch: Castoridae