doppelte Wahrheit

die Unterscheidung von sog. niederer und höherer Erkenntnis; vor allem im Spätmittelalter (Averroës) der Gedanke, dass die Offenbarungswahrheit und die durch Vernunft gewonnene Wahrheit unabhängig voneinander seien, ja sich sogar widersprechen können oder auch müssen. In der katholischen Lehre wurde die Behauptung, es könne ein Satz in der Philosophie wahr sein, obwohl er im Gegensatz zur Glaubenslehre steht, vom 5. Laterankonzil (1512 – 1517) verworfen.