China

Anknüpfend an alte Handwerkstraditionen entstanden um 1900 die ersten (ausländischen) Textilbetriebe. Erst nach 1949 wurde die Industrialisierung planvoll in Angriff genommen. Nach sowjetischem Vorbild und mit Unterstützung der UdSSR wurden die Schwerindustrie und der Maschinenbau gezielt entwickelt. Demgegenüber wurde die Leichtindustrie vernachlässigt. Zum Ausgleich des – auch heute noch vorhandenen – Ost-West-Gefälles unterstützte die Regierung die westlichen Regionen mit erheblichen Summen. Ab 1979 wurden für die Industrie umfangreiche Reformen eingeleitet. Neben den staatseigenen Betrieben wurden auch genossenschaftliche und Privatunternehmen sowie Unternehmen mit gemischten Eigentumsformen eingeführt. Von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas war die Zulassung von Joint Ventures, durch die ausländisches Kapital und Know-how ins Land geholt wurden. Dies galt insbesondere für die exportorientierten Sonderwirtschaftszonen Shenzhen, Zhuhai, Shantou, Xiamen und Hainan, später auch für Hongkong und Macau.

Mit der rasanten Industrialisierung ging auch eine deutliche Veränderung der Branchenstruktur einher. Neue Wachstumsindustrien sind vor allem die Autoindustrie und Computertechnologie. Die Konzentration dieser innovativen Hightech-Betriebe in wenigen Großstädten an der Ostküste verstärkt das wirtschaftliche Gefälle von Ost nach West und von den Städten zum Land.