Freud

Genre
Psychoanalytische Schrift
Verfasser
Freud , Sigmund
Deutscher Titel
Das Ich und das Es
Veröffentlicht
Österreich
Erscheinungsjahr
1923

Sigmund, österreichischer Neurologe und Psychiater, * 6. 5. 1856 Freiberg, Mähren, † 23. 9. 1939 London; veränderte durch Einbeziehung des Unbewussten in die Forschung die Psychologie und Medizin entscheidend; begründete mit seinen Studien zur Hysterie und zu Neurosen („Studien über Hysterie“) sowie seiner „Traumdeutung“ die Psychoanalyse ; musste 1938 wegen seiner jüdischen Abstammung nach London emigrieren, wo er ein Jahr später starb.

Freud war der Auffassung, dass menschliches Verhalten vor allem von der Libido , dem Geschlechtstrieb, sowie vom sog. Todestrieb gesteuert wird. Seelische Erkrankungen führte Freud auf einen Kompromiss zwischen „Über-Ich“ (Verinnerlichung von Konventionen und Normen) und verdrängten Trieben zurück („Das Ich und das Es“ 1923).

Freud arbeitete fast sein ganzes Leben in Wien, seit 1886 als Nervenarzt und Dozent für Neuropathologie (1902 Professor); er entwickelte Methoden zur Diagnose und Behandlung von Neurosen und äußerte sich auch zu kulturellen und gesellschaftlichen Themen (u. a. Religionswissenschaft, Ethnologie, Mythologie). Viele seiner Begriffe wie „Es“, „Ich“, „Über-Ich“, das „Unbewusste“ oder „Ödipus-Komplex“ wurden sprachliches Allgemeingut. Seine Lehre blieb zwar umstritten, doch hatte sie großen Einfluss auf die Behandlung seelischer Erkrankungen, ebenso auf Kunst und Literatur.